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Stormarn Klein Wesenberg: Die Kirche wird zur Filmkulisse
Lokales Stormarn Klein Wesenberg: Die Kirche wird zur Filmkulisse
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18:10 11.08.2018
Klein Wesenberg

„Unser Auftraggeber möchte zwei humorvolle Werbespots haben, die Auszubildende ansprechen sollen“, erläutert Ariane Katzenberger von der Produktionsfirma Blickkraft in Hamburg. „Einer davon wird in der Kirche von Klein Wesenberg gedreht, denn das Drehbuch sieht eine Hochzeitsszene vor.“ In der tritt ein Brautpaar vor den Pfarrer, der die beiden trauen soll. Dann klingelt auf einmal ein Handy

Caroline Möller (l.) aus Klein Wesenberg und Martina Behnke aus Hamberge werden bei den Dreharbeiten in der Kirche von Klein Wesenberg als Statisten dabei sein. Sie spielen zwei Hochzeitsgäste. Quelle: Foto: B.albrod

„Ja, ich will“, sagten auch Caroline Möller (22) und Martina Behnke (53), als Pastor Erhard Graf, Pfarrer in Klein Wesenberg und Hamberge, sie fragte, ob sie als Statisten dabei sein wollen. „Ich finde Filmarbeiten interessant und möchte mal sehen, wie die Dreharbeiten ablaufen“, erklärt Martina Behnke. „Als Kind und im Studium habe ich gerne Theater gespielt.“ In Hamberge ist sie Mitglied im Kirchengemeinderat, in Klein Wesenberg wird sie als Gast in der Kirchenbank neben Caroline Möller sitzen.

„Weil es eine Hochzeitsszene ist, wird man sich sicher schick anziehen“, sind sich die Hochzeitsgäste sicher. Caroline Möller hat von Freunden gehört, dass Statisten gesucht werden. „Ich bin in der Kirche von Klein Wesenberg getauft und konfirmiert worden“, sagt sie. „Das ist unsere Kirche, da bin ich auch gerne beim Dreh dabei. So ein Event gibt es hier sonst eigentlich nie.“ Auch sie bringt Erfahrung mit – „bei der Landjugend haben wir plattdeutsches Theater gespielt.“ Irgendwann, so Caroline Möller, möchte sie auch in der Klein Wesenberger Kirche heiraten.

Vorher sind die Schauspieler dran. „Wir haben für den Pfarrer und das Brautpaar professionelle Schauspieler engagiert“, berichtet Ariane Katzenberger. „Eine Sprechrolle hat nur der Pfarrer, ansonsten wird sehr viel über Gestik und Mimik ausgedrückt.“ Auf Klein Wesenberg ist die Produktionsfirma über ihre Recherche gekommen. „Weil es um eine Hochzeit geht, wollten wir klassisch in einer Kirche drehen“, so die Produzentin. In Hamburg sei das schwierig, im Umland sei ihnen dann Klein Wesenberg aufgefallen. Pastor Graf sei offen dafür gewesen, und nach einem Ortstermin sei man sich einig geworden.

„Die Produktionsfirma ist auf uns zugekommen und hat angefragt. Die haben im Internet nach einer passenden Kirche gesucht und sind dabei auf unsere Homepage gestoßen“, erklärt Pastor Erhard Graf. „Da wir nicht soweit weg von Hamburg liegen und kirchenrechtlich keine Bedenken bestanden, sind wir nach einem Vororttermin endgültig ausgewählt worden. Wir, der Kirchengemeinderat, erhoffen durch den Dreh einen Werbeeffekt für unsere Kirche. Vielleicht werden wir ja mit unserer besonderen und in Schleswig-Holstein einmaligen Hochzeitstreppe doch noch als Traukirche entdeckt?“

Denn das Gotteshaus im neugotischen Stil steht auf einem Berg, zu dem eine lange Hochzeitstreppe hoch führt. Die, so Pastor Graf, wurde einst gebaut, damit die Brautpaare nicht über den Friedhof zu ihrer Eheschließung gehen mussten.

„Für die Dreharbeiten hat uns der Pastor auch das Gemeindehaus zur Verfügung gestellt“, sagt Produzentin Ariane Katzenberger. „Dort können wir Catering, Garderobe, die Kameraausrüstung und die Maske unterbringen.“ Script und Drehbuch liegen schon vor, und die regionalen Statisten – einige haben sich noch gemeldet – bekommen Verstärkung durch weitere aus einer Agentur. „Sie haben rein optische Rollen und sollen gut angezogen und festlich frisiert als Hochzeitsgäste in der Kirche sitzen.“

Mit Pastor Erhard Graf wird auch ein echter Pfarrer vor Ort sein, aber mitspielen wird er nicht. „Ich habe mich gern bereit erklärt, als Fachmann mit fast vierzig Dienstjahren beratend zur Verfügung zu stehen, mitspielen werde ich direkt nicht“, sagt er. „Vielleicht kommt mein Talar oder meine Albe, ein liturgisches Untergewand, zum Einsatz.“

Gezeigt wird der Werbespot aus Klein Wesenberg ab Herbst in den sozialen Netzwerken. Dann erfährt man auch, wer am Handy war.

Von Bettina Albrod

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