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Stormarn Inklusion: Mobiler Sportlehrer zeigt Vereinen jetzt den Weg
Lokales Stormarn Inklusion: Mobiler Sportlehrer zeigt Vereinen jetzt den Weg
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20:22 24.02.2016
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Bad Oldesloe

Von Inklusion reden viele, sportlich möchte der Kreissportverband Stormarn (KSV) jetzt Nägel mit Köpfen machen und bekommt finanzkräftige Unterstützung durch zwei Stiftungen der Sparkasse Holstein: Mit bis zu 120000 Euro — verteilt auf drei Jahre — unterstützt das Geldinstitut das Projekt „Sport für alle — Stormarner Vereine leben inklusiven Sport“, das Nachahmer finden soll. Damit will der KSV neue Wege gehen und gemeinsame Sportangebote für Behinderte und Nichtbehinderten aus den Sportvereinen heraus ins Leben rufen.

„Es gibt bereits einige Vereine, die gute Sportangebote für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung haben. Mit diesem Projekt wollen wir die Möglichkeit schaffen, vorhandene Sportangebote für Menschen mit Behinderungen zu öffnen und neue Angebote zu konzipieren“, sagte Adelbert Fritz, Vorsitzender des Kreissportverbandes. Die Sportvereine Preußen Reinfeld, TSV Bargteheide, TSV Glinde, Ahrensburger TSV und VfL Oldesloe hätten bereits signalisiert, bei der Aktion mitzumachen. Andere Vereine wiederum hätten noch keinerlei Berührung mit dem Thema gehabt.

„Gerade diese Berührungsängste müssen wir abbauen und die Augen für neue Angebote öffnen“, sagt KSV-Vorstandsmitglied Joachim Lehmann, der zu bedenken gab, dass viele Vorstände zudem konservativ besetzt seien, die erst noch überzeugt werden müssten. Er möchte alle Beteiligten zu mehr Initiative bewegen. „In Ahrensburg liegen die Woldenhornschule, die Stormarner Werkstätten und der ATSV nah beieinander. Eigentlich müssten sie sich begegnen. Das passiert aber nicht“, so Lehmann.

Das aber soll sich mit dem Projekt und durch Sportlehrer Markus Kratz ändern. Der 26-Jährige, der einst in Mollhagen und Bad Oldesloe Badminton gespielt hat, steht bei der Sparkassen-Sozialstiftung auf der Gehaltsliste, wird aber quasi an den KSV als „mobiler Sportlehrer“ ausgeliehen. Er wird der Praktiker vor Ort sein, der mit Christian Schirrmacher aus Hoisdorf als Assistenten den Vereinen beim Aufbau neuer Angebote helfen wird. „Ich freue mich auf ein spannendes Projekt“, so Kratz, der für diese Aufgabe die besten Voraussetzungen mitbringt. Seinen Zivildienst hat er in der Woldenhornschule in Ahrensburg abgeleistet. Er kennt die Stormarner Werkstätten und hat zudem bei Professor Manfred Wegner, Sportwissenschaftler an der Universität Kiel, studiert.

Mit den Themen Behinderungen und Sport beschäftigt sich der Wissenschaftler seit 20 Jahren. Er begrüßt das Projekt des KSV als Novum, da Inklusion nicht über Behindertengruppen, sondern über Multiplikatoren der Sportvereine umgesetzt werde. Dennoch gab Markus Kratz zu bedenken: „Wir dürfen uns nicht überfordern. Menschen mit Behinderungen brauchen Schonräume.“

Für Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, ist das Inklusions-Projekt das größte, das die Stiftungen je unterstützt haben. Neben den 120000 Euro aus seinem Haus wird das Projekt auch von der Aktion Mensch gefördert. 5000 Euro kommen zudem vom Landessportverband. Beginn ist bereits zum 1. März, die praktische Arbeit soll nach den Sommerferien umgesetzt werden.

Petra Dreu

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