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Immobilien-Boom ohne Ende

Bad Oldesloe Immobilien-Boom ohne Ende

Nachfrage in Stormarn weiterhin auf hohem Niveau. Sorgt der Brexit für einen weiteren Preisschub?

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Baugebiet in Hamberge: starkes Interesse auch hier.

Quelle: Fotos: Ukk/ln

Bad Oldesloe. . Wenn in der Londoner City, bisher das wichtigste europäische Finanzzentrum, die Immobilienpreise fallen, dann könnten sie dagegen in Stormarn weiter steigen – der Brexit hätte auch Auswirkungen auf die an Hamburg grenzende Region. „Ich halte das durchaus für möglich, denn Bad Oldesloe ist gut aufgestellt“, sagt Guido Wendt, Geschäftsführer des Immobilienbüros von Engel und Völkers in der Kreisstadt.

Deutliche Preissteigerungen für Baugrundstücke und gebrauchte Immobilien bestimmen nach Ansicht von Fachleuten die aktuelle Situation auf dem Markt. „Die Nachfrage ist gewaltig“, stellt Makler Rolf Schilling in Reinfeld fest. Dies sei vor allem der aktuellen Geldmarktpolitik geschuldet – Hypotheken könnten zinsgünstig finanziert werden und für eigenes Geld sei als Anlage von den Banken so gut wie nichts mehr zu bekommen. Darüber hinaus bestimme die momentane „Verknappung den Preis, weil die Nachfrage größer ist als das Angebot“. Allerdings: Wer eine so genannte Schrottimmobilie verkaufen möchte, könne für das Gebäude vermutlich kaum noch etwas berechnen, allein das Grundstück besitze einen Wert.

Und auch in Reinfeld gebe es mittlerweile so gut wie keine unbebauten Grundstücke mehr – dies treibe die Preise deutlich nach oben. „In der Innenstadt muss mehr als 200 Euro für den Quadratmeter bezahlt werden“, sagt Rolf Schilling. Die Tendenz sei weiterhin steigend: Innerhalb eines Jahres seien Grundstückspreise um bis zu 20 Prozent gestiegen, im Laufe der vergangenen fünf Jahre um rund 40 Prozent, so der Makler. Auch bei Gebrauchtimmobilien gehe „es ständig nach oben“. Rolf Schilling nennt ein Beispiel: Vor zwei Jahren sei ein Objekt für 185000 Euro auf dem Markt gewesen, jetzt werde es für 230 000 Euro angeboten: „Und das Interesse dafür ist sehr groß.“

Dass der Brexit, also das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union, auch für den Reinfelder Immobilienmarkt preistreibende Folgen haben könnte, glaubt Rolf Schilling nicht: „Wenn Anleger außerhalb Englands sichere Anlagemöglichkeiten suchen, dann vielleicht noch in Hamburg – aber für unsere Region mag ich nicht daran glauben.“

Sein Oldesloer Kollege Guido Wendt hält das aber für vorstellbar: „In Hamburg gibt es so gut wie keine Zinsobjekte mehr. Und da gehen die Interessenten jetzt in die Randlagen.“ Es gebe durchaus Renditeobjekte in Bad Oldesloe, von denen sich Investoren wirtschaftliche Vorteile versprächen.

Dabei werden nach den Worten von Guido Wendt mittlerweile selbst für gebrauchte Immobilien „exorbitante Preise“ bezahlt: „Wer eine schöne Lage in Bad Oldesloe sucht, der muss teuer dafür bezahlen.“

Viele ältere Menschen wollten jetzt ihre Häuser veräußern, um sich mit dem Kauf einer Wohnung räumlich zu verkleinern. Doch auch diese Immobilien seien kostspielig, wenn es um eine „schöne Lage in der Innenstadt“ gehe. „In der Vergangenheit wurde einfach zu wenig in die Schaffung von neuem Wohnraum investiert – gerade auch für ältere Menschen“, sagt Guido Wendt. An dieser Situation werde sich auch in der Zukunft wenig ändern – in Bad Oldesloe müssten jetzt 300 Euro und mehr für einen Quadratmeter Bauland bezahlt werden.

Ein Ende des Booms ist für die die Fachleute nicht zu erkennen: „Die große Nachfrage nach Immobilien und Grundstücken wird weiterhin die Preise bestimmen“, so Rolf Schilling und Guido Wendt.

Mietwohnungen gesucht

Mehr Nachfrage nach Wohnraum registriert auch der Verein Haus und Grund in Stormarn, der in Bad Oldesloe, Reinfeld und Trittau aktiv ist. Es gebe außerdem die Tendenz, dass sich auch die Mieten eher erhöhten, betont Vorsitzender Mathias Schmidt. Er wies darauf hin, dass die vom offiziellen Gutachterausschuss des Kreises Stormarn ermittelten Bodenrichtwerte gestiegen seien. Dies sei auch ein Indiz für die starke Nachfrage bei Gebrauchtimmobilien.

 Michael Thormählen

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