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Stormarn Jeder kann das Sportabzeichen machen
Lokales Stormarn Jeder kann das Sportabzeichen machen
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20:10 19.06.2018
Gemeinsame Erwärmung vor dem eigentlichen Training gehört dazu. Auch beim Sportabzeichentag am Sonnabend wird dies angeboten. Quelle: Fotos: Freundt
Ahrensburg

Der Ahrensburger TSV führt diese Aktion in Gemeinschaftsarbeit mit dem Reha- und Behindertensportverein Schleswig-Holstein, den Stormarner Werkstätten Ahrensburg und dem Kreissportverband Stormarn (KSV) bereits zum dritten Mal durch. „2016 hatten wir nur dreißig Teilnehmer, letztes Jahr dann schon über siebzig“, berichtet Gerd Wollesen, der nicht nur stellvertretender ATSV-Vorsitzender ist, sondern auch Inklusionsbeauftragter des Vorstandes.

Zum dritten Mal findet am nächsten Sonnabend von 12 bis 17 Uhr der Sportabzeichentag für alle auf dem Sportplatz an der Reesenbüttel-Schule, in Ahrensburg statt. Um die Anforderungen für das Deutsche Sportabzeichen (DSA) dort abzulegen, muss man kein Vereinsmitglied sein.

An den Aktionstagen der Vorjahre waren Menschen jeden Alters vertreten, junge wie alte, mit und ohne Handicap, Einzelsportler ebenso wie ganze Familien. „Das ist eben das Tolle, dass an diesem Tag wirklich jeder sein Sportabzeichen absolvieren kann, sofern er mindestens sechs Jahre alt ist“, erklärt Markus Kratz. Der mobile Sportlehrer des KSV war mit an der Entstehung dieser beispielhaften Aktion beteiligt.

„Als ich 2016 im Rahmen meines Projektes ,Sport für alle – Stormarner Vereine leben inklusiven Sport‘ beim ATSV angefragt habe, inklusive Sportangebote einzurichten, waren diese sofort Feuer und Flamme“, berichtet Kratz. So entstanden unter anderem die Angebote „Sport am Schloss für Kinder und Jugendliche der Woldenhorn-Schule, der Lebenshilfe Nord und des Awo-Horts Am Schloss“, die Gruppe „Movement – Tanz und Bewegung für alle“, sowie die inklusive Leichtathletikgruppe in Zusammenarbeit mit den Stormarner Werkstätten.

Einmal die Woche (jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr) laufen, springen und werfen nun Leichtathleten mit und ohne Handicap gemeinsam, um sich auf die Anforderungen für das Sportabzeichen vorzubereiten.

Der große Tag ist dann am 30. Juni. Beginn ist um 12 Uhr mit einem gemeinsamen Erwärmungsprogramm; wer erst später dazu stößt, ist jedoch auch herzlich willkommen. Eine Anmeldung zu dieser kostenlosen Aktion ist unter www.meinatsv.de möglich, aber keine Verpflichtung. Insgesamt stehen rund zwölf Prüfer bereit, die speziell auf die Anforderungen für geistig und körperlich behinderte Menschen geschult sind; auch eine Ärztin ist vor Ort. „Es wäre aber dennoch schön, wenn die Menschen mit Handicap den Grad ihrer Behinderung wüssten, damit die Prüfer die richtigen Bewertungsrichtlinien ansetzen können“, heißt es von den Veranstaltern. Die Klassifizierungsklassen sind im Internet einsehbar.

Zehn Stationen werden in anderthalb Wochen am Reesenbütteler Sportplatz aufgebaut sein, so dass es sogar möglich ist, unter den unterschiedlichen Disziplinen der vier Kategorien des DSAs zu wählen.

„Wir werden die Laufstrecke über 50 Meter, eine Langlaufstrecke sowie Weit- und Standweitsprung, aber auch den Schlagballweitwurf und das Seilspringen im Angebot haben“, zählt Markus Kratz nur einige Stationen auf. „Mehr als 80 Prozent der Teilnehmer schaffen an dem Tag dann auch die Anforderungen“, erklärt Wollesen stolz. Das Abzeichen selbst gibt es dann zwar erst am Ende der Leichtathletik-Saison, doch bekommen alle Teilnehmer zunächst eine Urkunde.

Auch muss niemand verhungern oder verdursten: Für das Catering sind die Stormarner Werkstätten Ahrensburg verantwortlich. Sie bieten Essen und Trinken gegen eine Spende an.

Schon mehr als 25 Angebote

Aufgrund des Engagements von Markus Kratz wurde der Sportabzeichentag für alle ins Leben gerufen. Der mobile Sportlehrer des Kreissportverbandes (KSV) widmet sich seit zwei Jahren dem Aufbau und der Durchführung von Sport- und Bewegungsangeboten, in denen Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam Sport treiben können – und hat dabei inzwischen mehr als 25 Angebote in 13 Vereinen ins Leben gerufen. In vielen ist er noch als Trainer und Betreuer vor Ort, aus einigen hat er sich – ganz im Sinne des KSV-Projektes – schon rausgezogen.

Die Arbeit von Markus Kratz wird noch bis Frühjahr 2019 von den Stiftungen der Sparkasse Holstein finanziert. „Und für die Anschlussfinanzierung stehen wir mit den Vertretern des Kreis und weiteren Förderern in Gesprächen und haben bereits positive Signale erhalten“, sagt KSV-Geschäftsführerin Verena Lemm. SF

Sandra Freundt

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