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Stormarn Kandidatin setzt auf mehr Bürgerbeteiligung
Lokales Stormarn Kandidatin setzt auf mehr Bürgerbeteiligung
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21:25 21.06.2016
Möchte die Wahl am kommenden Sonntag gewinnen: Birte Kruse-Gobrecht, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Stormarn. Quelle: B. Albrod

Birte Kruse-Gobrechts zwei Katzen leben in einem Häuschen im Grünen in Sichtweite des Hauses. „Ich bin gegen Katzen allergisch“, erklärt die 47-Jährige, die sich um das Bürgermeisteramt in Bargteheide bewirbt. „Aber meine Kinder wollten gerne Haustiere haben, da ist das ein guter Kompromiss.“ Das Abwägen von zwei Seiten ist ihr zur zweiten Natur geworden, seit sie ein Jura-Studium absolviert hat. Außerdem sei ihr Großvater streng CDU gewesen, ihr Vater streng SPD und die Mutter vom Gedankengut her Grün. „Das prägt“, so die Kandidatin, die parteiunabhängig antritt.

„Neun von zehn Rathäusern sind von Männern geleitet. Es geht immer noch um die Frage der Gerechtigkeit. Frauen gehen mit einem anderen Blick an Themen heran.“ Birte Kruse-Gobrecht

Entscheidung am Sonntag

Die Wähler in Bargteheide entscheiden am Sonntag, 26. Juni, über den neuen Bürgermeister. Birte Kruse-Gobrecht und Sven Noetzel bewerben sich. Den zweiten Kanditen stellen die LN morgen vor. Die Neuwahl wurde notwendig, weil der bisherige Bürgermeister Dr. Henning Görtz zum Landrat gewählt worden war.

Die 47-Jährige, die in Glinde aufgewachsen ist, hat in Hamburg und Bonn studiert. „Ich wollte mehr Gerechtigkeit in der Welt“, erklärt sie ihre Motivation, „eigentlich wollte ich zur Staatsanwaltschaft.“ Als dann während des Studiums ihre Tochter zur Welt kam, sah Birte Kruse-Gobrecht bei den Kommilitonen, die inzwischen weiter waren, dass der Beruf viel Frust mit sich brachte.

„Ich habe mich nach dem ersten Examen dann auf Management und Unternehmensführung konzentriert.“ Sie übernahm den ältesten Naturkostladen Deutschlands und half dabei, die Branche zu professionalisieren.

Mutter und Freunde unterstützten sie bei der Kinderbetreuung, da war der Schritt zur Gleichstellungsbeauftragten des Kreises nahe liegend: „Ich bin mit Irene Schumann ins Gespräch gekommen, die damals Gleichstellungsbeauftragte für Bargteheide war, und habe erstmals gehört, was alles dazu gehört.“ Sie bewarb sich und bekam vor sieben Jahren die Stelle. „Da hat man den Blick auf die Lebenswirklichkeit“, sagt sie. „Es kann nicht sein, dass Kinderbetreuung und Job nicht vereinbar sind."

Bei ihr sind es gleich zwei Jobs, denn die Kandidatin arbeitet zusätzlich selbstständig als Coach und Unternehmensberaterin. Ihre Kinder sind heute elf und 18 Jahre alt, besuchen die Schule in Bargteheide, und seit 2012 lebt Birte Kruse- Gobrecht mit ihrem Partner in Tremsbüttel. „Neun von zehn Rathäusern sind von Männern geleitet“, sagt sie, „es geht immer noch um die Frage der Gerechtigkeit. Frauen gehen mit einem anderen Blick an Themen heran.“ Die Politikverdrossenheit der Bürger will sie in den Griff bekommen und insgesamt auf mehr Bürgerbeteiligung setzen.

Zur Entspannung arbeitet Birte Kruse-Gobrecht gerne im Garten, joggt, radelt, schwimmt, walkt und kocht gerne, am liebsten gemeinsam mit Freunden. „Ich mag Geselligkeit. Auf den Teller kommen saisonale Produkte aus der Region und wenig Fleisch. Ich esse fast vegetarisch.“ Um den Klimaschutz umzusetzen, fährt sie ein Auto mit Erdgasantrieb. Früher hat sie auch Gitarre gespielt und getrommelt, aber dazu, so die Kandidatin, bleibe heute keine Zeit mehr. Hinter ihr liegen selbst genähte Kissen im Wintergarten, auch Vorhänge und Baldachin sind selbst gemacht – das ist der Stoff, bei dem sie abschalten kann. „Ich nähe gerne", sagt sie, „ich kann gut Gedanken in die Nähte nähen.“

Bei ihr überwiege der Blick auf das Positive: „Ich konzentriere mich auf die Stärken“, sagt sie. „Das Positive steht bei mir im Mittelpunkt.“ Ihr Slogan für die Wahl lautet: Eine von hier.

„Tremsbüttel ist ja fast Bargteheide“, erklärt sie, „da kann man so was sagen.“

 Bettina Albrod

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