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Stormarn Klimaschutzmanager schiebt Projekte an
Lokales Stormarn Klimaschutzmanager schiebt Projekte an
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21:14 12.05.2016

Die Liste der Dinge, die Christoph Magazowski als Klimaschutzmanager in Trittau verwirklichen soll oder will, ist lang. Es ist eine Mischung aus Punkten, die dem studierten Stadtplaner aus dem Klimaschutzkonzept vorgegeben sind und Maßnahmen, die er sich selbst vorgenommen hat. 28 beinhaltet das Konzept, 16 stehen in Magazowski eigener Agenda. Nach einem halben Jahr im Amt ist Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

 

Wenn es geht, nimmt Trittaus Klimaschutzmanager Christoph Magazowski gerne das Rad. Quelle: kks

„Ich konnte noch nicht alle Maßnahmen beginnen.“Christoph Magazowski

Ausgestattet mit einer halben Stelle als Klimamanager der Gemeinde „konnte ich noch nicht alle Maßnahmen beginnen“, erklärt Magazowski, der zusätzlich zur Klimamanagerstelle auch eine halbe Stelle im Fachdienst Planung und Umwelt inne hat. Insgesamt drei Jahre hat er Zeit, so lange wird seine Klimastelle vom Projektträger Jülich, einer Einrichtung des Bundes, bezuschusst. Immerhin neun Projekte aus dem Konzept wurden von ihm bereits angeschoben. Darunter die Änderung der Straßenbeleuchtung auf LED, die Planung zur Schaffung eines Neubaugebietes mit einem Blockheizkraftwerk oder auch die Idee, ein E-Mobil für die Verwaltung anzuschaffen. Was aber nicht bedeutet, dass die Projekte auch umgesetzt werden. „Einige Maßnahmen sind in sich nicht schlüssig", erklärt Magazowski. Oder können aus triftigen Gründen grundsätzlich nicht umgesetzt werden. Wie die Idee, auf einer ehemaligen Bauschuttdeponie in der Nähe des Ziegelbergweges eine Freiflächen-Photvoltaik-Anlage zu installieren. „Das hat sich erledigt“, so der Klimaschutzmanager. „Das geht dort aus statischen Gründen nicht.“ Denn der Aufbau der Deponie würde sich durch die Anlage verschieben, was gefährlich wäre. Auch zur Anschaffung eines Elektroautos wird es wohl nicht kommen. „Die Förderungen sind noch flau, die Reichweite ist nicht groß und die Frage ist auch, wo die Ladestation steht und wie wir sie sichern.“ Der Stadtplaner will die beiden vorhandenen Wärmenetze ausbauen, möchte die Energiewende bei privaten Haushalten etablieren. Mit dem Ziel, dass auch Trittauer sich daran beteiligen, die Klima-Verträge von Kyoto und Paris zu erfüllen. Und die haben hehre Ziele zum Inhalt.

Vergleichbar einfach sei es, so Magazowski, die Straßenbeleuchtung auf LED umzustellen. „Entsprechende Überlegungen gibt es ja bereits.“ Da passt es gut, dass ein Punkt auf seiner eigenen Agenda bald umgesetzt wird: der Lichtkoffer. „Die Leuchtmittel sind schon vorhanden. Der Koffer, den die Bürger ausleihen können, fehlt noch“, erklärt der Klimaschutzmanager. Mit diesem Lichtkoffer will Magazowski bei den Trittauern Hemmnisse abbauen. Hemmnisse in den eigenen vier Wänden die Glühbirne gegen LED auszutauschen. „Die Idee ist, zu Hause eine Bestandsaufnahme zu machen und zu testen, wie das LED-Licht ist.“ Mit dem Effekt „zu entscheiden, auf LED umzurüsten“.

Ein Projekt, von dem der Klimaschutzmanager gleich zu Beginn seiner Amtszeit im September gesprochen hat, steht kurz vor der Vollendung: Die normalen Steckerleisten in den Büros der Verwaltung wurden und werden durch Master-Slave-Steckdosenleisten ersetzt. Sie sorgen dafür, dass Geräte wie Computer, die sonst in den Stand-by-Modus gehen, runtergefahren werden. „Im Erdgeschoss haben wir die Leisten bereits ausgetauscht.“ Auch im Kleinen lässt sich eben Strom sparen, lässt sich an der CO2-Emission arbeiten. Was bei der Gemeinde übrigens bereits im Bereich der Briefsendungen umgesetzt worden ist. Go Green lautet dabei das Motto, mit dem die Briefe aus der Verwaltung klimaneutral verschickt werden. Die Post forstet als Ausgleich den Regenwald auf. Dieses Projekt konnte Magazowski schon von seiner To-do-Liste streichen. In den kommenden zweieinhalb Jahren gibt es aber noch jede Menge zu tun.

 K. Kuhlmann-Schultz

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