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Stormarn Kirche zu verkaufen: Viele Ideen für gemeinschaftliche Nutzung
Lokales Stormarn Kirche zu verkaufen: Viele Ideen für gemeinschaftliche Nutzung
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10:26 07.10.2016
Die Kapelle in Todendorf ist als „nicht erhaltenswert“ eingestuft worden. Quelle: Archiv
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Todendorf

Seit Jahren schon trennt sich der Kirchenkreis wegen Mitgliederschwunds und immer weniger Besuchern von Gebäuden, deren Erhalt zu teuer würde. Am Montag, 24. Oktober, lädt der Kirchengemeinderat die Mitglieder der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Eichede deshalb zu einer Informationsveranstaltung ein. Jürgen Preine, Leiter der Abteilung Finanzen und Liegenschaften im Kirchenkreis Hamburg-Ost, wird die Finanzlage der Kirchengemeinde Eichede erläutern. Der Kirchengemeinderat stellt die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Gebäudebestand, vor allem für die Todendorfer Kirche dar.

„Die wirtschaftliche Situation der Kirchengemeinde Eichede ist schlecht“, erklärt Pastorin Susanne Schumacher, „das macht den Verkauf der Kirche in Todendorf notwendig.“ Zunächst hatten die Kommune Todendorf und die Kirchengemeinde Eichede versucht, einen Erhalt der Kirche durch eine alternative Nutzung auf den Weg zu bringen. Um ein Meinungsbild und Vorschläge dazu einzuholen, sollten im September Fragebögen an die Gemeindemitglieder verteilt werden. „Jetzt hat sich aber gezeigt, dass es rechtlich offen ist, ob auch Bürger, die nicht Mitglied der Kirchengemeinde sind, abstimmen dürfen“, erläutert die Pastorin. „Deshalb haben wir von der Fragebogenaktion abgesehen.“ Zwar habe es viele Ideen für eine gemeinschaftliche Nutzung des Gebäudes von Kommune und Kirchengemeinde gegeben, aber letztlich sei davon nichts umsetzbar gewesen. „Was sich daraus nun ergibt, ob Abriss oder eine neue Nutzung der Kirche, ist noch offen“, so die Pastorin. „Von Seiten der Kirche gibt es keine neuen Nutzungsvorschläge.“

In Todendorf stößt das auf Bedauern. „Wir möchten die Kirche gerne behalten“, erklärt Todendorfs Bürgermeister Hans-Joachim Dwenger, „aber das scheint nicht möglich zu sein.“ Die Gemeinde könne die Kirche auch nicht übernehmen. Zunächst habe man daran gedacht, in dem Gebäude einen Kindergarten einzurichten. „Wir wollen uns so ein Grundstück mitten im Ort aber auch nicht abnehmen lassen“, sagt Dwenger. „Wir warten jetzt die Versammlung ab und schauen mal, was auf uns zukommt.“

Das Todendorfer Gotteshaus war ursprünglich als Autobahnkapelle gebaut worden. Da sich auf dem Baugrundstück früher ein Teich befand, musste die Kirche auf 17 Betonpfeilern, die acht Meter in die Erde reichen, errichtet werden. Die Kirche wurde 1967 fertig gestellt und musste schon nach wenigen Jahren saniert werden, weil der Stahl die Betonpfeiler beschädigt hatte. Mittlerweile weist das Gebäude erneut einen hohen Sanierungsbedarf auf. Alle 14 Tage findet in der Kirche ein Gottesdienst statt. Neben der Todendorfer Kirche ist in Ahrensburg auch die Kirche St. Johannes als nicht erhaltenswert eingestuft worden, hier führt ein Verein die Gemeindearbeit weiter. Auch in Reinbek ist ein Gebäude betroffen.

Der Informationsabend in Eichede beginnt am Montag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr im Gemeindesaal.

Entwidmung

In Witzhave ist bereits 2013 die Bethlehem-Kirche entwidmet und von der Trittauer Kirchengemeinde verkauft worden, weil die finanzielle Belastung zu hoch war. Das Grundstück mit Gebäude hat damals die Gemeinde Witzhave gekauft. Seitdem dient die ehemalige Kirche als Friedhofskapelle bei Beerdigungen sowie als Kulturzentrum für Konzerte.

Für den Umbau hat die Gemeinde Fördermittel aus dem Topf der Aktivregion nutzen können. Damit wurde das Haus energetisch saniert, dazu kamen neue Sanitäreinrichtungen.

 Bettina Albrod

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