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Stormarn Kindheit im Krieg wird zur Autobiografie
Lokales Stormarn Kindheit im Krieg wird zur Autobiografie
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19:12 29.03.2016
Der promovierte Literaturwissenschaftler Wolfgang Beutin aus Köthel hat als Autor eine Vielzahl von Büchern geschrieben. Quelle: Margret Pantelmann
Köthel

Es ist seine Kindheit im Krieg, die Wolfgang Beutin mit „Alarm für die deutsche Bucht“ als stark autobiografischen Roman beschreibt. Selbst an die Zeit als Fünfjähriger kann sich der 81-jährige Literaturwissenschaftler durch einschneidende Erlebnisse noch lebhaft erinnern. Das Haupterlebnis des 1934 Geborenen war der Krieg, den er mit vielen anderen Kindern ertragen musste. „Meine Lebensgeschichte hat mich nicht mehr losgelassen“, so seine Erkenntnis, nachdem er 1985 — ebenfalls mit autobiografischen Zügen — den unterhaltsamen Roman „Das Jahr in Güstrow“ veröffentlicht hatte.

„Meine Lebensgeschichte hat mich nicht

mehr losgelassen.“ Wolfgang Beutin, Schriftsteller

Inzwischen ist es der vierte Band, mit dem er die Beelzow-Saga fortsetzt und einzigartige Einblicke in sein bewegtes Leben mit dem Schicksal einer Familie um 1900 bietet. Und schon heute weiß er, dass es noch zwei weitere Bände geben soll. Das aktuelle Buch erzählt aus der Familiengeschichte des Ehepaars Else und Karl Beelzow in den Jahren 1937 bis 1945. Grundlage sind Elses Tagebücher.

Wolfgang Beutin, mitteilungsfreudig und flott in der Wortwahl, ist ein scharfsinnig lebhafter Erzähler, dem man gerne zuhört. Und genau das spiegelt sich als flüssig lesbare Darstellung in seinen Büchern wider. So ist „Alarm für die deutsche Bucht“ nicht nur Abhandlung der grausamen Vergangenheit, sondern vielmehr die Lebensgeschichte aus dem Kleinbürgertum, und wie sich die Kriegsereignisse mit den Leuten verflechten. In spannender Artikulation lässt sich der Facettenreichtum der Charaktere aus dem Umfeld der Familie Beelzow erkennen.

Doch Beutin macht auch einen Schlenker in das Jahr 1968 und berichtet aus seiner Assistentenzeit an der Universität Hamburg und mit dem hanseatischen Gelehrten Siegfried Bärnstein, der im Kontrast zu Elses und Karls gesellschaftlicher Stellung sozialen Abstieg und Verfolgung erfuhr. Auch berichtet er von der Begegnung einiger Studentinnen, die er gewitzt und mit guter Beobachtungsgabe umschreibt:

„Ihr hellbraunes Haar trug sie sehr kurz, so dass es ihren Kopf wie eine eng anliegende Haube oder Bademütze bedeckte.“

Mehr als 100 Veröffentlichungen umfassen sein Werk. Wichtig sind ihm neben historischen Themen Krieg und Frieden, Toleranz und Gerechtigkeit. Seine Inspiration findet er überwiegend bei langen Wanderungen durch die Hahnheide. „Damals wie heute ist Heinrich Heine mein Lieblingsautor“, sagt der Vielleser. Vor zweieinhalb Jahren hat er seine Dozententätigkeit aufgegeben — mit einem Heine-Seminar. Aktuell schreibt er an einem wissenschaftlichen Beitrag, für die Papst-Franziskus-Enzyklika, bei der es um Probleme der heutigen Menschheit geht.

„Alarm für die deutsche Bucht“, erschienen im Bockel-Verlag, 14,80 Euro.

Von Margret Pantelmann

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