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Stormarn In Reinfeld wächst das Bewusstsein für fairen Handel
Lokales Stormarn In Reinfeld wächst das Bewusstsein für fairen Handel
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20:44 07.06.2017
Hält Informationsmaterial zu dem Thema bereit: Britta Zankl in ihren Geschäft 100 Hübschigkeiten. Quelle: Fotos: M. Thormählen/ln-Archiv

Jetzt wird auf den Eingang der erhofften Anerkennung gewartet: Nachdem Reinfeld die Unterlagen abgeschickt hat, um als zweite Fair-Trade-Stadt im Kreis Stormarn nach Bad Oldesloe anerkennt zu werden, fehlt jetzt nur noch die Antwort. „Schön wäre es, wenn, wir diese Zusage noch bis zum 6. Juli bekämen“, sagt Ines Knoop-Hille. Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung gehört zu den Initiatoren der Aktion.

Hofft schon bald auf die offizielle Anerkennung: Ines Knoop-Hille.

Britta Zankl ist in der Steuerungsgruppe aktiv, der weitere acht Ehrenamtler angehören. Auch dies ist eine für die Anerkennung notwendige Voraussetzung. In dem Geschäft Hundert Hübschigkeiten an der Paul-von-Schoenaich-Straße laufen die Fäden rund um Reinfelds Bewerbung zusammen. Dort liegt unter anderem das Informationsmaterial aus.

„Das Bewusstsein in der Bevölkerung ist groß. Auch aus der Umgebung kommen immer wieder Interessenten“, sagt Britta Zankl. In dem Laden, den sie gemeinsam mit Maike Jobst führt, werden Textilien für Damen und Herren angeboten. Dazu gehörten auch Waren, so Britta Zankl, die aus Nepal stammten und unter Fair-Trade-Bedingungen produziert worden seien. „In einem Betrieb mit 25 Angestellten. Sie können damit den Unterhalt für ihre Familien verdienen“, erklärt sie.

Der Kontakt sei durch einen in Freiburg (Baden-Württemberg) ansässigen Geschäftsmann zustande gekommen, der selbst aus den Land im fernen Asien stammt. „Da besteht eine große Vertrauensbasis durch das persönliche Kennenlernen“, sagt Britta Zankl.

Am 6. Juli wollen sich alle interessierten Bürger treffen, um sich auszutauschen und weitere Ideen für eine Gestaltung der Anerkennungsfeier zu sammeln. Einen Zeitpunkt für die bunte Feier gibt es bislang noch nicht. „Das soll ein Fest für alle Reinfelder werden. Betriebe, Vereine und Unterstützer können sich und ihre Produkte dabei vorstellen“, sagt Ines Knoop-Hille. Vorwiegend sollen bei der Veranstaltung Waren aus einer Fair-Trade-Herstellung offeriert werden.

„Fair-Trade-Stadt“ ist eine Auszeichnung, die von einer anerkannten Zertifizierungsstelle – dem Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der Dritten Welt – vergeben wird und sich für die Förderung zertifizierter Waren im Rahmen des fairen Handels einsetzt. Ines Knoop-Hille geht davon aus, dass die Stadt die geforderten Kriterien mehr als erfüllen könne. Nach dem Eingang der Unterlagen vor etwa einem Monat solle es sechs bis acht Wochen dauern, bis in Reinfeld die offizielle Antwort wieder eingetroffen ist.

In der Zwischenzeit sind die Initiatoren nicht untätig gewesen: In einem Gespräch mit Pastorin Dr. Christina Duncker sei zugesichert worden, dass auch die evangelische Kirchengemeinde das Projekt unterstütze. Unter anderem sollen auch bei kirchlichen Veranstaltungen Fair-Trade-Produkte angeboten werden, so Ines Knoop-Hille. Mit dabei sei auch das Geschäft „Nutrigetic“, das in seinen Räumen an der Paul-von-Schoenaich-Straße eine Ernährungsberatung offeriere. Außerdem gebe es Produkte wie Kakao oder Kokosmilch. Mit dabei sind zudem gastronomische Betriebe, Verbrauchermärkte, Einzelhändler die katholische Kirchengemeinde, Vereine sowie die Reinfelder Schulen.

Als fairer Handel (auf Englisch ,fair trade’) wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte meist ein – von den einzelnen Fair-Trade-Organisationen unterschiedlich bestimmter – Mindestpreis bezahlt wird.

Nächstes Treffen ist am 6. Juli

In Deutschland gibt es zahlreiche Fair-Trade- Städte. Sie werden vom Bundeskoordinator für nachhaltige Beschaffung, Fairen Handel und Unternehmensverantwortung überprüft und müssen geforderte Kriterien erfüllen. In Stormarn hat sich bisher Bad Oldesloe diesen Titel gesichert.

Das Treffen am Donnerstag, 6. Juli, beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal des neuen Rathauses in Reinfeld. Hier sind auch weitere Interessenten oder Unterstützer herzlich willkommen.

Weitere Infos gibt es unter www.fair-trade- towns.de.

Michael Thormählen

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