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Stormarn Kleine Wichtel im Herzen der Natur
Lokales Stormarn Kleine Wichtel im Herzen der Natur
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00:00 14.10.2012
So schön ist der Herbst: Förster und Waldpädagoge Florian Offermanns (27) mit seiner Wichtel-Gruppe im Wald unterwegs.
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Stormarn

Die Bäckchen rot wie die Zipfelmützen, die sie tragen. Die Nasen leicht tropfend. Die Hände wärmend in Handschuhe, die Füße in robusten Schuhen: Zehn Kinder sind an diesem wunderschönen, frischen Herbstvormittag im Grabauer Forst auf der Jagd nach Waldgeistern, Wichteln und Trollen. Die Stimmung ist ausgelassen. Die Horde rennt ihrem Oberwichtel, Förster Florian Offermanns, weit voraus. Schließlich geht es darum, den nächsten, mit einem roten Dreiecksmützchen markierten Baum zu finden. Denn darunter lauert eine Aufgabe. Und nur wer die richtig löst, darf am Ende ins Reich des Zwergenkönigs Laurin. Oho.Jasper ist meist der erste an Ort und Stelle. Mit Mutter Sabine Jansen und Schwester Janne ist der achtjährige Delingsdorfer ins Naturerlebnis Grabau gekommen und kann sich jetzt so richtig austoben. Selbst Sabine Jansen ist begeistert. „Hier wird alles so liebevoll gemacht. Und überlegen Sie mal – kostenlos“, schwärmt sie. „Vergangene Woche waren wir schon bei den kleinen Umweltdetektiven. Da konnten sich die Kinder sogar einen Koffer von der Polizei anschauen, mit dem Spuren gesichert werden“, erzählt die 49-Jährige, die seit zwei Jahren regelmäßig mit ihrer Familie in Grabau zu Besuch ist.Heute geht es ums Hören, Sehen, Fühlen und Riechen. Ein kleines rotes Döschen macht die Runde. Alle dürfen schnuppern. Auch die Erwachsenen. Oma, Opa, Tante und Mama. „Das riecht wie dieses Medikament“, sagt Jasper in die Runde. „Wie heißt das noch?“ Die Kinder grübeln und riechen und grübeln. Hm. Florian Offermanns hilft. „Ihr kennt es alle. Es ist von einem Baum. Und wenn ihr Schnupfen habt, inhaliert ihr es oder reibt es euch auf die Brust“, sagt der 27-Jährige. „Eukalyptus!“, rufen manche Kinder plötzlich. Und die Großen sind erstaunt, was ihre kleinen Schützlinge so alles wissen.Das Naturerlebnis Grabau ist ein Stiftungsprojekt. Das wunderschöne Gelände mit Blick auf den Grabauer See, auf dem sich um diese Jahreszeit laut schnatternd hunderte von Graugänsen tummeln, wurde 2009 eingerichtet, um Stormarner Kindergärten und Grundschulen einen waldpädagogischen Tag pro Jahr zu ermöglichen. Durch die Sommer- und Ferienprogramme öffnet sich das Zentrum auch anderen Kindern. Florian Offermanns ist von Anfang an dabei und liebt seinen Job. Mit seiner zweijährigen Rauhaardackel-Dame „Roxy“ an der Leine führt er seine Wichtelkinder von Aufgabe zu Aufgabe. Animieren braucht er sie nicht. „Die laufen sich schon von alleine warm“, sagt der Waldpädagoge lachend. Und so ist es.Wieder allen voran düst Jasper über eine Holzbrücke an zwei Teichen vorbei auf eine kleine Anhöhe. Ein Zwergenplatz? „Hier baut ihr bitte aus allem, was ihr findet, ein kleines Häuschen für eure Wichtel“, sagt Förster Offermanns. Schnell haben kleine Hände Baumrinde und Ästchen gesammelt – und schon können die kunterbunten Knetgummi-Trolle, die die Kinder am Morgen vor Aufbruch in den Wald gebastelt haben, in einen schützenden Unterschlupf ziehen. Derweil schaut Sabine Jansen versonnen auf das in der Herbstsonne glitzernde Wasser. „Ist das nicht herrlich hier“, fragt sie – und reibt sich ihre roten Wangen.

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