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Stormarn Jörg Lembke: Das war ein fairer Wahlkampf in Oldesloe
Lokales Stormarn Jörg Lembke: Das war ein fairer Wahlkampf in Oldesloe
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19:55 24.06.2016
"Man hat mich auch genötigt, in die Trave zu springen – das ist bei uns eine alte Tradition, wenn jemand Meister wird.“ Jörg Lembke, künftiger Bürgermeister

 Ein grandioses Ergebnis und auch ein großer Vertrauensbeweis der Oldesloer. „Das habe ich am Sonntag nach der Wahl auch ausgiebig mit Freunden und Familie gefeiert“, erzählt der 48-Jährige. Und zwar bei seiner Frau Antje im Travestadion, die dort Wirtin des Vereinsheims ist. „Man hat mich dann später auch genötigt, in die Trave zu springen – das ist bei uns eine alte Tradition, wenn jemand Meister wird.“ Kalt sei das Wasser aber nicht gewesen. „Nö. Im Gegenteil – eher angenehm warm“, sagt der künftige Rathauschef lachend.

Die Woche begann für Lembke aber trotzdem mit Arbeit. „Ich habe die Plakate abgenommen. Nach dem langen Wahlkampf haben die Bürger es verdient, mein Gesicht nicht mehr überall in den Straßen sehen zu müssen. Außerdem wollte ich, dass die Stadt wieder sauber ist.“ Dienstag ging es für Lembke gleich wieder nach Hamburg in sein Büro bei der Behörde für Inneres. „Urlaub habe ich ja jetzt lange genug gehabt“, so der Kriminalbeamte für Korruptionsprävention.

Der Erholungseffekt in Lembkes Urlaub dürfte allerdings gleich null gewesen sein. „Stimmt. Der Wahlkampf war ziemlich anstrengend. Das habe ich auch unterschätzt.“ Während CDU-Kandidat Jörg Feldmann und Maria Herrmann von der SPD durch Parteikollegen unterstützt wurden, musste Jörg Lembke seinen Wahlkampf als Einzelkandidat selbst organisieren. „Zum Glück hatte ich meine Familie, Freunde und Verwandte, die mir tatkräftig zur Seite gestanden haben. Auch moralisch, wenn ich in ein Loch fiel. Das hat mir sehr geholfen“, so der Familienvater.

„Auch in finanzieller Hinsicht ist es schöner, wenn man eine Partei hinter sich hat.“ Die Kosten seines Wahlkampfes musste Lembke als Einzelkandidat selbst tragen. „Und die waren erheblich. Auf eine fünfstellige Summe bin ich gekommen“, teilt der künftige Rathauschef mit. Aber er sehe es als Investition in jeder Hinsicht. Dennoch stellt sich die Frage, wieso jemand so viel Geld ausgibt, um Bürgermeister zu werden. Gefällt ihm seine Arbeit bei der Polizei nicht mehr? „Doch. Ich bin unheimlich gern Kriminalbeamter. Wenn ich nicht gewählt worden wäre, hätte ich auch gern weiter gemacht“, sagt der Havighorster.

Zu dem Schritt entschieden hätte er sich, als er davon hörte, dass Tassilo von Bary nicht wieder als Bürgermeister antrete. „Da haben wir mit Freunden überlegt, wer würde ein guter Bürgermeister von Oldesloe sein. ,Du sollst das machen‘, haben meine Freunde gemeint. Ich habe das im Kopf hin- und herbewegt und mich schließlich dazu entschlossen. Dabei bin ich weder blauäugig noch leichtfertig an die Sache rangegangen.“ Schön werde auf jeden Fall der kürzere Arbeitsweg sein. Seit 29 Jahren arbeite er mittlerweile in Hamburg und pendele immer. „Das sind zehn Stunden, die ich in der Woche spare“, hat Lembke ausgerechnet. Die Kollegen aus Hamburg werde er sicher vermissen. „Aber vielleicht kommt ja der eine oder andere mal in Bad Oldesloe vorbei.“ Zu seiner Bürgermeisterfeier im Stadion sei jedenfalls ein Kollege vorbeigeschneit, worüber Lemke sehr erfreut war. Was ihm am Wahlkampf besonders gut gefallen hat, war die Tatsache, dass er „sehr fair und freundschaftlich“ geführt wurde. „Bei Jörg Feldmann habe ich mich für den angenehmen Umgang bedankt. Wir haben am Sonntag auch noch ein Bier zusammen getrunken.“ Er habe Feldmann auch gefragt, ob er nicht die CDU in Oldesloe verstärken wolle. „Das würde der Partei gut tun.“ Aber Feldmann sei inzwischen wohl wieder beim Fraunhofer-Institut in Berlin.

Mit Maria Herrmann und Sebastian Schulz sei das Miteinander ebenfalls einwandfrei gewesen. „Nicht ganz so schön waren gewisse Dinge von Mitgliedern der CDU. Das hätte ich mir anders gewünscht.“

Am Montag, 4. Oktober, tritt Jörg Lembke seinen neuen Posten als Oldesloer Verwaltungschef an. Über seine ersten Amtshandlungen hat er sich bereits Gedanken gemacht. „Als erstes werde ich Frau Strohkirch guten Morgen sagen.“ Sie ist die Sekretärin des Bürgermeisters. „Dann werde ich sie fragen, ob sie mir einen Kaffee bringen kann – Kaffee ist mein Lebenselixier.“ Anschließend wolle er sich bei allen vorstellen. „Und ich werde die Namen lernen.“ Das dürfte nicht ganz einfach werden, schließlich sind 230 Leute für die Stadtverwaltung tätig.

„Gehört habe ich außerdem, dass Tassilo von Bary eine Woche Amtseinführung mit mir machen möchte. Das würde mich natürlich sehr freuen“, hofft der künftige Verwaltungschef.

 Britta Matzen

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