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Stormarn Jeden Tag öffnet sich in Grabau ein neues Türchen
Lokales Stormarn Jeden Tag öffnet sich in Grabau ein neues Türchen
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20:03 19.12.2015
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Grabau

Wo sich das nächste Adventskalendertürchen öffnen soll, ist unschwer zu erkennen. Schon von weitem leuchten die Weihnachtssterne und Lichtgirlanden. Flackernde Kerzen in weißen Papiertüten säumen den Weg zum Haus der Regenthals. Die Familie hat sich bestens präpariert für den gemütlichen Umtrunk, den die Grabauer einander wechselseitig allabendlich in der Vorweihnachtszeit bescheren.

„Unser ganzes Haus ist schon seit dem 1. Advent komplett dekoriert“, erzählt Matthias Regenthal und streicht die Tischdecke mit den roten Elchen und Tannenzweigen glatt. An einer Leine im Esszimmer hängen 48 bunte Säckchen, prall gefüllt mit Süßigkeiten — für Tochter und Sohn gerecht aufgeteilt. Engel auf Schlitten in feinster Laubsägearbeit baumeln vor dem Fenster. Jede Menge Glöckchen, Gestecke und Kerzen zieren Schränke und Kommoden. „Sogar die Gardinenhalter sind auf weihnachtlich getrimmt“, sagt der Hausherr lachend.

Zur Feier des Tages hat Matthias Regenthal sein feuerrotes Kostüm angelegt, den winzigen tütenförmigen Weihnachtshut auf den Kopf geschnallt. Bald sollen die ersten Gäste eintreffen. Auf diesen Moment freut sich der gebürtige Nütschauer jedes Jahr. „Nicht nur meine Frau, auch ich finde Weihnachten toll. Das schönste Fest, das ich erlebt habe, war 1978, als wir bei der Tante in Blumendorf völlig eingeschneit waren und von dem leben mussten, was die Vorratskammer hergab“, schwärmt Regenthal. Der Vater habe damals einen Tunnel vom Haus zu den Kaninchenställen graben müssen, um die Tiere zu füttern.

Und dieses Ereignis war auch Stichwortgeber für die kleine Geschichte, die er seinen Nachbarn und Freunden jetzt vorlesen wird. Um alle bei lauschigen Plusgraden aufs Thema einzuschwören, flimmern Bilder vom strengen Winter der End-Siebziger über den Bildschirm eines Fernsehgeräts: von der schneebeckten A 1 und Räumfahrzeugen, die den weißen Massen kaum Herr werden.

Regenthal erzählt vom Besuch seiner Familie an Heiligabend bei Verwandten in der Stadt. „Mein neunmalkluger Cousin bekam einen Computer C64 und einen Taschenrechner Ti 30, ich einen dicken Sack voller Äpfel, Süßigkeiten und Brettspiele.“ Noch feixte der Cousin ob seiner kostbaren Errungenschaften. Das sollte sich bald ändern. „Mit einem Mal setzten Sturm und heftiges Schneetreiben ein. Der Strom fiel aus. Plötzlich waren alle froh über die leckeren Sachen, die ich geschenkt bekommen hatte“, fährt Regenthal fort. Auch seine altmodischen Brettspiele standen für die nächsten Tage hoch im Kurs. Denn der Computer gab ja keinen Mucks von sich.

Kaum hat der Hausherr geendet, setzt Applaus ein. Im Carport der Regenthals erheben alle ihre Tassen und prosten sich mit dampfendem Glühwein zu. Morgen treffen sie sich vor einer anderen Haustür.

Dorothea von Dahlen

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