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Jeder sechste Schüler probiert Cannabis

Bad Oldesloe Jeder sechste Schüler probiert Cannabis

Der Drogenkonsum in Stormarn hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert, die Zahlen bleiben auf annähernd gleichem Niveau. Bei den konsumierten Stoffen steht bei den Rauschgiften wie auch im Bundesgebiet Cannabis mit großem Abstand an der Spitze.

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Ein Joint, eine Cannabis-Blüte und ein -Blatt.

Quelle: Fotolia

Bad Oldesloe.  Dabei ist der Drogenkonsum stärker ausgeprägt, je näher ein Ort an Hamburg liegt. Das sind die Erkenntnisse, die die Kriminalpolizei in Bad Oldesloe und die Therapiehilfe Stormarn aus ihrer Arbeit gewonnen haben.

 

LN-Bild

Jörg Rönnau arbeitet bei der Therapiehilfe Stormarn in der Sucht- und Drogenberatung.

Quelle: privat/hrf

„Offene Drogenszenen sind im Kreis Stormarn nicht vorhanden“, stellt Hans-Jürgen Köhnke von der Kriminalinspektion Bad Oldesloe fest. Gleichwohl gibt es in Stormarn Rauschgiftkriminalität. Die hat laut Köhnke in 2015 auch zwei Todesopfer durch fahrlässigen Umgang mit Rauschgift gefordert. Der Kriminalpolizei sind für das vergangene Jahr insgesamt 457 Fälle von Rauschgiftkriminalität im Kreis bekannt, darüber hinaus ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen, weil nicht jeder Fall zur Anzeige kommt. 5,2 Prozent der im Jahre 2015 ermittelten Tatverdächtigen aller Straftaten sind der Polizei laut Köhnke als Konsumenten harter Drogen bekannt.

„Von den 457 Rauschgiftdelikten in 2015 waren 418 allgemeine Verstöße, das entspricht 91,5 Prozent“, so Köhnke. Hierbei handele es sich um den Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln. Die übrigen Delikte umfassen unerlaubtes Handeln mit Rauschgiften, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Abgabe von Betäubungsmitteln an Minderjährige sowie Abgabe und Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Unerlaubter Anbau von Betäubungsmitteln wurde 2015 einmal registriert. „Die Aufklärungsquote liegt bei 90,6 Prozent“, so Köhnke.

Ganz oben auf der Liste der Rauschmittel steht Cannabis. „300 der 418 Verstöße beziehen sich auf Cannabis, mithin circa 72 Prozent“, erklärt Köhnke. Jörg Rönnau von der Therapiehilfe Stormarn, die die Sucht- und Drogenberatung im Kreis anbietet, bestätigt die Zahlen. „Cannabis wird laut einer Studie aus dem Jahr 2015 bei jungen Menschen bei weitem am meisten konsumiert“, sagt er. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) untersuche mit der „Drogenaffinitätsstudie“ regelmäßig das Rauchverhalten, den Alkoholkonsum und den Konsum illegaler Drogen der Zwölf- bis 25-jahrigen in Deutschland. „Etwa jeder zehnte Jugendliche (9,7 Prozent) und jeder dritte junge Erwachsene (34,5 Prozent) hat schon einmal Cannabis konsumiert“, heißt es da. Laut der Studie „Schulspiegel“ folgt dann die Shisha mit 31,6 Prozent. Die Erfahrung mit dem Konsum anderer Substanzen falle deutlich geringer aus.

„Man kann davon ausgehen, dass etwa ein Sechstel aller Schüler mit Cannabis Erfahrung hat“, schätzt Jörg Rönnau. Die Zahl steige, je näher man an Hamburg wohne. „In den Hamburger Discotheken kommt man leichter an Cannabis, Ecstasy oder Amphetamine heran.“ Nach dem Suchtfaktor Alkohol (60 Prozent) folge bei der Therapiehilfe auf Platz zwei Cannabis mit 17 Prozent. „Ecstasy, Kokain, Amphetamine oder Schnüffelstoffe spielen nur eine untergeordnete Rolle. Auch bei Badesalzen und Kräutermischungen ist der Konsum noch relativ gering“, hat Rönnau beobachtet. „Crystal Meth spielt erst ab 18 Jahren eine Rolle und kommt in Stormarn fast nicht vor.“

Wer Cannabis für relativ harmlos hält, irrt. „In den 70er-Jahren hat man für das Rauschgift andere Pflanzen verwendet als heute“, erklärt Rönnau. „Mittlerweile werden Nachzüchtungen angebaut, die einen wesentlich höheren Wirkstoff haben.“ Das Problem bei Cannabis sei die schnelle psychische Abhängigkeit vom Rauschmittel, das außerdem als Einstiegsdroge gilt. Deshalb sieht Rönnau eine Legalisierung des Rauschmittels als problematisch an. „Bei Cannabis besteht ein erhebliches Risiko für Psychosen.“

Die Kriminalpolizei steuert bei Drogendelikten gegen: „Ziele polizeilicher Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität sind insbesondere das Erkennen von Rauschgifthändlern und damit zusammenhängender Strukturen“, so Köhnke. „Die Bekämpfung dieser Kriminalitätsform erfolgt im Kreis Stormarn bei der Kriminalinspektion Bad Oldesloe und den Kriminalpolizeistellen Ahrensburg und Reinbek. Das in Bad Oldesloe neu eingerichtete Sachgebiet 5 wird umfangreiche und komplexe Verfahren auch aus dem Bereich Betäubungsmittel-Kriminalität bearbeiten.“

Drogenkriminalität im Kreis Stormarn

Im Jahr 2011 gab es im Kreis 403 Drogendelikte. 2012 stieg die Zahl auf 546 an, sank ein Jahr später auf 523 Fälle und 2014 auf 517 Fälle ab. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 457 Fälle.

Von den 457 Fällen in 2015 entfallen 114 Delikte auf Bad Oldesloe, 54 auf Ahrensburg, 51 auf Bargteheide, 32 auf Reinbek, 27 auf Glinde und 23 Fälle auf Barsbüttel.

 Quelle: Kripo Bad Oldesloe

Die Erfüllung der Aufgabe der ambulanten Suchthilfe nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz des Landes Schleswig-Holstein wurde im Kreis Stormarn per Vertrag auf die Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit (Südkreis) mit Hauptsitz in Reinbek und den therapiehilfe e.V. (Mittel- und Nordkreis) mit Hauptsitz in Ahrensburg übertragen. Zu erreichen sind sie unter www.therapiehilfe.de und www.svs-stormarn.de im Internet.

Von Bettina Albrod

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