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Stormarn Ist das Baugebiet Am Tegel vom Tisch?
Lokales Stormarn Ist das Baugebiet Am Tegel vom Tisch?
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20:22 16.10.2015
„Wir müssen diskutieren, wie Bebauung in Zukunft aussehen soll.“ Wilfried Janson, Grüne
Bad Oldesloe

. „Ich weiß gar nicht, warum die Anwohner die Sektkorken knallen lassen. Das Bauvorhaben Am Tegel wird auf jeden Fall noch mal auf den Tisch kommen“, sagt Maria Herrmann (SPD). Die Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses in Bad Oldesloe schätzt, dass das Projekt in zwei Jahren erneut verhandelt werden muss. „Dazu ist der Wohnungsdruck einfach zu hoch.“

Hintergrund: Auf den Feldern und Wiesen hinter den Straßen Tegelkamp und Am Tegel plant die Sparkassen-Immobiliengesellschaft Holstein ein Wohngebiet mit Einzel-, Reihen- und Doppelhäusern. Laut Bebauungsplan Nr. 113 sollen auf einer Fläche von rund 3,9 Hektar im Osten von Bad Oldesloe rund 50 Wohneinheiten entstehen. Dagegen liefen die Anlieger Sturm und gründeten die Tegel-Initiative, mit der sie 237 Unterschriften gegen das Projekt sammelten. Ihre Argumente waren bereits auf einer Einwohnerversammlung im April zusammengetragen und dokumentiert worden.

Am Donnerstagabend wurde auf der Stadtverordnetenversammlung die Abwägung der Vorschläge und Anregungen aus der Einwohnerversammlung im April beschlossen — mit 15 Ja-Stimmen, fünf Gegen-Stimmen und vier Enthaltungen. Die Anwohner fanden also Gehör, wenngleich sie die Situation in den Straßen Up den Pahl, Am Tegel und Tegeleck schon jetzt als „grenzwertig“ empfinden. Der Verkehr durch Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge habe stark zugenommen. Und diese Situation werde sich durch eine Bebauung noch verschärfen. „Die störenden Empfindungen der Anwohner werden zur Kenntnis genommen. In den Verkehrszählungen wurde jedoch festgehalten, dass das Verkehrsaufkommen auf den Straßen des Wohngebietes relativ gering ist“, stellte die Stadtverwaltung fest.

„Wir haben es hier mit einer hochemotionalen Geschichte zu tun, die Anwohner sind aufgepeitscht, und das ist ein großes Problem. Deren Sorgen, Ängste und Wahrnehmungen werden jetzt beamtenmäßig beantwortet — das knallt natürlich“, weiß Herrmann.

Auch andere Politiker sind von einer Bebauung des Gebietes nicht überzeugt. Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson möchte die Umweltverträglichkeitsaspekte des Bauprojektes beantwortet wissen. „Wir müssen grundsätzlich diskutieren, wie Bebauung in Bad Oldesloe in Zukunft aussehen soll“, fordert Janson. Dabei solle die Regel gelten: Innenverdichtung vor Außenentwicklung. „Die Entwicklung außen ist an die Grenzen gekommen. Wir haben Flusslandschaften und Grüngürtel — und die haben eine große Bedeutung für die Naherholung“, so Janson. Er forderte ein städtebauliches Gutachten. Zudem kam die Frage auf, inwieweit Sozialwohnungen im dem geplanten Baugebiet berücksichtigt würden.

Wie es nun mit dem Tegel-Gebiet weitergeht, ist noch völlig unklar. „Die Politik muss ein städtebauliches Gesamtkonzept erstellen“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos). Auch Uwe Rädisch (CDU) plädiert dafür: „Wir müssen den Bürgern Antwort geben, wenn wir einen B-Plan aufstellen wollen.“

Britta Matzen

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