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Stormarn Insolvenzplan soll die St.-Jürgen-Stiftung retten
Lokales Stormarn Insolvenzplan soll die St.-Jürgen-Stiftung retten
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20:18 24.08.2016

Gibt es noch Hoffnung für die Stiftung St.-Jürgen- Hospital? Seit dem vergangenen Freitag befindet sich die Stiftung in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.

Käufer gesucht: Auch der Bereich mit dem Betreuten Wohnen soll veräußert werden. Quelle: mt

„Wir versuchen auf jeden Fall, die Stiftung aufrecht zu erhalten“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Tjark Thies von der Hamburger Kanzlei Reimer Rechtsanwälte. Zur Sanierung soll ein Insolvenzplan erarbeitet werden – das ist ein Teilzahlungsvergleich mit den Gläubigern.

„Das macht man immer dann, wenn man die Schuldnerin erhalten möchte. Das hat man beim VfB Lübeck so gemacht, bei Karstadt oder auch beim Suhrkamp Verlag“, so Thies. Wesentliche Zielsetzung des Insolvenzplanes sei in diesem Fall der Erhalt der Tradition und des Stiftungszweckes, nämlich älteren und hilfsbedürftigen Menschen in Bad Oldesloe Unterstützung zu gewähren. „Die Besonderheit eines Insolvenzplanes ist, dass – ganz vereinfacht gesagt – nur 50 Prozent der Gläubiger dem vorgeschlagenen Vergleich zustimmen müssen, um das Insolvenzverfahren aufzuheben“, informiert der Jurist.

Gelingt der Insolvenzplan, wäre die Stiftung St.-Jürgen-Hospital saniert und schuldenfrei.

Aktuell belaufen sich die Schulden von St. Jürgen auf rund 2,5 bis drei Millionen Euro, wie Stiftungsvorstand Horst Möller (CDU) mitteilt. Zu den Gläubigern zählen die Bank, die den Neubau finanziert hat, die Versorgungsanstalt für Bund und Länder (VBL) und die 34 Angestellten des Pflegeheims, die im Juni zuletzt ihr Gehalt bekommen haben. Einige von ihnen hätten eine Kündigungsfrist, die bis in das Jahr 2017 reiche. „Von 17 oder 18 Mitarbeitern wissen wir aber schon, dass sie inzwischen woanders arbeiten“, so Möller.

Für das Pflegeheim gebe es schon mehrere Kaufinteressenten, weiß der Stiftungsvorstand. „Jetzt müssen wir sehen, ob es reicht, wenn wir das Gebäude am Kirchberg verkaufen“, sagt Horst Möller. Die Stiftung St.-Jürgen-Hospital verfügt noch über weitere Grundstücke, die verpachtet sind – darunter Schrebergärten und landwirtschaftliche Nutzflächen.

Sollten die Gläubiger einem Insolvenzplan zustimmen, kann die 700 Jahre alte Einrichtung wieder neu starten. „Es war nicht möglich, das Pflegeheim gewinnbringend zu betreiben. Aber wenn man die Stiftung retten kann, werden jedes Jahr Erträge aus Pachtgrundstücken reinkommen. Die sollen auch weiterhin dem Stiftungszweck zugeführt werden“, sagt Möller. Man müsse nicht zwangsläufig ein Alten- und Pflegeheim finanzieren. „Die Stiftung kann auch direkt helfen – etwa Menschen, die keine Unterstützung vom Sozialamt erhalten, aber betreutes Wohnen nicht selbst zahlen können.“

bma

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