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Stormarn Kleine Kunsttage am Kneeden
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19:15 09.06.2016
Dieter Geike zeigt einige seiner Neuschöpfungen. Eines Tages möchte er ein riesiges leuchtendes Mandala aus Glasstücken herstellen. Quelle: Fotos: Dvd
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Bad Oldesloe

Tausende Glassplitter und Scherben in allen erdenklichen Farben und Größen harren in Dieter Geikes Atelier darauf, Teil eines großen Ganzen zu werden. So manches außergewöhnlich geformte Bruchstück hat den Künstler schon zu prächtigen Mosaiken inspiriert. Und jeder Gast, der seine von innen beleuchteten Säulen betrachtet, mag den Blick fast gar nicht mehr davon abwenden. „Einige entdecken auch Gesichter und Figuren in den Mosaiken. Denn jeder hat andere Wahrnehmungen und Assoziationen“, sagt Dieter Geike.

Dieter Geike lädt am Wochenende mit weiteren Künstlern in sein Atelier bei Bad Oldesloe ein.

Wer seine farbenfrohen Kompositionen noch nicht kennt, kann sich selbst bald ein Bild machen. Am Wochenende, 11. und 12. Juni, ist sein Atelier jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Zu den Kleinen Kneedener Kunsttagen, wie Geike die Veranstaltung benannt hat, begrüßt er zudem weitere Künstler, um auch seinen Stammbesuchern etwas Neues bieten zu können.

Aus dem mecklenburgischen Schattin reist der in Lübeck aufgewachsene Claus Görtz an. Zu seinen wohl bekannteren Werken gehört der aus Holz geschaffene Fiete im Hafen von Travemünde. Nach Bad Oldesloe bringt der Bildhauer Metall-Skulpturen von skurril anmutenden, in Bewegung erstarrten Figuren mit. „Ich bin ein Voyeur, ich beobachte Menschen und suche das Eigentümliche und Besondere in ihnen“, beschreibt der Künstler seinen eigenen Ansatz.

Mit verblüffenden Keramikarbeiten wiederum ist Brigitte Storck aus Stubbendorf bei der Ausstellung präsent. Für ihre Gefäße und Objekte aus Steinzeug oder Porzellan verwendet sie am liebsten klare Grundformen wie Kugel, Kegel oder Zylinder. Durch Verwenden unterschiedlicher Tonmassen, die beim traditionell-japanischen Raku-Brand interessante Risse und Einfärbungen entstehen lassen, bekommt jedes Stück seine individuelle Ausformung. Aufwändiges Polieren verleiht den Gefäßen zudem einen seidigen Glanz.

Schreibgeräte aus edlen Hölzern sind Wolfgang Jansens Leidenschaft, der ebenfalls am Kneeden beheimatet ist. Wie er die Lieblingsstifte herstellt, demonstriert er während der Ausstellung an der Drechselbank. Das Künstlerehepaar Elena Ustinova und Thomas Römhild, dessen Werke bereits in verschiedenen europäischen Ländern und Russland, zumeist aber in Schleswig-Holstein zu sehen waren, zeigen eine Auswahl von Ölgemälden und Aquarellen.

Last not least bietet auch Bildhauerin und Pädagogin Ulrike Dillig Ansehnliches während der Kneedener Kunsttage an. Ihr bevorzugter Werkstoff ist Holz. Am liebsten arbeitet sie mit verwitterten Fundstücken, denen man ihr Alter ansieht. Dazu gehören etwa getrocknete Baumwurzeln, angespültes Treibholz oder alte Weidenzaunpfähle aus Eiche. In ihnen entdeckt die Künstlerin Figuren und Formen, die sie mit Hilfe von Hohleisen und Stechbeitel Schicht für Schicht freilegt, so als wären sie schon immer im Innern des Materials verborgen gewesen und hätten nur noch sichtbar gemacht werden müssen. Dabei verzichtet Dillig darauf, die fertigen Objekte abzuschleifen und zu glätten. Ihr sind die Spuren, die ihre Werkzeuge darauf hinterlassen, genauso wichtig wie die natürliche Farbigkeit des Holzes, die das Holz mitbringt. Dillig gestaltet auch Figuren aus Blähbeton für den Garten: Skulpturen, plastische Worte oder schwingende Möwen. Von diesen Objekten werden auch einige am Tag des offenen Ateliers im Kneeden zu sehen sein. Für Besucher steht zudem Kaffee und Kuchen bereit.

Geöffnet ist das Atelier am Kneeden 7 am Sonnabend, 11., und Sonntag, 12. Juni, jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Geikes neues Album

Dieter Geike ist nicht nur als Mosaikmaler bekannt, sondern hat sich auch als Musiker einen Namen gemacht. Unter seinem Künstlernamen Blonker entstandenen Hits wie „Indigo“, „Sidewalk-Cafe“, „Amazonas“ und „African Kalimba“, die immer noch im Radio zu hören sind. „Mit ,Indigo’ kam ich in Kontakt mit der Welt der Gitarren-Instrumentalmusik, wir haben das Stück Anfang der 70er Jahre mit der ersten Blonker-Formation gespielt, später dann 1978 auf dem Album ,Die Zeit steht still’ veröffentlicht“, erinnert sich Geike. Nun hat er sich das Vergnügen gemacht, ein neues Album einzuspielen, mit „Indigo“ in einer neuen Version und zwölf weiteren neuen Gitarrenstücken, diesmal unter seinem Namen.

Dorothea von Dahlen

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