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Stormarn In Reinfeld wächst ein Pylonen-Wald
Lokales Stormarn In Reinfeld wächst ein Pylonen-Wald
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07:36 14.07.2016
Links wirbt eine Spielhalle, in der Mitte Aral und McDonalds, rechts Famila und Aldi: Das Besondere am Gewerbegebiet neben der Autobahn sind weithin sichtbare Werbemasten. Im Bauausschuss haben die Politiker jetzt einen weiteren genehmigt. Quelle: Fotos: Uwe Krog

Der Reinfelder Bauausschuss hatte keine andere Wahl, als den vom Tankstellenbetreiber Jet geplanten Werbepylon neben der Autobahn bei Reinfeld zu genehmigen. Schließlich hat die Stadt schon für McDonalds, für Famila und Aldi, für einen Spielhallenbetreiber ähnliche, weithin sichtbare Masten zugelassen.

 

„Da habe ich Bedenken. Irgendwann stehen überall solche Dinger.“Stephan Heinrich, Wählerinitiative

Und die seien zum Teil noch höher, wie Sabine Nauruhn von den Grünen anmerkte, als die von Jet deutschlandweit eingesetzte Benzinpreisliste. Elf Meter soll das neue, von innen beleuchtete Schild emporragen. „Anderen“, sagte Thorsten Dunkelgut von der Wählerinitiative Reinfeld, „haben wir auch Ausnahmen gestattet.“ Christdemokrat Ewald Eden befand: „Entweder stehen wir zu unserem Gewerbegebiet oder nicht.“

Den Anlass für diese Diskussion hatte Stephan Heinrich von der Wählerinitiative geliefert, der sich gegen den Pylon aussprach. „Wir haben schon drei Pylonen. Ich habe Bedenken. Irgendwann stehen überall solche Dinger.“ Außerdem sei der Stadt nicht einmal genehmigt worden, mit einem weiß-braunen Landschaftsschild an der Autobahn auf ihre Vorzüge und Besonderheiten hinzuweisen.

Ortspolitiker Heinrich enthielt sich als einziger der Stimme, als es um das „gemeindliche Einvernehmen“ bei der Zulassung des neuen Werbeturmes ging. Die Silhouette der Stadt wird nun mit dem Bau der Tankstelle um ein weiteres Werbeschild ergänzt. Und es kommen voraussichtlich weitere hinzu.

Ein Pferdekopf und galoppierende Vorderhufen auf einem Turm in 24 Meter Höhe sollen auf einen Reitsporthändler aufmerksam machen, der ein Grundstück auf der gar nicht mehr so grünen Wiese bereits gekauft hat. Ihm sei im Zuge des Bauantrages eine Abweichung von den Festsetzungen zu Werbeanlagen zugestanden worden, trotz einer geringen Grundstücksgröße, heißt es von der Verwaltung im Reinfelder Rathaus.

Auf 1300 Quadratmetern neben der Autobahn soll ein Einzelhandel für Reiter- und Pferdebedarf entstehen. Mit Reitplatz auf einer Fläche von 20 mal 40 Metern, damit die Reiter ihre neuen Sättel am Pferd ausprobieren können.

Wann der Pferdekopf an der Autobahn von weither zu sehen sein wird, vermag Georg Frank von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn nicht zu sagen. Nach seinen Informationen halte der Händler zwar an seinem Vorhaben fest, in Reinfeld zu bauen. Allerdings seit der Zeitpunkt wegen paralleler Investitionen anderenorts noch unbestimmt. Die Fertigstellung sei vertraglich auf das Jahr 2018 festgelegt worden.

Aus Sicht der Unternehmen jedenfalls, merkt Wirtschaftsförderer Frank an, gebe es kaum günstigere Werbung als solche Pylonen an der Autobahn. „Die haben einen hohen Aufmerksamkeitswert.“ Um die 60 000 Autos fahren dort pro Tag entlang. Da seien immer welche dabei, die sich für das angebotene Produkt interessierten.

Bauer darf bauen

Entgegen dem Vorschlag der Verwaltung, einem Reinfelder Landwirt den Bau eines Altenteilerhauses aus mehreren Gründen zu versagen, hat der Bauausschuss das Vorhaben mit einer Mehrheit von sechs zu zwei Stimmen abgesegnet. Mit dem Argument, dass anderen Ähnliches genehmigt worden sei, stimmten CDU, SPD und Wählerinitiative für den Bau. Allein die Grünen sprachen sich dagegen aus. Ihr Argument: Es würde ausgerechnet in einem Landschaftsschutzgebiet weitere Fläche versiegelt.

 Uwe Krog

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