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Stormarn Jetzt sind die Stormarner Kinder dran
Lokales Stormarn Jetzt sind die Stormarner Kinder dran
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20:15 07.09.2016

Es muss immer noch sein: Auf die Rechte, die die Kinder in Deutschland genießen, muss stets aufmerksam gemacht werden. Deshalb lädt der Kreisverband des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn (DKSB) gemeinsam mit vielen anderen Organisatoren nunmehr zu den 16. Stormarner Kindertagen ein. „Jetzt sind die Kinder dran“, lautet das Motto der Kindertage, die am 12. September mit einer großen Auftaktveranstaltung in der Großen Straße in Ahrensburg beginnen. Bis zum 24. September dreht sich im Kreis alles um die Jungen und Mädchen, die hier leben.

Die Zeit ist gut gewählt, am 20. September ist Weltkindertag.

„Wir haben vor 16 Jahren die ersten Stormarner Kindertage ins Leben gerufen, als das Gesetz zur gewaltfreien Erziehung verabschiedet wurde“, erklärt der Geschäftsführer des DKSB, Ingo Loeding. Im Laufe der Jahre sei auch deutlich geworden, dass viele Rechte, die in der UN-Kinderrechten festgehalten worden sind, nicht bekannt seien. Deshalb gilt für Loeding: „Wir können überhaupt nicht zufrieden sein mit der Situation der Kinder in Deutschland.“ Jedes vierte Kind in der Vorschule sei auffällig, mehr als zwei Millionen Kinder seien von ADHS, Medienabhängigkeit oder Adipositas betroffen, immer noch seien Kinder und Jugendliche Opfer von Armut und Gewalt betroffen. „Die Sozialhilfemittel reichen nicht aus, die Armutsstudie besagt, dass mittlerweile auch Kinder betroffen sind, die in der unteren Mittelschicht aufwachsen.“ Und noch einen Skandal macht Loeding aus und spricht vom Versagen der Gesellschaft: 2017 werde Hartz-IV angepasst, aber „die Kinder zwischen null und sechs Jahren bekommen eine Nullrunde. Das ist ein Skandal, für sie müssen 2,94 Euro pro Tag für das Essen reichen“. So wird bei den diesjährigen Kindertagen mit der Fähnchensteckaktion vor dem Ahrensburger Schloss wieder auf die Armut der Kinder im Kreis Stormarn aufmerksam gemacht. Denn immer noch gilt: Jedes sechste Kind im Kreis ist von Armut betroffen. In einem Kreis, der finanziell stark dastehen würde. „Wir freuen uns, wenn es schuldenfreie Haushalte gibt“, so Loeding, aber auch in die Kinder müsse dringend investiert werden.

„Es hat durchaus Entwicklungen gegeben von denen ich denke, dass sie für Kinder gut sind“, unterstreicht der Leiter des Fachbereichs Jugend, Schule und Kultur beim Kreis Stormarn, Wilhelm Hegermann.

Der Träger der Jugendhilfe hätte Leistungen und Hilfen weiter entwickelt. So sei der Kreis beispielsweise führend im Bereich der Tagesbetreuung von Kindern.

Die Stormarner Kindertage sind nicht denkbar ohne die Unterstützung durch die Träger von Familienhilfe oder Betreuungseinrichtungen wie beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt. Auch der Kreisjugendring ist mit mehreren Veranstaltungen wieder mit im Boot. „Die Stormarner Kindertage leben davon, dass unheimlich viele Leute mitmachen“, so der Geschäftsführer des Kreisjugendringes, Uwe Sommer.

Das gilt auch in Ahrensburg, das diesmal im Mittelpunkt der Kindertage steht. „Das Thema Kinder ist ein besonderer Schwerpunkt in unsere Stadt“, erklärt Bürgermeister Michael Sarach. Unter anderem auch auf Grund des demografischen Wandels: Allein 30 Prozent der Einwohner Ahrensburgs seien über 60 Jahre als. Schon deswegen „müssen wir mehr für die Kinder in der Stadt tun, für die Zukunft der Stadt“. Und auch, um junge Familien in die Stadt zu locken. Dafür brauche es eine gute Kitabetreuung und günstigen Wohnraum.

Dem Schirmherren der Kindertage, Kreispräsident Hans Werner Harmuth, ist lange klar, „dass Kinder nicht immer die erste Priorität haben“. Verstehen kann er das nicht und findet es deshalb wichtig, weiterhin auf die Rechte der Kinder hinzuweisen.

K. Kuhlmann-Schultz

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