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Jogger in Badendorf von freilaufendem Hund angefallen

Badendorf Jogger in Badendorf von freilaufendem Hund angefallen

Ein Mischling wollte dem Badendorfer Markku Hongisto in der Feldmark an die Kehle gehen. Der Halter muss sich nun vor Gericht verantworten.

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Markku Hongisto wurde beim Joggen von einem Hund in den Arm gebissen.

Quelle: Uwe Krog

Badendorf. Als selbstständiger Exporteur muss Markku Hongisto hart arbeiten. Mit Radfahren, mit einer Art Skilanglauf auf Inline-Skates und mit Joggen hält sich der Familienvater fit für den Job. Doch jetzt machte der gebürtige Finne dabei eine äußerst schmerzhafte Erfahrung. Er wurde beim Laufen von einem Hund angefallen.

„Fünf Kilometer hatte ich schon geschafft, als dieser mittelgroße Mischling mir an die Kehle springen wollte“, berichtet er. Es war auf einem namenlosen Weg neben der Autobahn 20, zwischen Badendorf und Ratzbek. Mitten in der Feldmark traf er auf ein Ehepaar mit drei Hunden. „Zwei waren nicht angeleint. Der eine rannte los und sprang auf mich zu“, berichtet Markku Hongisto.

Instinktiv riss er den rechten Arm hoch, um sich vor einem Biss in die Kehle zu schützen. Die Fangzähne des Hundes bohrten sich tief ins Fleisch. Die Verletzungen unter der Haut seien schwerer als von außen erkennbar, wird es später sinngemäß im Krankenbericht der Unfallaufnahme am Universitätsklinikum Lübeck heißen. Der angegriffene Jogger wusste sich zu wehren. „Ich bin so böse geworden, dass der Hund dann flüchtete“, berichtet er. Aber auf die Rufe der Halter habe der überhaupt nicht reagiert. In seiner finnischen Heimat sei er mit einem eigenen Hund oft auf Jagd gegangen. „Nein, ich habe keine Angst vor Hunden.“

Eher setzten ihm jetzt die Halter zu. „Sie wollten nicht, dass ich die Polizei rufe. Sie verharmlosten den Angriff.“ Der Hund sei alt und blind. „So kam er mir nicht vor“, sagt Langläufer Hongisto.

Der Hundeangriff wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Damit will das Opfer ein deutliches Zeichen für andere Hundehalter im Dorf setzen. Jogger Hongisto ist nicht der einzige in Badendorf mit solch unangenehmen Erfahrungen. Ein Bekannter sei nur noch mit Reizgas unterwegs. „Und die alten Leute, Spaziergänger“, weiß der Vater zweier Kleinkinder zu berichten, „trauen sich kaum noch in die Wüstenei.“ Die Wüstenei ist ein weitläufiges Gelände auf der anderen Seite des Ortes , das er ebenso auf seinen Fitnesstouren durchquert. „Wunderschön zum Spazierengehen“, warb unlängst Bürgermeister Volker Brockmann für die Wüstenei. Was viele Lübecker ebenso wüssten. „Die gehen dort oft Gassi mit ihren Vierbeinern“, weiß der Bürgermeister.

Von Problemen mit freilaufenden Tieren sei ihm aber nichts zu Ohren gekommen. Nur vor einem Jahr habe es mal Ärger gegeben wegen eines Rottweilers, der Leute angegangen sei. Aber sonst seien freilaufende Hunde im Ort kein Thema. Grundsätzlich gelte, dass sie im Wald und freier Natur anzuleinen seien. Daran müsse sich jeder halten.

„Tun sie aber nicht“, sagt Markku Hongisto. Weder in Lübeck, wo er schon einmal beim Joggen angefallen worden sei, noch in Badendorf. Die Tiere seien allerdings gar nicht das Problem. „Das Problem sind die Halter.“ Und die haben laut Nordstormarns Ordnungsamtsleiter Ralf Menzel eine Anleinpflicht nur, wenn von dem Hund eine Gefahr ausgehen könnte. Und generell in parkähnlichen Gebieten und Grünanlagen, in Einkaufszentren, auf Friedhöfen und Sportplätzen.

Dem vierbeinigen Beißer droht nun je nach Einschätzung eines Gutachters „die Einstufung als gefährlicher Hund, wenn die Gefahr einer Wiederholung besteht“, weiß Ordnungsamtsleiter Menzel. Das kann einen Maulkorb und eine permanente Leinpflicht bedeuten. Die Halter müssen möglicherweise Bußgeld zahlen. Und Schmerzensgeld, wenn sich das Opfer mit seiner Zivilklage durchsetzt.

Leinenzwang

Hundebesitzer, die die Leinenpflicht an bestimmten Orten verletzen, sind konkret mit Datum und Uhrzeit anzuzeigen, damit das Ordnungsamt ein Verfahren einleiten kann. Eine generelle Überwachung bestimmter Bereiche im Amtsgebiet sei aus Kapazitätsgründen aber nicht möglich, heißt es vom Amt Nordstormarn. Eine Durchsetzung der Leinenpflicht gegenüber bestimmten Hundehaltern setzt voraus, dass diese namentlich genannt werden.

 Uwe Krog

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