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Karpfen aus Reinfeld: Das große Erbe der alten Mönche

Reinfeld Karpfen aus Reinfeld: Das große Erbe der alten Mönche

Die Familie Wenskus züchtet die berühmten Reinfelder Karpfen. Ein Hausbesuch.

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Annegret Wenskus (52) hält einen Fünf-Kilo-Lachs in den Händen. Er wird in der Küche veredelt.

Reinfeld. Die Geschichte könnte den Stoff für einen kleinen Roman liefern. Ein Installateur und eine Hauswirtschaftsleiterin leben seit 2007 ihren Traum. In Reinfeld, der Stadt, die für ihre Karpfen berühmt ist, betreiben Annegret (52) und Alfred Wenskus (64) die Teichwirtschaft. Mit Ausnahme einiger Aushilfen führen sie seit 2007 den Betrieb allein. Während er sich um die Besetzung und Abfischen der vier städtischen Teiche kümmert, steht sie im Schlachtraum, in der Küche oder im Ladengeschäft ihren Mann. Seit Jahrhunderten wird hier schon Fischzucht betrieben.

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Die Familie Wenskus züchtet die berühmten Reinfelder Karpfen. Ein Hausbesuch.

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Die Wenskus’ sind die einzigen Fischzüchter in Reinfeld. Inzwischen sind sie wahre Experten.

Im Winter ist das Kerngeschäft des familiären Fischhauses der Karpfen. Im Sommer sind es zugekaufte Forellen und geräucherte Forellen, und es wird der Hering zum Matjes, Brathering oder Rollmops veredelt. Mitte bis Ende August werden die ersten, sogenannten Hälterteiche abgefischt. Dann dreht sich alles um die Karpfen, die für den Monat September vorgesehen sind - die wichtigsten Zutaten für das Reinfelder Karpfenfest. Welche Mengen am Ende aus den Teichen auf die Tische kommen, darüber geben die Wenskus’ nur ungern Auskunft. „Das ist von vielen Faktoren, die wir nicht vorhersehen können, abhängig“, sagt Annegret Wenskus. Zwar sind die Fischzüchter rundum zufrieden, aber es gibt trotzdem einige Wermutstropfen. „Deutlich zugenommen haben die Predatoren, die sich an unserem Gabentisch beteiligen, wie der Adler, die Kormorane, der Fischreiher, und selbst Spuren heimischer Otter haben wir gefunden.“ Deshalb werden die Teiche auch nicht mehr im Winter besetzt. „Der Otter kennt keinen richtigen Winterschlaf“, weiß die Fachfrau, die sich davor schützen will, dass zu viele Karpfen verloren gehen. Zur Fischzucht bezieht Alfred Wenskus junge, einsömmerige Karpfen mit einem Gewicht von etwa 40 Gramm von einem zertifizierten Bioteichwirt aus Grambek bei Mölln.

Im Kreis Segeberg pflegen die Fischzüchter noch ihre Anzuchtteiche. Eine Menge Arbeit also. Kaum zu glauben, dass bei so wenig Personal alles klappt. „Zur Karpfensaison haben wir natürlich auch viele Helfer“, sagt Annegret Wenskus, die sich aber auch über die tatkräftige Unterstützung ihrer Kinder freuen kann. Ganzjährig werden auch Seefische angeboten, zum Beispiel Lachse. Und die werden in Reinfeld, der Karpfenstadt, auch veredelt, beispielsweise gebeizt oder geräuchert. Aber Annegret Wenskus räumt sogleich auch mit einem Klischee auf: „Der Reinfelder Karpfen wird nicht nur als Karpfen blau mit Salzkartoffeln und einer Sahne-Meerrettich-Soße gereicht. Wir veredeln ihn auch zum Beispiel als Karpfen in Aspik.“ Außerdem seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt, sagt die Chefin. Der Karpfen, der als eine der bekanntesten, deutschen Fischarten zählt, werde als Filet auch gerne in der Pfanne gebraten und geräuchert - oder zu Karpfenchips verarbeitet. Seit vier Jahren bieten die Wenskus' immer freitags ihren Mittagstisch an.

15 Freiluftplätze zählt die kleine Terrasse vor dem alten Fischhaus am Karpfenplatz. Und wenn es die Zeit für eine Plausch zulässt, dann erzählt Annegret Wenskus gern die Geschichte vom Fischzucht-Traum in Reinfeld. jac

Lange Tradition

Die Karpfenzucht hat in Reinfeld (Holstein) eine einzigartige Tradition. Denn bereits im Jahr 1186 wurde eine Ansiedlung von Zisterzienser-Mönchen erstmals urkundlich erwähnt, das sie „Reynevelde“ nannten – das spätere Reinfeld. Diese Mönche legten an dem Flüsschen Heilsau zahlreiche Teiche zur Karpfenzucht an. Früher soll es tatsächlich 32 Teiche in Reinfeld gegeben haben.

LN

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