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Stormarn Klettermaxe zeigten ihr Können in der Vogler-Halle
Lokales Stormarn Klettermaxe zeigten ihr Können in der Vogler-Halle
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11:59 19.02.2018
Gar nicht zu bremsen waren die Mädchen und Jungen beim Klettertag in der Heinrich-Vogler-Halle. Quelle: Fotos: Von Dahlen
Bad Oldesloe

Wie ein verschworenes Team stecken Maxie, Joel, Jenna und die anderen ihre Köpfe zusammen. Laut johlend stürmt die Gruppe los, um sich an den bunten Griffen der Kletterwand einige Meter hinaufzuhangeln – ein lockerer Aufgalopp zum Vorwärmen der Muskeln.

„Das ist Bouldern. Man steigt nur so weit hoch, wie man gefahrlos wieder abspringen kann “, weiß Schulsozialpädagogin Yvonne Treptow zu berichten. Sie und ihre Kolleginnen betreuen Schüler, die sich mittwochs von 14 bis 16 Uhr in der Halle treffen, um zu üben. Darunter sind genauso Schüler der Theodor-Stormschule, wie der Theodor-Mommsen-Schule, Grundschule West und Schule am Masurenweg. Ein ganzes Jahr mussten die Kids jedoch auf ihren geliebten Sport verzichten. Denn die Wand Marke Eigenbau entsprach nicht den gängigen Sicherheitsnormen. Der Tüv schritt ein und sperrte sie kurzerhand.

Inzwischen ist aber nicht nur eine professionelle Boulderwand mit Quarzsand-Harz-Beschichtung installiert worden, hinzugefügt wurden auch zwei weitere Übungsbahnen, die ganz neue Herausforderungen bieten. „Die Stadt hat 10000 Euro investiert, damit die Kinder hier wieder Sport treiben können und sogar noch etwas Neues ausprobieren können“, erzählt Yvonne Treptow. Ihr zufolge wurde die Summe aber noch aufgestockt. Gespendet haben die Sparkassenstiftung, die Gladigau-Stiftung, die Frauenvereinigung Inner Wheel, der Elternfonds sowie private und gewerbliche Sponsoren.

Um einige der Hindernisse wie etwa ein in den Raum ragendes Dreieck oder einen Quader umklettern zu können, ist ein so genannter Top-Rope-Schein nötig, den auch die Schulsozialarbeiterin Yvonne Treptow während einer Lehrerfortbildung absolviert hat. Dabei wird der in höheren Regionen Kletternde von einer zweiten, am Boden stehenden Person mit dem Seil gesichert.

Auch unter den Schülern befinden sich erfahrenere Klettermaxe, die sich gegenseitig beim Aufstieg helfen. Joel und Nils zeigen, wie es geht. Während der eine von oben in den Klettergurt einsteigt, der auf Hüfthöhe verschnallt wird, kontrolliert der andere, dass der Knoten des Seils fest sitzt, das den „Bergsteiger“ über eine Umlenkrolle mit dem Sichernden am Boden verbindet. „Passt, wackelt und hat Luft“, stellt Nils fest. Also kann es in lichte Höhen gehen.

Mäuschenstill ist es nicht gerade in der Halle, aber dennoch herrscht äußerste Konzentration. „Das ist ja gerade das Gute am Klettern. Wenn man hochsteigt, hat kein anderer Gedanke Platz im Kopf. Man ist ganz auf das fixiert, was man gerade macht“, schildert Yvonne Treptow ihre eigenen Erfahrungen. Für Kinder, die Schwierigkeiten haben, bei der Sache zu bleiben, sei Klettern deshalb eine prima Sache. Es schärfe zudem die Wahrnehmung. Davon profitierten letztlich alle. Treptow wünscht sich deshalb, dass noch mehr Schüler mittwochs oder bei Ferienpassaktionen mitmachen. „Wer dazukommen will, muss sich aber vorher bei den zuständigen Schulsozialarbeitern anmelden“, sagt sie.

Und da Klettern richtig durstig macht, hatten auch Svea Müller, Katharina Meins (beide 17) und Annika Heinz in Jim’s Bar richtig gut zu tun. Als Helfer des Kreisjugendrings mixten sie Mochito und andere coole Drinks – freilich zu hundert Prozent ohne Promille.

 Von Dorothea von Dahlen

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