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Stormarn Kino-Kauf kommt nicht in Frage
Lokales Stormarn Kino-Kauf kommt nicht in Frage
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12:43 08.07.2016
Ob es Interessenten fürs Kino gibt, ist nicht bekannt. Quelle: Archiv

 Bauamtsleiter Thilo Scheuber berichtete im Bau- und Planungsausschuss darüber, dass die Immobilie zum geforderten Preis nicht in Frage komme.

Bereits im April war in dem Gremium sehr kontrovers über den Kauf des Objekts diskutiert worden. Während Karin Hoffmann (Grüne) darauf gedrängt hatte, die Immobilie unbedingt zu erwerben, hatten SPD und CDU eine solche Entscheidung vom Zustand der Gebäude abhängig gemacht und die Verwaltung beauftragt, die Bausubstanz prüfen zu lassen. Das ist laut Scheuber derweil geschehen.

„Der Brandschutz in allen Gebäudeteilen weist erhebliche Mängel auf. Das obere Geschoss ist zu niedrig, um es nutzen zu können und auch das Erdgeschoss müsste komplett umstrukturiert werden“, berichtete der Bauamtsleiter. Es fehle ein zweiter Rettungsweg und die Elektroverteilung müsse ebenfalls dringend saniert werden. Zu dem aktuell geforderten Preis habe der Architekt vom Kauf abgeraten.

Als Argument, weshalb sich die Stadt mit Grundstücken bevorraten sollte, wird in den politischen Gremien oft angeführt, dass dies für eine kontrollierte städtebauliche Planung förderlich sei. Nur so lasse sich etwa der Bau von preiswertem Wohnraum oder die Nutzung eines Objekts steuern.

Letzteres kam auch am Mittwochabend wieder zur Sprache. So fragte Matthias Rohde (Freie Bürger für Bad Oldesloe, FBO), wie die Politik nach dem Verkauf an Dritte eine bestimmte Nutzung ausschließen könne. Als Beispiele wurden der Betrieb eines Restaurants oder einer Spielhalle angeführt. Scheuber erläuterte, dass der Gebäudekomplex innerhalb des Bebauungsplans 108 und daher in einem Mischgebiet liege. Demnach sei dort Wohnnutzung vorgesehen und Gewerbe, mit Ausnahme von Spielhallen.

Wie Scheuber ausführte, muss ein Investor, der das Hotel mitsamt Kino umfunktionieren will, einen Antrag auf Nutzungsänderung stellen. „Ist es eine Nutzungsänderung, wenn aus einem Hotel ein Stundenhotel wird“, fragte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann. Es lasse sich vereinbaren, dass in einem solchen Fall eine Mitteilung an den Ausschuss ergehe, damit die Mitglieder eine Ablehnung aussprechen könnten, fuhr Scheuber fort. Als zweite Möglichkeit könne eine Veränderungssperre für zwei Jahre ausgesprochen und der Bebauungsplan während dieser Zeit geändert werden. So ließen sich bestimmte Nutzungen gleich ausschließen. Wichtig sei aber, triftige Gründe für ein Ansiedlungsverbot ins Feld zu führen, sonst habe es rechtlich keinen Bestand. „Die Schule liegt ganz in der Nähe“, führte Hartmut Jokisch (Grüne) als Argument gegen die Eröffnung eines Stundenhotels an.

Ob es andere Käufer für das Objekt in der Hamburger Straße gibt, ist nicht bekannt. Die vom Insolvenzverwalter mit der Vermarktung betraute Maklerin Nicole Göbel äußert sich dazu nicht.

 dvd

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