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Stormarn Kinder basteln ihren eigenen Spielplatz
Lokales Stormarn Kinder basteln ihren eigenen Spielplatz
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20:40 30.10.2013
Schnell noch mal Hand anlegen vor der Präsentation: Duncan (l.), Angelina (Mitte) und ihre Freunde sind ziemlich aufgeregt. Quelle: Edith Preuß

„Ich wünsche mir ein Baumhaus“, sagte Wiebke (6), ihr Bruder Thilo (5) hoffte auf eine Ritterburg, ließ sich jedoch auch vom Indianerzelt begeistern. Duncan (6) bevorzugte den Weidentunnel und baute auch voller Elan daran mit, Angelina indes hat die Kletterwand als Favoriten.

Vor knapp drei Wochen waren die Anwohner und die nahen Kindergärten wegen eines Beteiligungsprojektes angeschrieben worden. Es ging um den „Spielplatz am Moordamm. Rund 20 Kinder beteiligten sich jetzt an dem Modellbau für den zukünftigen Spielplatz. Kathrin Stehr von der Stadt Bad Oldesloe und Beteiligungsmoderatorin Inga Lehmann betreuten das zweitägige Projekt. Gemeinsam mit den Kindern schritten sie die 1300 Quadratmeter große Fläche ab, prüften Gegebenheiten und Möglichkeiten. „Dem Motzmonster konnten die Kinder zunächst sagen, was ihnen nicht gefällt. Da stand das dort noch liegende Baumaterial an erster Stelle“, erklärte Inga Lehmann.

Dann wurde gemeinsam zusammengestellt, was an Spielgeräten eigentlich gewünscht wird. Die Kletterwand und das Baumhaus machten bei den großen Geräten das Rennen, Weidentunnel und Wasserrinnen hatten bei den Kleingeräten die Nase vorn. „Die Kinder wollten das bestehende Trafohaus nicht abreißen, sondern es mit einbeziehen, um die Kletterwand anbringen und um möglichst viel Natur mit in den Spielplatz einzubringen“, freute sich Lehmann über die Ideen der Fünf- bis Zehnjährigen.

Am zweiten Tag wurde aus den Ideen ein Modell gefertigt und Eltern sowie Stadtverordneten vorgestellt. „Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich der sechsjährige Duncan, der eifrig am Weidentunnel mitgebaut hatte. Thilos Ritterburg hatte zwar keinen Platz auf der Bestenliste erhalten, doch brachte sich der Fünfjährige auch begeistert beim Zeltbau mit ein. „Das war wirklich eine tolle Idee von der Stadt“, freute sich seine Muter Frauke Steffek. Vor einigen Jahren war sie mit ihren Kindern häufig auf dem Spielplatz am Moordamm. Doch mit dem Bau des Kindergartens auf dem angrenzenden Gelände im Jahre 2010 fiel nicht nur flächenmäßig ein Teil des Spielplatzes weg, es wurden auch die noch damals noch vorhandenen Spielgeräte entfernt.

An der Präsentation nahm auch Diplom-Ingenieurin Meike Marxen vom Planungsbüro Architektur und Stadtplanung „Mut zur Wildnis“ teil. Sie erstellt nun aus dem Modell der Kinder einen ersten Entwurf, den sie im November bereits der Stadt und auch den jetzt beteiligten Kindern vorstellen will.

Stimmt alles soweit — auch mit den Baukosten, die 50 000 Euro nicht überschreiten dürfen — soll im Frühjahr 2014 schon der erste Spatenstich am Moordamm gesetzt werden, zum Sommer der Platz dann schon bespielbar sein. „Darauf freuen wir uns“, waren sich die Kinder einig.

Es gibt eine Patenschaft
Die Stadt zählt aktuell 42 kommunale Bolz- und Spielplätze, eine Skateanlage und einen Dirtpark. Zuletzt wurde im Herbst 2012 der Spielplatz am Steinfelder Redder eingeweiht. Der Spielplatz am Moordamm war 2009 der erste, der in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Spielplatzpaten gestellt bekam. 2010 wurden die Geräte des Spielplatzes beim Bau der Kindertagesstätte Moordamm zwar entfernt, die Patenschaft für den Platz jedoch existiert immer noch, ruht zur Zeit nur und soll demnächst wieder aktiviert werden. ep

Edith Preuß

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