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Klärschlamm: Steinburg halbiert Kosten

Steinburg Klärschlamm: Steinburg halbiert Kosten

„Wir fahren viel Wasser in der Gegend herum“, sagt Steinburgs Bürgermeisterin Heidi Hack. Grund dafür sei die begrenzte Aufnahmekapazität der Leitungen für die Regenleitungen. So landeten große Mengen Wassers in der Abwasserkanalisation. Mit neuer Technik bereitet die Gemeinde dem nun ein Ende.

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„Wir fahren viel Wasser in der Gegend herum.“ Heidi Hack, Bürgermeisterin.

Steinburg. Es regnet Katzen und Hunde. Auch in Mollhagen und Eichede bilden sich an den Straßenrändern riesige Pfützen. Bürgermeisterin Heidi Hack nimmt besorgt von den heftigen Niederschlägen Notiz, wie sie seit einigen Jahren immer wieder in ganz Deutschland und eben auch in Stormarn auftreten. Abgesehen davon, dass der Starkregen nach Erkenntnissen führender Wissenschaftler eine Folge des Klimawandels ist, so belastet er auch die Gemeindekasse der Steinburger.

Langzeitbeobachtungen haben nämlich ergeben, dass Steinburg wie andere Kommunen im Amt Bad Oldesloe-Land tendenziell zunehmende Mengen Klärschlamm zur Aufbereitung nach Steinhorst im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg abtransportieren lassen müssen. „Wir fahren viel Wasser in der Gegend herum“, sagt Bürgermeisterin Heidi Hack. Grund dafür sei die begrenzte Aufnahmekapazität der Leitungen für die Regenleitungen. So landeten große Mengen Wassers in der Abwasserkanalisation.

Die Folge sei, dass Steinburg gegenüber dem Abwasserzweckverband Sandesneben, dem es seit 2001 angehört, eine stattliche Summe für die Behandlung des stark verwässerten Klärschlamms zahlen muss. Die Kosten für die Abfuhr betragen zurzeit rund 65 000 Euro. Hinzu kommt, dass sich die Gebühren für die Behandlung mit den Jahren kontinuierlich verteuert haben. „Der Preis ist von 14,39 Euro pro Kubikmeter auf 17,74 angehoben worden und soll jetzt noch einmal erhöht werden“, berichtet Heidi Hack. Das stelle eine enorme Belastung für den Haushalt der Gemeinde Steinburg dar.

Über dieses Problem, das sich allen Kommunen gleichermaßen stellt, ist im Amt Bad Oldesloe-Land schon seit längerem gebrütet worden. Die Gemeinden sind dabei zu jeweils anderen Lösungen gelangt. In Rümpel etwa sind vor drei Jahren zwei Vererdungsbecken angelegt worden, in der die Rückstände aus dem Klärwerk mit Hilfe von Schilfpflanzen nach und nach verrotten. Die Gemeinde ist somit ganz aus der Klärschlammbehandlung ausgeschert, so dass sich die zweiwöchentliche Abfuhr des Schlamms erübrigt hatte.

Steinburg musste da einen anderen Weg gehen. „Wir verfügen leider nicht über ein entsprechendes Grundstück. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, wie man das zusätzliche Wasser entfernen kann, dass wirklich nur der Schlamm überbleibt“, erzählt die Bürgermeisterin.

Dazu wird in der Kläranlage in Mollhagen ein sogenannter Scheibeneindicker installiert, wie es ihn auch in der Trittauer Anlage gibt. Mittels einer Zentrifuge wird schließlich das überflüssige Wasser vom eigentlichen Schlamm getrennt und in der Anlage noch einmal einem Reinigungsprozess unterworfen, so dass es problemlos in den Vorfluter eingeleitet werden kann.

„Wir brauchen so weder in den Grunderwerb oder ein neues Gebäude investieren“, erklärt Heidi Hack. Nach Berechnungen von Technikern reduziert sich nach in Betriebnahme des Scheibeneindickers die Menge, die tatsächlich behandelt und ins Klärwerk transportiert werden muss um die Hälfte.

Die Innovation ist freilich nicht gratis. 200000 Euro kostet das Nachrüsten der Mollhagener Kläranlage. Doch aufgrund der geringeren Menge Schlamms und damit einher gehenden sinkenden Gebühren rechnet die Gemeinde damit, dass sich diese Ausgabe in einigen Jahren amortisieren wird. „Die Abwassergebühren für die Bürger erhöhen sich im Übrigen nicht“, betont Heidi Hack.

Handlungsbedarf sieht die Bürgermeisterin aber auch schon deshalb, weil sich die Umweltauflagen für den Betrieb von Kläranlagen perspektivisch verschärfen werden. Wasser sei nun einmal ein wichtiges Lebensmittel, dessen Schutz besonders wichtig sei. „Darüber denken aber viele nicht nach. Und Klärschlamm ist ja kein besonders attraktives Thema. Das wird sehr gern verdrängt“, sagt die Bürgermeisterin.

 Dorothea von Dahlen

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