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Stormarn Krankenhauschef wurde zum Patienten
Lokales Stormarn Krankenhauschef wurde zum Patienten
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20:24 15.08.2016
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Bad Oldesloe

Bewegung als Ausgleich zur Schreibtischarbeit – das hatte sich Andreas Reichardt, Geschäftsführer der Asklepios Klinik Bad Oldesloe, vorgenommen. Doch es kam anders als geplant.

Assistenzarzt Christian Grenz legt den Gipsverband bei Klinikchef Andreas Reichardt an. Quelle: hfr

Vergangene Woche wollte sich Reichardt ein neues Fahrrad kaufen. Der 32-Jährige, der seit Anfang dieses Jahres in Bad Oldesloe arbeitet, entschied sich schnell für ein Modell und drehte noch eine Runde im Laden. In einer Kurve passierte es: Der Hinterreifen des Bikes rutschte weg, Reichardt fiel zu Boden. „Mein erster Gedanke galt dem neuen Fahrrad, das zum Glück heil blieb“, so der Klinikchef. Auch Reichardt schien zunächst unverletzt. Eine Stunde später bemerkte er jedoch, dass er seinen rechten Arm nicht mehr richtig bewegen konnte. „Meine Frau drängte darauf, dass ich mich in einem Krankenhaus untersuchen lasse“, so Reichardt.

Da die Schmerzen größer wurden, stimmte Reichardt zu und ließ sich in die Asklepios Klinik Bad Oldesloe fahren. Im Krankenhaus angekommen, untersuchten die Chirurgen Oberarzt Jörg Döring und Assistenzarzt Christian Grenz den Verletzten. „Als wir hörten, dass ein Patient namens Andreas Reichardt eingeliefert wurde, wurden wir natürlich stutzig. Aber letztendlich ist der Klinik-Chef ein Patient wie jeder andere auch“, erklärte Christian Grenz.

Reichardt wurde geröntgt. Diagnose: Speichenbruch. „Die zweithäufigste Fraktur nach dem Schlüsselbeinbruch“, weiß Kollege Grenz. Da die Bruchstücke in Reichardts Arm nicht verschoben waren, konnten die Ärzte direkt einen Gips anlegen, der den Bruch stabilisierte. Anschließend durfte der Klinikchef wieder nach Hause.

Hat sich Reichardt wohl gefühlt in „seinem“ Krankenhaus? „Es war schon komisch, die Klinik aus der Patienten-Perspektive zu betrachten. Kein Mensch ist freiwillig gerne krank. Aber für mich hatte es auch etwas Gutes: Als ich am Empfang warten musste, um mich anzumelden, ist mir aufgefallen, dass es keine Möglichkeit für Patienten gibt, in Ruhe die Formulare zur stationären Aufnahme auszufüllen.

Das wollen wir nun dringend ändern. Denn diese Privatsphäre ist für Patienten wichtig.“

Bevor Reichardt die Neuerung in Angriff nimmt, hofft er, dass die erste Röntgenkontrolle positiv verläuft. Denn er hat ein weiteres Projekt, für das er beide Arme braucht: Im August erwarten er und seine Frau zum ersten Mal Nachwuchs.

LN

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