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Stormarn Klein, aber oho: Fiat-500-Fans in Reinfeld
Lokales Stormarn Klein, aber oho: Fiat-500-Fans in Reinfeld
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11:26 04.10.2016
Hingucker: 40 kleine Flitzer machten sich gestern vom Forsthaus Bolande in Reinfeld zu einer Ausfahrt nach Bad Segeberg auf. Quelle: Fotos: Petra Dreu
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Reinfeld

Sie sind klein, niedlich, es gibt sie in Bonbonfarben und wer einen vor sich auf der Straße hat, sieht schnell zu, dass er überholen kann. Das allerdings war gestern leichter gesagt als getan, denn gleich 40 Fiat-500-Oldtimer machten sich von Reinfeld aus auf den Weg nach Bad Segeberg. Sie alle hatten sich ein letztes Mal in diesem Jahr auf dem Parkplatz vom Forsthaus Bolande getroffen, in dem mit Anja, Guido und Luca Freyer gleich eine ganze Familie mit dem „Fiat-500-Virus“ infiziert ist.

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Tour zum Saisonabschluss: 40 der kleinen Autos fuhren gestern vom Forsthaus Bolande nach Bad Segeberg.

„Diese Treffen sind wie das Zusammenkommen einer ganzen Familie.“Marc Pfeifer, Fahrer eines 180-PS-Fiats

Der von Anja ist rot, Gastwirt Guido fährt einen hellblauen und Sohn Luca hat gerade erst einen anderen kleinen Italiener Marke Autobianchi restauriert. Vor Langeweile umkommen wird der junge Mann aber nicht, denn der nächste verrostete Oldtimer steht bereits auf dem Hof und wartet darauf, wieder ein neues Schmuckstück zu werden.

Während ein kleiner blauer Fiat 500 mit Cabrioverdeck seine Schwierigkeiten hat und trotz vier Mann starker Anschubhilfe nicht in die Gänge kommen will, lässt ein satter Motorklang die Fiat-Liebhaber aufhorchen. „Marc mit seinem Abarth ist da“, raunen die Fahrer untereinander zu. Der volltönende Motor gehört zum Fiat 500 Abarth 595 Competizione, den sich der Kfz-Mechatroniker aus dem nordrhein-westfälischen Hückeswagen zugelegt hat. Der sportliche Kleinwagen belehrt alle eines Besseren, die den kleinen Fiat belächeln und ihn als „lahme Kiste“ abtun.

Das neue Schmuckstück des Westfalen hat nämlich 180 PS unter der Haube (bei allen anderen Fiat 500 sitzt der Motor unter der Heckklappe). Mit seinem Turbomotor bringt er es immerhin auf 230 Stundenkilometer. „Die hatte ich sogar schon einmal auf dem Tacho“, erzählt Marc Pfeifer, der von seinen Eltern im Kinderwagen zu den ersten Fiat-Treffen mitgenommen wurde. „Diese Treffen sind wie das Zusammenkommen einer ganzen Familie. Das ist einfach richtig toll. Nicht anders sind die Fiat-Treffen in Italien, von denen es natürlich viel mehr als bei uns gibt. Dort gehört man mit einem Fiat einfach dazu – egal, woher man kommt“, erzählt der junge Mann, der für seinen Vierzylinder immerhin 28000 Euro auf den Tisch geblättert hat.

Wie alle anderen kleinen Fiat 500 hat aber auch der aufgerüstete Turbo-Fiat seine Mankos, denn Kleinwagen bleibt Kleinwagen. Wenn der großgewachsene Kfz-Mechaniker einsteigt und seinen Sitz in Position bringt, bleibt für die Knie der Personen auf der Rücksitzbank kein Platz mehr. „Das ist einfach zu eng“, bedauert der Westfale, der zwischendurch dem blauen Cabrio zur Hilfe eilt.

Irgendwann greift der Zündfunke und auch das Cabrio tuckert wieder munter vor sich hin. Für die rund 40 Fiatfahrer ist das das Startzeichen zum Sammeln. In zwei Reihen haben sie sich vor dem Forsthaus Bolande aufgestellt, um möglichst hintereinander losfahren zu können. Marc Pfeifer bildet mit seinem Abarth die Nachhut als „Lumpensammler“ – wie es in Fiat-Kreisen so schön heißt.

 Petra Dreu

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