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Immer wieder landunter in Lasbek

Lasbek Immer wieder landunter in Lasbek

Immer, wenn es stärker regnet, bedrohen Wassermassen das Haus von Heike und Marcus Gerken in Lasbek-Dorf. Sie vermuten, dass ein Neubaugebiet auf der anderen Straßenseite dafür verantwortlich ist. Ähnliche Probleme gibt es in Mollhagen und Pölitz.

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Mit einem Wall hat Marcus Gerken verhindert, dass vor zwei Wochen erneut der Keller überschwemmt wird.

Quelle: Fotos: Gerken (3)/hfr

Lasbek-Dorf. Immer, wenn es stärker regnet, bedrohen Wassermassen das Haus von Heike und Marcus Gerken in Lasbek-Dorf. Sie vermuten, dass ein Neubaugebiet auf der anderen Straßenseite dafür verantwortlich ist, dass das Oberflächenwasser nicht mehr richtig ablaufen kann. Denn das ursprüngliche Wäldchen dort ist gefällt worden, um Platz für mehrere Neubauten zu machen.

LN-Bild

Haus wird bei Starkregen überschwemmt – Ähnliche Probleme gibt es in Mollhagen und Pölitz.

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„Wir sind vor vier Jahren in das Haus gezogen“, erklärt Heike Gerken. Das Garagentor wurde durch eine Glastür ersetzt, und Marcus Gerken richtete in der Garage, die im Tiefgeschoss liegt, seine Werkstatt ein. Dann kam Sturmtief „Christian“. „Mitten im WM-Halbfinale ging 2014 der Starkregen los, und die Straße ist übergelaufen“, berichtet Heike Gerken. Das Wasser strömte die Auffahrt hinunter, staute sich vor der Glastür zur Werkstatt, bis diese unter dem Druck barst, und setzte 100 Quadratmeter Keller unter 1,40 Meter Wasser. Eine Markierung, die Heike Gerken fast bis zur Schulter geht, zeigt den Wasserstand von damals. „Fast wäre das Wasser in den Öltank gelaufen“, sagt Marcus Gerken, „die Tür davor ist 1,50 Meter hoch.“

Gerkens mussten das Kellergeschoss sanieren, danach schlossen sie eine Versicherung gegen Wetterschäden ab. „Dafür mussten wir verschiedene Auflagen erfüllen“, erklärt Gerken. Die Auffahrt wurde 18 Zentimeter aufgepflastert, eine neue Tür mit Druckschutz eingebaut, eine Notpumpe und eine Stütze für die Tür in den Restkeller installiert. Vor zwei Wochen passierte es dann erneut. „Wir hatten wieder Starkregen“, erklären die Lasbeker. „Die Kehre am Ende der Straße wird dann sofort zu einem Teich. Schon bei wenig Regen ist regelmäßig Landunter, vier Häuser in der Straße sind betroffen.“

Gerken stürmte vors Haus und errichtete aus Ziegeln einen Wall vor der Einfahrt. Kurz unterhalb der Oberkante blieb das Wasser stehen. „Zum Glück hat es nur 20 Minuten geregnet“, sagt er. Das Ehepaar hat nun Angst, das Haus bei Regen alleine zu lassen. „Wir leben mit Blick auf Wetter-App und Regenradar“, so Heike Gerken. Sie hätten mit dem Vorbesitzer und den Nachbarn gesprochen, die sie sehr unterstützten, und die hätten bestätigt, dass es das Problem vor dem Baugebiet noch nicht gab.

Bürgermeister Harald Lodders war schon mehrmals vor Ort, er ist mit den Anliegern regelmäßig in Kontakt. „Wir wollen natürlich eine Lösung finden. Die Rohre im Ehksaal entwässern alle zur Schulstraße und nehmen das Wasser nicht mehr auf“, sagt er. „Die Folge ist ein Rückstau.“ Deshalb gelte für das Baugebiet die Auflage, eine eigene Entwässerung zu bauen. „Wir bauen jetzt ein großes Regenrückhaltebecken für 600 Rohre“, so Lodders weiter, „im Ehksaal wird die Entwässerung dann geteilt.“ Im Steindamm bestehe das gleiche Problem. „Dort musste wegen des Wassers schon die Straße gesperrt werden.“ Beim Amt Oldesloe-Land kennt man das Problem. „Wir sind schon tätig“, erklärt Dieter Hadeler, zuständig für Tiefbau und Kanalisation. „Gegenüber vom Ehksaal liegt ein Baugebiet, durch den Sand haben sich vermutlich die Straßenabläufe dichtgesetzt. Wahrscheinlich werden wir zusätzliche Abläufe setzen.“ Außerdem habe der Bauherr zugesagt, Sandeinleitungen in die Straßenabläufe zu vermeiden. „Die Arbeiten für ein Regenrückhaltebecken werden jetzt ausgeschrieben.“

Der Ehksaal sei nicht die einzige Straße mit dem Problem, so Hadeler weiter. „Allein in Lasbek gibt es drei Stellen, wo sich das Regenwasser staut. Im Amtsbereich sind auch andere Gemeinden wie Pölitz, Rethwisch, Mollhagen oder Travenbrück von dem Problem betroffen.“ Zwei bis drei Mal sei es schon vorgekommen, dass bei Starkregen die Kläranlage in Mollhagen die Wassermassen nicht mehr fassen konnte und überzulaufen drohte. „Wir haben große Fahrzeuge und Güllewagen von den Landwirten im Einsatz, um die Abwässer in die Klärteiche zu fahren“, so Hadeler. „Die Gemeinde Steinburg wird deshalb ein neues Speicherbecken bauen.“ Er geht davon aus, dass es künftig häufiger Starkregen geben wird. „Die Wetterlage hat sich geändert. Dazu kommt, dass immer mehr Gärten gepflastert oder Carports gebaut werden, so dass das Regenwasser nicht mehr versickern kann. Wir kümmern uns darum, um schnell Abhilfe zu schaffen.“

 Bettina Albrod

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