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Iranerin arbeitet als Küchenhelferin

Bargteheide Iranerin arbeitet als Küchenhelferin

„Die Arbeit gefällt mir gut. Ich bereite gern Salate oder das Dessert zu und helfe beim Backen“ — Sariye Esheghdoost ist seit fast zwei Monaten als Küchenhilfe für die Pflegeeinrichtungen Steinbuck in Bargteheide tätig. Die 41-Jährige flüchtete aus dem Iran und bekam den Arbeitsplatz, weil sich kein anderer Bewerber dafür interessiert hatte.

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Sariye Esheghdoost (r.) füllt Paprikaschoten mit Fleisch in der Küche der Pflegeeinrichtungen Steinbuck in Bargteheide. Küchenchefin Melanie Richard ist mit der Arbeit ihrer neuen Kollegin sehr zufrieden.

Quelle: Fotos: Michael Thormählen

Bargteheide.  Für Christiane Kiesel, Integrationsbeauftragte der Pflegeeinrichtungen, ist diese Situation nicht neu: „Wir finden kaum Mitarbeiter — außer, wenn wir Interessenten mit Migrationshintergrund einstellen.“ Auch der Job als Küchenhilfe sei lange Zeit ohne Erfolg ausgeschrieben worden. „Wir hatten keine Bewerbungen und konnten deshalb niemanden beschäftigen.“

LN-Bild

„Wir finden kaum Mitarbeiter — außer, wenn wir Interessenten mit Migrationshintergrund einstellen.“ Christiane Kiesel, Steinbuck

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Sariye Esheghdoost, die seit 14 Monaten in Bargteheide lebt, hatte sich spontan auf die Ausschreibung in der Stellenbörse beworben, und dies mit Hilfe ihrer Sprachpatin Ingrid Finke: „Als ich davon gelesen habe, habe ich Sariye gleich gesagt: Bewirb dich doch einfach mal.“

Und dann ging alles ziemlich schnell, denn auch die Arbeitsagentur gab ihre Zustimmung, weil sich ja ohnehin kein anderer Bewerber um den Arbeitsplatz bemüht hatte, wie Christiane Kiesel erläutert.

Auch die Vorlage eines notwendigen Gesundheitsattests bedeutet keine Hürde mehr. Erfreulicherweise hatte die Iranerin bereits in ihrer Heimatstadt Teheran Kontakt zu Lebensmitteln als ausgebildetet Konditorin. Aus diesem Grund, so stellte Küchenchefin Melanie Richard rasch fest, habe die neue Kollegin gut in das Team gepasst. Und auch die Bezahlung von neun Euro pro Stunde liegt sogar über dem Mindestlohn von 8,50 Euro, weil Sariye Esheghdoost als Mitarbeiterin, die über Branchenkenntnisse verfügt, finanziell höher eingestuft werden kann.

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Wurde auf die Offerte aufmerksam: Sprachpatin Ingrid Finke.

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Die Verständigung während der 30-stündigen Arbeitswoche war bisher das größte Problem, auch wenn die neue Kollegin bereits zwei Deutschkurse absolviert hat — weitere sollen noch folgen. Sie sprach bisher nur ihre Muttersprache Farsi. „Sariye ist stets freundlich und bemüht, sie erledigt ihre Aufgaben sehr gut“, stellt Küchenleiterin Melanie Richard ein erstes Zwischenzeugnis aus. Die 41-Jährige habe auch die Speisepläne mit nach Hause genommen, um sich mit der deutschen Küche besser vertraut zu machen. Die Küchenhelferin wird dabei nicht durch ihren Glauben eingeschränkt. Sie ist Christin und kennt deshalb auch den Umgang mit Schweinefleisch.

Die Erfahrungen an dem neuen Arbeitsplatz sind dagegen noch etwas gewöhnungsbedürftig. In Teheran, so erzählt Sariye Esheghdoost, sei es im Job doch eher „etwa ruhiger“ zugegangen. In Deutschland müsse dagegen schneller gearbeitet werden. Bisher hat die 41-Jährige damit keine größeren Probleme — sie rührt schmackhafte Saucen ebenso gern an oder füllt Paprikaschoten mit herzhaftem Fleisch.

„Nur beim Kuchen muss ich mich etwas umstellen, denn im Iran ist das Gebäck nicht so süß“, sagt die gelernte Konditorin.

Da ist es auch kein Wunder, dass sie gern ein Eiscafé in Bargteheide besucht, um mit der Leckerei vielleicht ihr Heimweh ein wenig zu bekämpfen: „Ich sehne mich schon nach meiner Familie.“ Ihre Eltern und auch eine Schwester leben in Teheran. „Und die dürfen mich nicht besuchen“, sagt Sariye Esheghdoost, deren Asylantrag noch läuft. Für sie selbst ist eine Rückkehr in den Iran ausgeschlossen: „Ich möchte auf jeden Fall in Deutschland bleiben.“

Ob für die 41-Jährige die Tätigkeit als Küchenhelferin nur der Einstieg in das Berufsleben bedeutet, muss sich nach den Worten der Integrationsbeauftragten Christiane Kiesel noch zeigen. Die im Iran erreichte Qualifikation werde in Deutschland nicht anerkannt: „Wichtig ist auch, dass ein Flüchtling für den Beruf ein hohes Sprachniveau erreicht.“

Für eine noch bessere Integration kann auch die Weihnachtsfeier sorgen, die für die rund 160 Steinbuck-Mitarbeiter stets im April ausgerichtet wird. Vielleicht kann die neue Kollegin dann auch einen Tipp bekommen, damit sich für sie ein weiterer Wunsch erfüllt. „Ich möchte gern eine andere Wohnung finden“, sagt Sariye Esheghdoost.

Ausbildungsplätze für junge Philippinen geplant

Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sind in den Pflegeeinrichtungen Steinbuck in Bargteheide keine Seltenheit: „Wir beschäftigen die Kollegen sowohl im Pflegebereich wie auch in den anderen Abteilungen“, sagt Christiane Kiesel, die für die Integration der ausländischen Mitarbeiter zuständig ist.

Angeboten würden unter anderem Sprachkurse, um den Interessenten die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln. Und diese erheblichen Anstrengungen sind auch erforderlich, um dem Personalmangel wirkungsvoll zu begegnen. „Wir mussten schon Einrichtungen schließen, weil uns die Mitarbeiter fehlten“, so Christiane Kiesel. Als aktuelles Vorhaben gilt die geplante Beschäftigung von jungen Philippinen, für die Ausbildungsplätze bereitgestellt werden sollen. mt

Von Michael Thormählen

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