Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Kreis bearbeitete Anträge nicht
Lokales Stormarn Kreis bearbeitete Anträge nicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 06.11.2018
Der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe steht Ärger ins Haus. Quelle: foto: Bartsch
Bad Oldesloe

Das geht aus Recherchen des NDR Schleswig-Holstein hervor. Einige der mehr als 300 Anträge auf Kostenübernahme seien bereits im Jahr 2014 gestellt worden. Mehrere Heime geben Rückstände zwischen 50 000 und 100 000 Euro an. Die offene Summe für Pflegeeinrichtungen im gesamten Kreis Stormarn beläuft sich nach NDR-Recherchen etwa auf einen hohen sechsstelligen Betrag.

Heimbetreiber im Kreis Stormarn sprechen in diesem Zusammenhang von einem finanziellen Risiko für ihre Einrichtungen. „Das sind schon immense Vorlaufkosten, die wir da haben“, sagt Mathias Steinbuck, der in Bargteheide mehrere Heime betreibt. Er verweist unter anderem auf laufende Betriebs- und Personalkosten. „Wir haben bei rund 25 Bewohnern Kostenübernahmeanträge, die durch den Kreis Stormarn noch zu bearbeiten sind.“ Über die Jahre sei so eine Summe von rund 100 000 Euro entstanden.

Besonders Betreiber von kleineren Heimen beschreiben die Situation als existenzgefährdend. Nach Recherchen des NDR Schleswig-Holstein haben Heime in den vergangenen Jahren bereits mehrfach Sozialhilfeempfänger abgelehnt, da sie fürchteten, erneut auf den vorgestreckten Kosten sitzen zu bleiben.

Sigrid Motzko aus Reinbek berichtet von so einer Erfahrung: Nach einer Kurzzeitpflege stand sie auf der Warteliste für einen Heimplatz in Glinde. „Ich habe vom Heim die Rückmeldung bekommen, dass eine Aufnahme von mir und anderen Sozialhilfeempfängern nicht erfolgen kann, weil das Sozialamt die Zahlungen leider nicht tätigt.“ Dabei ist es rechtswidrig, Personen als Bewohner im Pflegeheim abzulehnen, die auf soziale Unterstützung angewiesen sind.

Das Kreissozialamt in Bad Oldesloe räumt den Rückstau an offenen Anträgen auf Heimkostenübernahme auf Anfrage ein. Die zuständige Fachdienstleiterin im Kreissozialamt, Larissa Bebensee, begründet dies unter anderem mit einer hohen Personalfluktuation und mehreren Wechseln in Führungspositionen ihrer Abteilung in den vergangenen Jahren.

„In der Rückschau haben wir vielleicht auch zu wenig Personal gehabt“, sagt Bebensee dem NDR im Interview. Zudem sei die Zahl der Fälle in den vergangenen Jahren angestiegen.

Nach Angabe des Kreises wird für Antragsteller frühestens bis Mitte 2019 eine spürbare Verbesserung eintreten.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!