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Stormarn Klimawandel macht dem Stormarner Wald zu schaffen
Lokales Stormarn Klimawandel macht dem Stormarner Wald zu schaffen
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15:07 17.11.2016
Friedrich Westerworth appelliert an alle, das Klima zu schützen. FOTO: BA
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Bargteheide

 Die Folge wäre eine Erderwärmung um fünf Grad, was katastrophale Auswirkungen hätte. „Gerade tritt das Pariser Klimaschutzabkommen in Kraft, das zum Ziel hat, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen“, erklärt Friedrich Westerworth aus Bargteheide, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Stormarn.

45 Mitglieder haben sich in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Stormarn, zusammengeschlossen. Ziel des Verbandes ist es, Natur und Landschaft zu schützen, zu pflegen und so zu entwickeln, dass Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft gesichert sind.

In der Schutzgemeinschaft sind 45 Mitglieder zusammen geschlossen, denen das Wohl der Stormarner Bäume am Herzen liegt. „In Stormarns Wäldern habe ich noch keine Schäden festgestellt“, sagt Westerworth, „aber die Zeit drängt.“ Spuren des Klimawandels zeige auch schon der heimische Wald. „Seit 30 Jahren pflanzen die Förster wärmeverträgliche Baumarten in die Wälder“, erklärt Westerworth.

Während der Ahorn sich schnell einlebe, sei die Esche derzeit durch einen Pilz bedroht. Die Wärme mache vor allem alteingesessenen Bäumen wie Eichen und Buchen zu schaffen, die kühleres Klima gewohnt sind. Dazu komme die Überdüngung der Böden durch Autoabgase. „Früher haben Bäume im Sommer aufgehört zu wachsen und waren dann im Winter frostresistent“, schildert Westerworth die Situation. „Heute wachsen sie wegen der vielen Nitrate im Boden bis in den Herbst, und wenn es dann Frost gibt, erfrieren die Knospen.“ Kommt kein Frost, weichen die Bäume auf und bieten damit Schädlingen und Parasiten eine Angriffsfläche.

Schuld daran, so der Fachmann, sei vor allem die Überdüngung durch Stickstoff aus den Auto-Abgasen. „Ein Katalysator reinigt die Abgase bei Benzinmotoren, aber bei Dieselmotoren gibt es noch keine technische Entschärfung.“ Dabei sei die längst möglich: „Bei Lastwagen werden Harnstoffe über einen Extratank zum Diesel hinzu gefügt, so dass die Stickoxyde, die im Boden den Dünger Nitrat bilden, in Stickstoff und Wasser aufgespalten und damit unschädlich werden. Bei Pkw fehlt das noch. Hier ist Elektromobilität eine echte Alternative. Klimaschutz ist eine große Herausforderung.“

Denn falls nicht gegengesteuert wird, warnt der 71-Jährige, drohe das Schmelzen der Gletscher, und der Meeresspiegel würde stark steigen. „Die Migration würde zunehmen, weil Afrika ausdörren und unbewohnbar werden würde.“ Zudem würden viele Tiere und Pflanzen verschwinden, die mit den wärmeren Temperaturen nicht zurechtkommen. „Um die Gefahr des Klimawandels einzudämmen, kann jeder etwas tun“, betont Friedrich Westerworth.

Der beste Klimaschützer sitzt mit Stoffbeutel auf dem Fahrrad, isst keine Avocados, ernährt sich nur von heimischen Produkten und nutzt sein Mobiltelefon mehrere Jahre. „Life-Style Ist in Mode, nimmt aber keine Rücksicht auf den Klimawandel“, kritisiert Westerworth den derzeitigen Boom der Avocado. „Avocados brauchen sehr viel Wasser, 1000 Liter pro Kilogramm. Außerdem ist der Transport klimaschädlich.“ Deshalb sei auch eine vegane oder vegetarische Ernährung kritisch zu sehen: „Wer sich das ganze Jahr über von frischem Obst und Gemüse ernähren will, fördert den klimaschädlichen Transport und verhält sich gegenüber der Umwelt falsch. Fleisch steht bei uns ganzjährig zur Verfügung. Veganes Essverhalten ist ökoschädlich.“ Die schnelllebige Mode, bei der ein Mobiltelefon nach einem Jahr schon ausgetauscht werde, die vielen Plastiktüten, das abgasreiche Auto – das alles könne vermieden werden.

„Radfahren ist gesund und schont die Umwelt“, sagt Westerworth, der gelegentlich von Bargteheide nach Bremen radelt. „Wer zum Einkaufen einen Stoff-Beutel mitnimmt und seine Winterjacke auch in der dritten Saison anzieht, kann viel dazu beitragen, dass das Weltklima gesünder wird.“

 Bettina Albrod

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