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Stormarn „Kieler Politik muss stärker aufs Hamburger Umland schauen“
Lokales Stormarn „Kieler Politik muss stärker aufs Hamburger Umland schauen“
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18:17 30.04.2016
Henning Görtz (49) an seinem neuen Schreibtisch im Stormarner Kreishaus: „Ankommen ist mein größtes Ziel.“ Quelle: O. Bartsch
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Bad Oldesloe

Herr Görtz, die ersten Tage im neuen Büro — wie war der Start für Sie?

„Alles war sehr herzlich und professionell — und ich freue mich auf den neuen Job.“

Hennig Görtz: Sehr spannend, viele Dinge sind neu für mich, viele glücklicherweise aber auch nicht, weil ich eine sehr gute Einarbeitung erfahren habe durch meinen Vorgänger Klaus Plöger. Darum war ich zu meinem Start gar nicht so nervös, wie ich befürchtet hatte. Ich bin sehr nett empfangen worden von Anja Redepenning, meiner Sekretärin und vielen Kolleginnen und Kollegen. Zuerst sind wir den — bereits gut gefüllten — Kalender durchgegangen und haben die nächsten 14 Tage abgesprochen. Insgesamt: Alles war sehr herzlich und professionell — und ich freue mich auf den neuen Job.

Was hat Ihre Familie Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Görtz: Alle guten Wünsche. Wir haben uns am Sonntag zum Kaffeetrinken getroffen. Das war ein schöner Start in das neue Amt. Am gleichen Tag hatte ich meinen ersten Termin: bei der Jugendfeuerwehr Bünningstedt. Es war mir sehr wichtig, bei der Feuerwehr ins neue Amt zu starten. Ich komme ja auch aus einer Feuerwehrfamilie — und seinen ersten Termin vergisst man nie!

Als Bargteheider Bürgermeister haben Sie sich einen Tag am Wochenende für Frau und Familie freigehalten — geht das hier auch?

Görtz: Ich hoffe, dass das klappt. Fünf Tage die Woche normal arbeiten und dann auch noch zwei Tage am Wochenende zu belegen, das ist auf Dauer nicht auszuhalten. Ich hoffe, Samstag oder Sonntag für die Familie freizuhalten.

Rathaus und Kreisverwaltung unterscheiden sich — wollen Sie hier noch einmal hospitieren?

Görtz: Nicht hospitieren, aber ich werde sehr viele Fragen stellen. Ich werde insbesondere Themen, die ich noch nicht so kenne, stärker hinterfragen müssen, als die Kollegen es in den vergangenen 18 Jahren gewohnt waren. Zuerst ist Zuhören und Kennenlernen angesagt.

Ihr Plan für die ersten 100 Tage?

Görtz: Ankommen ist mein größtes Ziel. Deutlich machen, dass ein Amtswechsel nicht zu Stillstand führen darf und die Arbeit in der Kreisverwaltung weitergeht. Klaus Plögers Arbeit war so erfolgreich, dass es das erste Ziel sein muss, die Arbeit im Kreis so erfolgreich weiterzuführen. Das nächste Ziel ist es, neue Themen anzupacken, damit wir die Erfolgsgeschichte des Kreises Stormarn fortsetzen können.

Wo wollen Sie Akzente setzten?

Görtz: Mit dem Schlagwort „Demografischer Wandel“ kann man sehr viele Problemfelder umreißen. Sei es Fachkräftemangel, das Finden von qualifiziertem Personal in der Kreisverwaltung oder die Frage, wie verändert sich das Leben und Wohnen. Das wird die Aufgabe in den nächsten Jahren für uns sein.

Wichtiges Thema: bezahlbarer Wohnraum. Kritik gibt es, dass es keine kommunale Wohnungsbaugesellschaft in Stormarn gibt.

Görtz: Fördermittel können auch von Privatinvestoren abgerufen werden. Aber wir denken ernsthaft darüber nach, wie sich Kreis und Kommunen im Wohnungsbau stärker engagieren können.

Auch das hängt mit der Demografie zusammen, und auch darum werde ich mich kümmern.

Nicht jeder weiß, welche Macht hat ein Landrat. . .

Görtz: . . . ein Landrat leitet die Verwaltung und er bereitet die Beschlüsse der Politik vor und hat diese auch umzusetzten. Drittens: Er repräsentiert den Kreis gemeinsam mit dem Kreispräsidenten nach außen.

Und wofür sind Sie nicht zuständig?

Görtz: Nicht zuständig bin ich, die politischen Entscheidungen selbst zu treffen. Das macht der Kreistag ganz bewusst, dafür ist er gewählt, und dabei möchte ich ihn unterstützen.

Sie selbst waren in der CDU-Landespolitik aktiv, mit Blick auf 2017 weiß man, die Wahl wird in den Städten und im Hamburger Rand entschieden. Was raten Sie Ihren Parteifreunden?

Görtz: Ich rate der gesamten Kieler Politik, stärker aufs Hamburger Umland zu gucken. Hier werden nicht nur Wahlen entschieden, es wird auch das Geld verdient. Wenn das Umland gut behandelt wird, geht es auch dem ganzen Land Schleswig-Holstein besser.

Sie sind beliebt und gut vernetzt — eigentlich der richtige Mann für ein Regierungsamt in Kiel.

Görtz: In Kiel war ich schon. Jetzt bin ich in Stormarn, und hier möchte ich bleiben.

Interview: Olaf Bartsch

Bargteheider Jung

Henning Görtz wurde 1966 geboren und wuchs in Bargteheide auf. Nach dem Abitur studierte er in Hamburg und wurde Diplom-Kaufmann. 1994 begann der Bayern München Fan die Arbeit an seiner Doktorarbeit mit dem Thema „Technologiepolitik in strukturschwachen Regionen — eine Studie am Beispiel des Landes Brandenburg“. Der Bargteheider war Geschäftsführer der CDU Stormarn sowie Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Landes-CDU. 2008 wurde er zum ersten Mal Bürgermeister von Bargteheide. Mit seiner Frau Anja ist er mehr als elf Jahre verheiratet.

Von kks

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