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Stormarn „Kinder überlegen noch nicht so viel“
Lokales Stormarn „Kinder überlegen noch nicht so viel“
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22:43 02.01.2018
Rieke (12) ist eine begeisterte Teilnehmerin der ersten Stunde. Diesmal möchte sie ein Pferd malen. Birgit Hupe gibt Tipps. Quelle: Fotos: Sandra Freundt

„Am liebsten mochte ich Kohle“, erinnert sich Hupe noch an die Anfänge ihrer künstlerischen Tätigkeit. Dann hat sie aber doch erstmal einen „ordentlichen“ Beruf ergriffen und als Betriebswirtin im Marketingbereich gearbeitet. Nebenberuflich hat die in Bremerhaven aufgewachsene Managerin aber in der Privaten Malschule St. Georg bei Rosemarie Christen in verschiedenen Kursen die Aquarellmalerei erlernt. Nach und nach eignete sich Birgit Hupe auch viele weitere Maltechniken an, versuchte sich in Acryl, Öl, Mischtechnik, aber auch Tusche und Bleistift, und hat ihre Bilder auch schon bei Ausstellungen ausgehängt.

Gemalt hat Birgit Hupe eigentlich schon immer gern. Oder vielmehr gezeichnet. Die 46-jährige Künstlerin hat jetzt ihr Hobby zum Beruf gemacht, indem sie Malkurse für Kinder anbietet und so ihr umfangreiches Wissen auf diesem Gebiet an die nächste Generation weitergibt.

„Malen ist aber für mich Hobby, es lässt mich die Hektik des Alltags vergessen. Daher bin ich am Verkauf meiner Arbeiten gar nicht so interessiert“, betont die Künstlerin, die vor der Geburt ihrer Tochter Isabel (heute acht Jahre) 50 bis 60 Stunden in der Woche gearbeitet hat. Schon damals aber wusste sie: „Eigentlich würde ich gern etwas mit Kindern machen. Denn Kinder überlegen noch nicht so viel, was sie wie machen wollen, sondern lassen ihrer Phantasie freien Lauf.“

Und so hat Birgit Hupe schließlich ihr Hobby und ihren Wunsch nach beruflicher Veränderung kombiniert und ihren ersten Malkurs für Kinder ab zehn Jahren ins Leben gerufen. „Zunächst habe ich dabei den Kindern von Freunden eine Unterrichtsstunde gegeben. Das lief aber gleich ganz gut“, erinnert sie sich. Inzwischen läuft ihr Kurs schon über zwei Jahre. Teilnehmerinnen der ersten Stunde waren die Schwestern Rieke (12) und Jette (14). „Wir hatten vorher schon mal woanders einen Kurs belegt, aber da waren zu viele Teilnehmer, so dass die Leiterin nicht wirklich Zeit für jeden einzelnen hatte“, erklärt Jette, die gerade mit Bleistift und Radierer an einer Naturzeichnung arbeitet. Birgit Hupe unterrichtet im hauseigenen Atelier – die „Wohnzimmer-Atmosphäre“ ist ihr wichtig – und nimmt nicht mehr als sechs Teilnehmer pro Kurs.

 Ein richtiges Programm hat Birgit Hupe nicht, ein Konzept natürlich schon: „Ich möchte, dass die Kinder sich frei entfalten können, gebe ihnen ein Grundgerüst und Hilfestellungen, habe zudem bei jeder Stunde ein Thema.“ Das müsse aber nicht jeder mitmachen. Die Schüler sind aber von ihren Ideen stets begeistert: „Einmal haben wir ein Gemeinschaftsbild gemalt, an dem sich jeder fünf Minuten kreativ austoben durfte, ein anderes Mal sind wir spontan mit der Staffelei in den Garten gegangen und haben Acrylbilder gemalt“, sprudeln die Zwölf- bis 14-Jährigen nur so hervor. Ganz tolle Bilder seien auch beim „Arbeiten in der Stille“ zum Thema „Die Magische Kraft des Mondes“ entstanden oder bei der Umsetzung der Maltechniken von Friedensreich Hundertwasser. „Ich möchte damit bewirken, dass jeder seinen eigenen Stil findet und weiterentwickelt“, wünscht sich Birgit Hupe, die auch Bücher zur Ideenanregung ausliegen hat. „Daraus habe ich schon Elefanten gemalt. Jetzt versuche ich mich an Giraffen, die sind aber komplizierter“, hat Jettes Klassenkameradin Jule festgestellt.

Man merkt den Mädchen an, dass sie viel Spaß an dem Kurs haben, und auch Birgit Hupe blüht dabei sichtlich auf. Sie malt auch in ihrer Freizeit, arbeitet gerade an einer Aquarellzeichnung vom Hafen.

Sie möchte demnächst nicht nur neue Kurse geben, sondern auch selbst wieder an Kursen teilnehmen: „Perspektivzeichnen fasziniert mich sehr“.

Weitere Kurse geplant

Der laufende Kurs trifft sich alle zwei Wochen sonnabends immer von 10 - 12 Uhr im heimischen Atelier von Birgit Hupe. Gern würde sie aber noch weitere Kurse ins Leben rufen. Der Sonnabend soll schon erhalten bleiben, in den Zeiten ist die Künstlerin aber flexibel. Auch kann sie – bei genügend Teilnehmern – sofort loslegen.

Die Kosten belaufen sich pro Treffen auf 12,50 Euro (davon 2,50 Euro Materialumlage). Mitzubringen sind erstmal nur die Freude am Malen und Kreativität, später dann auch Aquarellpinsel.

Weitere Infos und Anmeldung bei Birgit Hupe unter Telefon 0178/3578800.

 Sandra Freundt

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