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Kennerblick in den Kleiderschrank

Ahrensburg Kennerblick in den Kleiderschrank

In Ahrensburg gibt es jetzt zwei Herrenhäuser: Abgesehen von Schloss Ahrensburg, das baugeschichtlich eigentlich ein Herrenhaus ist, hat Kaufmann Sven Leya im Herbst 2016 mit seiner Frau Ewa in der Hagener Allee ein „Herrenhaus“ eröffnet. Er geht zur Anprobe auch zu den Kunden.

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Sven Leya weiß, wie Männer einkaufen, und richtet sich danach.

Quelle: Foto: B.albrod

Ahrensburg. In ihrem Geschäft bieten Leyas englische Mode für Herren an, aber vor allem auch viele Extras, um Einkaufen zu einem Erlebnis und so ein Gegenangebot zum Online-Handel zu machen. Dabei bringt Sven Leya Erfahrung aus 15 Jahren aus Einkauf und Vertrieb im Hamburger Traditionsunternehmen Ladage & Oelke mit.

LN-Bild

In Ahrensburg gibt es jetzt zwei Herrenhäuser: Abgesehen von Schloss Ahrensburg, das baugeschichtlich eigentlich ein Herrenhaus ist, hat Sven Leya im Herbst 2016 zusammen mit seiner Frau Ewa in der Hagener Allee ein „Herrenhaus“ eröffnet. Er geht zur Anprobe auch zu den Kunden.

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„Guter Rat ist nicht teuer“, fasst Leya seine Philosophie zusammen, denn er will nicht nur Mode verkaufen, sondern Männer auch dabei beraten, was ihnen steht, was ihnen noch fehlt und wie sie das Beste aus ihrem Erscheinungsbild machen können. „Männer kaufen anders ein als Frauen“, hat er die Erfahrung gemacht. „Sie wollen eine Hose, und wenn die passt, wollen sie die immer wieder haben, auch in anderen Farben.“ „Caveman“ hat das vorgemacht, und Leya richtet sich danach. Er notiert sich deshalb die Maße seiner Kunden, damit er immer gleich alles passend zur Hand hat.

„Ich wollte mir mit dem Geschäft einen Wunsch erfüllen“, begründet der 45-Jährige den Wechsel in die Selbstständigkeit. „Ich habe als Angestellter Vieles gesehen, was ich anders machen würde.“ Die Kreativität hat er in das eigene Geschäft gesteckt. Da spielt zum verkaufsoffenen Sonntag jemand Dudelsack vor dem Laden, es gab Gin und englische Teestunde, Blue Night, Musiknacht oder ein Oldtimertreffen als besondere Erlebnisse. Im Geschäft lockt eine Kaffeeecke zum Austausch, und hier hat Leya auch schon gehört, was sich Kunden wünschen, und sich danach gerichtet. Als wegen der Wärme die Herbstmode nicht lief, dachte er sich die Business-Wochen aus. „Ich biete Auszubildenden den ersten Anzug als Einstieg ins Erwachsenenleben an und gebe dazu eine Beratung, worauf es beim äußeren Erscheinungsbild ankommt.“ Nächstes Jahr will er auch bei Konfirmationen und Abschluss-Ball Anzüge für junge Männer zeigen.

Leya, der ein Jahr in England gelebt hat, schätzt die englische Mode, die hochwertig, klassisch und dabei zeitlos ist. „Im Durchschnitt trägt ein Mann einen Anzug acht Jahre“, sagt er, „da darf nichts zu ausgefallen sein, damit es nicht nach zwei Jahren unmodern wird.“ Pep bringt er mit Accessoires wie Fliege, Einstecktuch oder Hosenträger in den Tweed, und selbstverständlich gehört dazu, dass er den Herren beibringt, verschiedene Krawattenknoten zu binden. Eine Original-Schaufensterbüste aus den 30er-Jahren sieht dabei zu. „Die hat mir ein Nachbar geschenkt. Die Figur hat den zweiten Weltkrieg mit ein paar Kratzern überdauert, aber das macht sie nur umso spannender.“ Auch alte Kameras, die Leya privat sammelt, und ein Adler-Fahrrad aus den 30er-Jahren stehen im Geschäft und verströmen männliches Flair.

In Zukunft will Leya noch mehr auf personal shopping setzen. „Da komme ich auf Wunsch zu Kunden nach Hause, sichte den Kleiderschrank, was an Basics vorhanden ist, und gehe mit dem Kunden einkaufen, falls er unsicher ist, was ihm steht.“ Haarfarbe, Hauttyp, Figur – „man kann aus allem das Beste machen.“ Dazu bietet er Mode aus dem Baukasten, wo ein Sakko mit diversen Hosen oder Hosen mit Oberteilen immer wieder anders aussehen. Im Online-Handel sieht Leya keine Konkurrenz. „Ein Mann bestellt nicht 20 Hosen und schickt zurück, was nicht passt, der will gleich eine Hose, die passt. Ich lasse auch einige Sachen produzieren, die es online nicht gibt, ein Händler kann nur mit Eigenem existieren.“ Außerdem wollten Männer beim Einkaufen nicht vollgesabbelt werden. „Sie wollen einen Ausstatter haben, der weiß, was sie suchen, und es da hat.“ Mit seinen Angeboten geht er auch in Seniorenheime, wo die Kunden anprobieren können, was ihnen gefällt. „Ein bisschen ist man da auch Altenpfleger und hilft beim An- und Ausziehen“, so Leya. Sein Angebot sieht er in Ahrensburg als einzigartig an. „Ich fange da an, wo andere mit ihrem Angebot aufhören“, beschreibt er den gehobenen Stil seiner Mode, mit der er dennoch bezahlbar bleiben will. „Im Umland gibt es genug Kunden, die sich freuen, nicht immer nach Hamburg oder Lübeck fahren zu müssen.“ Dazu gibt es das Angebot, Hemden individuell nach Maß anfertigen zu lassen.

In gut einem Jahr haben Ewa und Sven Leya bereits eine Stammkundschaft aufgebaut, und Ewa Leya, die gemeinsam mit ihrem Mann ohne zusätzliche Mitarbeiter das Geschäft betreibt, will auch mal „Ladydays“ auf den 95 Quadratmetern Verkaufsraum anbieten. „Immer wieder fragen die Ehefrauen der Kunden, ob wir nicht auch was für Damen da haben. Ein bisschen können wir bei den ,Ladydays’ für sie anbieten.“

Jetzt schon bewerben: LN-Existenzgründerpreis 2018

Zum achten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus.

Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises im Frühjahr 2018 können Sie sich schon jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1.

Januar 2014 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben. 5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg,

3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee.

Bewerber fordern die

Unterlagen unter

existenzgruenderpreis@

LN-Luebeck.de an oder auf www.LN-existenzgruenderpreis.de

 Von Bettina Albrod

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