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Stormarn Imker in Siek muss Linde pflanzen
Lokales Stormarn Imker in Siek muss Linde pflanzen
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20:30 05.11.2013
Matthias Ruge (l.) und Stephan Rusch legen letzte Hand an die Linde, die Bürgermeister Arnold Trenner (r.) als Schildbürgerstreich sieht. Quelle: Albrod
Siek

Naturschutz treibt seltsame Blüten, in diesem Falle die der Linde: Sie wurde jetzt nicht ganz freiwillig von dem Hamburger Imker Georg Baesler in Siek gepflanzt. „Der Imker hatte vor sechs Jahren die Besitzerin eines Grundstücks in Siek gefragt, ob er seine Bienen an ihrem Rapsfeld aufstellen dürfe“, erzählt Sieks Bürgermeister Arnold Trenner. „Seine Kunden mögen Rapshonig am liebsten.“

Die Dame hatte nichts dagegen, und so legte der Imker ein paar Steinplatten aus, baute einen Unterstand und stellte fünf Bienenvölker auf. Jahrelang schwärmten sie fleißig aus und taten ihre Arbeit wie die Behörde des Kreises Stormarn jetzt auch. Die stellte nämlich bei einer Routinebegehung fest, dass die Ecke mit den Bienen gar nicht der freundlichen Dame gehört, sondern dem Amt Siek.

Daraufhin bekam der Imker einen Korb: „Der Mann bekam ein Schreiben, dass er den Unterstand ohne Genehmigung gebaut habe und wieder entfernen solle“, so Trenner. Der Imker löckte wider den Stachel und legte Widerspruch ein, schließlich tue er etwas für den Naturschutz.

Dem Widerspruch wurde stattgegeben, allerdings bekam er die Genehmigung nur mit der Auflage, Ausgleichsmaßnahmen zu treffen, weil er den Boden versiegelt habe. Trenner kann es nicht fassen. „Da redet man immer davon, wie wertvoll Bienen und Imkerei für den Naturschutz sind, und dann so was.“ Zumal die „Versiegelung“ nur aus ein paar Steinplatten bestehe. „Das Wasser kann normal abfließen.“

Die Behörde konnte das nicht überzeugen. „Der Imker sollte nun als Ausgleichsmaßnahme in der Nähe des Unterstandes eine Linde pflanzen, die in der Baumschule dreimal verpflanzt worden ist“, erzählt Trenner.

„Neben die Bienen ging das aber nicht, weil da ein Weg ist.“ Schließlich einigte man sich auf die Wiese am Kreisel. Der Imker zahlte 180 Euro für die Linde und weitere 150 Euro Verwaltungsgebühr.

„Ich freue mich über den Baum“, so Trenner, „aber die Art und Weise, wie es dazu gekommen ist, finde ich nicht gut.“ Um das Geld wieder reinzukriegen, müssen die Bienen nun eine Menge Rapshonig sammeln — oder auch Lindenblütenhonig, denn den gibt es in Siek künftig ja auch. Bettina Albrod

LN

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