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Kinderarmut: Reinfelder wollen mehr dagegen tun

Reinfeld Kinderarmut: Reinfelder wollen mehr dagegen tun

Ingo Loeding zeigte jetzt die kargen Lebensbedingungen von Sozialhilfe-Empfängern auf.

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Ingo Loeding: „Die Kinder haben keine Schuld an der Armut. Wir müssen gegensteuern.“ Auf Einladung des Sozialauschusses war er nach Reinfeld gekommen.

Bargteheide. Es sind diese roten Flecken auf der Armutskarte des Deutschen Kinderschutzbundes, die dessen Stormarner Geschäftsführer Ingo Loeding besonders erzürnen.

LN-Bild

Ingo Loeding zeigte jetzt die kargen Lebensbedingungen von Sozialhilfe-Empfängern auf.

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Orte, in denen die Quote der von Hartz IV abhängigen Kindern besonders hoch ist.

Bad Oldesloe gehört ganz vorn dazu im Stormarner Armutsatlas für 2015. Genauso Glinde, Klein Wesenberg – und Reinfeld, weshalb der Kinderschützer jetzt im Reinfelder Sozialausschuss für die Verbesserung der kindlichen Lebensbedingungen warb.

Loeding und seinen Mitstreitern um die Rechte der Kinder reichen die neuesten Sozialhilfesätze lange nicht aus. Er spricht von einer Verschlechterung. Bei beispielsweise derzeit vorgesehenen 90 Cent für das Frühstück eines sechsjährigen Kindes, bei 3,62 Euro für das Essen eines Sechs- bis 14-Jährigen, bei 100 Euro Zuschuss für ein ganzes Schuljahr würden den Kindern alle Chancen genommen, in dieser Gesellschaft erfolgreich zu bestehen. „Das kann so nicht funktionieren auf Dauer. Das muss sich ändern.“ Und zehn Euro pro Monat für „kulturelle Teilhabe“ reichten gewiss nicht aus. „Wir brauchen eine Kindergrundsicherung “, fordert Loeding. Zwar verteile der Kreis Stormarn schon Mittel, um die Not zu lindern. Dabei produziere er aber selber Verwaltungskosten.

In Reinfeld wissen sie um die Not so mancher Familien und vor allem Alleinerziehender. Bürgervorsteher Gerd Herrmann (SPD) äußert die Befürchtung, dass, wenn nicht effektiver geholfen würde, sich „die Leute aus der Gesellschaft verabschieden“. Nach Anregungen von Manfred Schönbohm (WIR) vom Sozialausschuss und Klaus Mangold (SPD) vom Bildungsauschuss soll ein Arbeitskreis entstehen, der die städtischen Möglichkeiten zur Verbesserung der kindlichen Lebensumstände auslotet.

Dabei sollen Familienzentren erwogen werden und welche Möglichkeiten durch die Fördervereine der Schulen bestehen. „Vor allem muss das Verständnis für Armut gefördert werden“, rät Loeding. Vorurteile gegenüber Bedürftigen hätten schon die Mitschüler: Deren Eltern seien „Nichtstuer, arbeitsscheu“. „Wer behauptet, staatliche Zuwendungen seien nur gut für die Tabakindustrie und die Hersteller von Flachbildschirmen, macht sich schuldig an den Kindern.“

Freilich gibt es bereits Ansätze vor allem über die Reinfelder Schulvereine, die Kinder aus prekären Verhältnissen zu erreichen. Birgitta Kochansky von der Erich-Kästner-Schule nennt da das tägliche kostenlose Frühstück und das Mittagessen für die Schüler, die der Schulverein über Sponsoren finanziere. Ähnlich berichtet Lehrerin Marianne Kell von den Mittagessen-Paten an der Claudius-Schule.

Doch gegen die mit Armut einhergehende Ausgrenzung helfe das nicht. Armut lugt immer irgendwo durch. Wenn Kinder etwa barfuß in den Sportunterricht kommen müssten. Oder wenn prall gefüllte Federtaschen neben solchen liegen, „in denen gerade mal ein einziger abgekauter Bleistift steckt“.

Vorstand im Amt bestätigt

Die Mitglieder des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn haben ihren Vorstand einstimmig wiedergewählt. Erste Vorsitzende bleibt Birgitt Zabel. Ihr zur Seite stehen Christiane Kohrs, Ula Tesdorp, Norbert Muras, Gabi Rebentisch, Annegret Kolditz und Ursula Stielau. Einen Wechsel gab es dann doch: Die Großhansdorferin Ives Behre wechselte zu einem Beisitzerposten. Neue Kassenwartin wurde Vera Siebert aus Ammersbek, die zuvor Beisitzerin war. Zabel: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinem neuen ‚alten' Vorstand. Wir haben Glück, dass wir in unserer Gruppe noch immer einige Mitglieder aus der Gründungszeit haben.“

Uwe Krog

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