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Junge Gärtner legen bunte Streuobstwiese an

Bad Oldesloe Junge Gärtner legen bunte Streuobstwiese an

Auf jede Menge rotwangiger Äpfel hoffen die Mädchen und Jungen der Oldesloer Stadtschule und des Waldkindergartens. Sie gingen beim Einpflanzen von Obstbäumen am Oldesloer Wasserwerk zur Hand. Wächst alles gut an, können sie vielleicht im kommenden Jahr schon ernten.

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Gut gießen – das ist die halbe Miete beim Anpflanzen junger Bäume. Die Mädchen und Jungen der Stadtschule sind jetzt Paten.

Quelle: Fotos: Dvd

Bad Oldesloe. Die Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG) hatte sämtliche Schulen der Kreisstadt eingeladen, beim Anlegen einer Streuobstwiese mitzuwirken. Ein positives Echo kam jedoch nur von den zweiten und dritten Klassen der Stadtschule und dem Kindergarten „Muckestutz“. Immerhin fanden sich aber 200 Jungen und Mädchen am Mittwochmorgen auf dem Gelände des Wasserwerks am Schwarzendamm ein, um sich gärtnerisch zu betätigen. Gruppenweise versenkten sie 16 gut gewachsene junge Kirsch-, Apfel und Pflaumenbäume in den Boden. Professionelle Hilfe bekamen sie von Helmut Grabert und seinen vier Kollegen vom gleichnamigen Gartenbaubetrieb.

LN-Bild

Auf jede Menge rotwangiger Äpfel hoffen die Mädchen und Jungen der Oldesloer Stadtschule und des Waldkindergartens. Sie gingen beim Einpflanzen von Obstbäumen am Oldesloer Wasserwerk zur Hand. Wächst alles gut an, können sie vielleicht im kommenden Jahr schon ernten.

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Die Gesichter rot vor Eifer schleppten auch Finn und die anderen Kinder aus seiner Gruppe eine Goldparmäne zum Pflanzloch. Um besser gerüstet zu sein, war der Neunjährige extra mit regen- und schmutzabweisender Kleidung ausgestattet. Rufe wie „Vorsicht, ihr schleift ihn über den Boden!“ oder „Noch mehr Erde hierhin!“ schollen über die Wiese. Nach und nach richteten sich, von Kinderhand gestützt, alle 16 Bäume in die Senkrechte auf. Abschließend vergruben die Lütten noch Blumenzwiebeln rund um den Stamm ihrer Schützlinge. Dass sie jetzt Paten für das Wohlergehen der Bäume verantwortlich sind, zeigen kleine Plaketten, auf der die Namen der jeweiligen Klasse stehen. „Ich kann jeden Tag nach ihnen gucken“, versprach Fenja. Die Achtjährige wohnt mit ihrer Familie direkt am Schwarzendamm.

„Hier hat früher einmal das alte Wasserwerk gestanden. Es hätte eigentlich saniert werden müssen. Wir haben uns aber für einen Neubau entschieden“, erläuterte Sabine Sager, bei den Vereinigten Stadtwerken zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Mit der Streuobstwiese habe die VSG nun ein nachhaltiges Projekt ins Leben rufen wollen, das den Schülern die Natur näher bringe. Geplant sei, an den Bäumen später auch kleine Vogelhäuschen anzubringen und einen Imker zu suchen, der seine Bienenkästen auf der Streuobstwiese aufstellt. So könne den Kindern der Kreislauf der Natur gut erklärt werden.

Die Klassenlehrerinnen von Finn und Fenja, Frauke Migenda und Mascha Strutz, hatten in diesem Zusammenhang schon gute Vorarbeit geleistet. „Wir haben im vergangenen Jahr das Thema Pflanzen schon im Unterricht gehabt und den Kindern erläutert, was Blumen brauchen, um wachsen zu können. Äpfel standen auch im Mittelpunkt unserer Projektwoche der ersten Klassen“, sagte Frauke Migenda. Das lasse sich im Zusammenhang mit der Streuobstwiese jetzt natürlich noch weiter ausbauen.

Nach getaner Arbeit winkte den Kindern ein Picknick im Heu. Die meisten von ihnen waren mit Lunchpaketen von der Schule ausgestattet. Dazu gab es naturtrüben Apfelsaft und – Wasser aus dem Wasserwerk. Wer mochte, konnte auch aus frischem Teig Stockkuchen über dem Lagerfeuer backen.

Sehr zur Freude von Christian Meusel, Fachbereichsleiter Gas- und Wasserversorgung bei der VSG, scharten sich auch einige Wissbegierige um ein Becken mit brauner Flüssigkeit. Ihnen konnte er erklären, dass sich darin Mangan und andere Schwebstoffe absetzen, damit das Wasser tatsächlich Trinkwasserqualität erhält.

Wertvoller Lebensraum

Streuobstwiesen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit – insbesondere solche mit alten Obstsorten. Nach Schätzungen des Naturschutzbundes gibt es bundesweit inzwischen rund 300 000 Hektar Streuobstbestände, davon mehr als 95 Prozent Streuobstwiesen. Sie bieten mehr als 5000 Tier- und Pflanzenarten sowie 3000 Obstsorten einen Lebensraum. In Gefahr waren die Streuobstwiesen in den 50er bis 90er Jahren durch teils öffentlich geförderte Rodungen und die Umwandlung des Anbaus in niederstämmigen Monokulturen.

Dorothea von Dahlen

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