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Stormarn Kalle ist der Scooter-King
Lokales Stormarn Kalle ist der Scooter-King
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20:18 21.09.2013
Auch synchron klappt‘s: Momo (l.) und Kalle beim Backflip (Looping) auf der Scooterbahn in Bad Oldesloe. Quelle: Fotos: Edith Preuß

Karl „Kalle“ Schröder (11) aus Bad Oldesloe beherrscht sämtliche Sprünge, die im Slang dieses Sports „Tricks“ heißen und ist auf dem besten Weg, ein Pro-Scooter-Fahrer zu werden.

Dabei war der heute Elfjährige vor zwei Jahren zunächst mit seinen Brüdern Paul (15) und Ole (13) auf dem BMX-Rad im Dirt-Park unterwegs. „Als Ole dann anfing, Scooter zu fahren, hab‘ ich das auch mal probiert und fand das viel besser“, erinnert sich Kalle an die Anfänge. Während sein Bruder bald zum Skateboard wechselte, tauchte Kalle immer mehr in die Scooter-Welt ein. Sein erster Roller, ein City-Roller für an die sechzig Euro, vertrug die Sprünge ebenso wenig wie sein zweiter Scooter, der schon mehr als 200 Euro teuer war. Übers Internet hat er schließlich die Teile einzeln bestellt und mit Hilfe von Freunden zusammengebaut. Der Lenker heißt „Bar“, die Räder heißen „Wheels“, das Brett, auf dem man steht, „Deck“. Griffe, Headset, Clamp und Fork vervollständigen den Scooter.

Kosten diesmal: 392,24 Euro. Günstig ist dieses Hobby also keinesfalls.

Aber Kalle spart sich das Geld stets zusammen und übt die Tricks dann täglich im Skateland in Bad Oldesloe, in der „I-Punkt“-Skaterhalle in Hamburg und sogar im heimischen Garten. Um den Looping, den „Backflip“ hinzubekommen, baute er sich aus Brettern, Trampolin und Matten zunächst eine „gefederte Sprungschanze. „Da tun die Stürze nicht so weh“, so Kalle, der den Backflip auf der Gartenanlage nach einer Woche beherrschte und ihn dann auf Beton ausprobierte.

„Ich kann da gar nicht hinsehen“, so Vater Thorsten Schröder. Wer Scooter fahren möchte, sollte relativ angstfrei sein. Kalle schrecken Stürze nicht ab. Zu Beginn seiner Scooter-Karriere stürzte der heutige Sechstklässler beim „Doublepagdrob“ so, dass er sich das Schienbein dreifach spiralförmig brach und fast vier Monte mit Gipsbein verbrachte. Kaum wieder genesen, probierte Kalle den Trick noch einmal und schaffte ihn schließlich. Vorsichtiger fährt er nach dem Unfall nicht, aber immerhin nicht mehr nur mit Helm und Knieschützern, sondern auch mit Schienbeinschonern.

An seinem ersten Contest vor einem halben Jahr nahm Kalle spontan teil: „In der I-Punkt“-Halle wurden mein Cousin Moritz „Momo“ (14) und ich angesprochen, dass in der nächsten halben Stunde ein Wettbewerb stattfindet und ob wir nicht mitmachen wollten“, weiß Kalle noch. Während Momo bei seiner Performance mit dem Fuß umknickte und mit Kapselriss ins Krankenhaus musste, zog Kalle sein Programm durch und gewann den Contest und damit einen kompletten Scooter-Bausatz.

Inzwischen sind Momo und Kalle oft gemeinsam unterwegs, überlegen sich richtig eine zweiminütige Performance und filmen diese auch. „Wir hoffen, dass wir dadurch einen Sponsor finden, der uns mit zu Contests nimmt“, hoffen die Jungs. Um „Pro“, also mehr oder weniger professionell und unterstützt zu werden, ist Kalle mit seinen elf Jahren noch recht jung, während Cousin Momo Esau mit vierzehn genau das richtige Alter hat. Kalle hat sein Ziel aber fest im Blick: „Ich möchte „Pro“ werden und mit dem Scooterfahren später mal richtig Geld verdienen !“

• Auf Youtube steht unter Kalle Schröder ein selbstgedrehtes Video mit Musikuntermalung.

Viele bauen selbst
Im Gegensatz zu den normalen „Kinder-Tretrollern“ sind Scooter oder Stuntscooter sehr viel massiver gebaut. Viele sind mit einem Gewicht bis zu 100 Kilogramm belastbar. Tricks, die mit Scootern gemacht werden können, sind etwa Sprünge, Rotationen und Grinds. Vor allem die Stuntskooter eignen sich zum Fahren in Rampen und zu Sprüngen. Je nach Trick ist mehr oder weniger Übung erforderlich. Ein Einstiegsmodell ist schon für 100 Euro zu bekommen, die besseren Scooter können bis zu 500 Euro kosten. Viele Fahrer kaufen sich auch die einzelnen Teile und bauen sich ihr Fahrgerät selbst zusammen. Scooter bzw. Einzel- und Ersatzteile bekommt man am besten in Sport- und Skateläden und übers Internet. EP

Edith Preuß

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