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Stormarn Kino vor dem Aus? Streit um Kleines Theater eskaliert
Lokales Stormarn Kino vor dem Aus? Streit um Kleines Theater eskaliert
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20:46 01.11.2017
Das Kleine Theater in Bargteheide zieht mit Kino, Theater, Theaterwerkstatt und Restaurant viele Menschen aus dem Kreis an. Quelle: Fotos: Albrod
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Bargteheide

Kinobetreiber Hans-Peter Jansen, dessen Pachtvertrag für das „Cinema Paradiso“ im Kleinen Theater in Bargteheide im Sommer 2018 ausläuft, hat beklagt, dass dem Haus die Kreativität fehle, seit der Kulturring im Streit gegangen sei und der Trägerverein die Kulturarbeit übernommen habe. Das Haus, ein kultureller Treffpunkt in Stormarn, ist Heimat von Schauspieler David Kross oder Regisseur und Schauspieler Detlev Buck und weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Jansen hat zu Filmpremieren immer wieder Stars und Prominente nach Bargteheide geholt.

Pächter Hans-Peter Jansen droht mit dem Ende des Kinos 2018.

Ein Saal für alle

Das Kleine Theater Bargteheide gehört der Stadt Bargteheide. Sie hat den Restaurantbetrieb und den Kinobetrieb verpachtet. Dazu kümmert sich ein Trägerverein um Theaterschule und Kulturprogramm.

Da es nur einen Saal im Haus gibt, müssen Künstler und Kino sowie die Theatergruppen sich den Saal teilen. Dazu gibt es genaue Absprachen.

Jansen kritisiert jetzt, dass er weniger Tage für das Kinoprogramm im Saal zugestanden bekomme als vertraglich vereinbart. Seinen Vertrag will er nur verlängern, wenn der Kulturring zurückkehrt und er 25 000 Euro Erstattung für entgangene Kinotage bekommt. Ansonsten will er das Kino 2018 aufgeben.

Inzwischen hat der Trägerverein mit einem offenen Brief an Jansen geantwortet und weist dessen Kritik zurück. „Nach der Vereinbarung aus 2008 haben wir in der letzten Saison 41 2/3 Tage gemeinsam mit dem Kulturring die Bühne belegt. Zur Verfügung nach Vertrag stehen uns 42 Tage. Mithin hättest Du also 1/3 Tage mehr Kino machen können als Dir zustand“, heißt es in dem Schreiben, das vom Vorsitzenden Olaf Nehls und weiteren Vorstandsmitgliedern unterzeichnet ist. Im Übrigen zeigt sich Nehls enttäuscht, dass Jansen die Diskussion über die Presse führe. Dem Vorwurf, dem Haus fehle die Seele, widerspricht Nehls vehement. Sie alle seien teils seit 20 Jahren ehrenamtlich für das Kleine Theater tätig und würden sich in ihrer Freizeit dafür einsetzen, ein gutes Programm zu bieten. Das neue Programm sei ein Beweis dafür, dass das kulturelle Leben im Kleinen Theater weitergehe.

Allerdings in Zukunft auch weiter ohne den Kulturring. „Ich werde auf keinen Fall mehr für ein Ehrenamt in der Stadt zur Verfügung stehen“, erteilt Manfred Kutsche Jansens Vorschlag eine Absage.

30 Jahre lang war er Vorsitzender des Kulturrings Bargteheide, der wenige Monate vor seinem 50-jährigen Bestehen im Streit mit der Stadt aufgegeben hatte. „Der Kulturring musste Insolvenz anmelden, weil die Stadt zugesagte Zuschüsse nicht ausgezahlt hat“, so Kutsches Vorwurf. „Die Insolvenz ist mangels Masse abgelehnt worden. Der Verein hat seine Rechtsfähigkeit verloren und wird jetzt gelöscht.“ Einen Neuanfang des Kulturrings gebe es mit ihm nicht, so Kutsche.

Jansen gesteht dem Trägerverein zu, nur 41 Tage mit Veranstaltungen den Saal genutzt zu haben, führt aber an, dass die Theaterwerkstatt den Saal zusätzlich zwei Mal die Woche mit Proben belege, so dass kein Kino möglich sei. Das bedeute, dass der Saal an 80 zusätzlichen Tagen belegt sei. Jansen: „Der Vertag des Zentralpächters Hans-Peter Jansen beinhaltet 300 Tage Saalbelegung im Jahr ab 15.30 Uhr.“

Bargteheides Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (parteilos) hat auf das Problem reagiert. Sie sagte auf Anfrage der Lübecker Nachrichten: „Wir sind zum Thema Kleines Theater mit der Politik und den Beteiligten im Gespräch. Übergeordnetes Ziel ist es, eine gute Lösung für alle zu finden. Wir brauchen eine einvernehmliche Lösung für Bargteheide.“ Am 21. November wollen sich alle Betreiber der Spielstätte laut Nehls zu einem nächsten Partnermeeting im Kleinen Theater Bargteheide treffen.

Bettina Albrod

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