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Stormarn Kreis Stormarn verkauft Anteile an der Müllverbrennung für eine Million
Lokales Stormarn Kreis Stormarn verkauft Anteile an der Müllverbrennung für eine Million
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23:27 05.02.2016

Der Kreis Stormarn ist aus dem Schneider: Er hat jetzt seine Anteile (11,8 Prozent) an der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld verkauft. Etwas mehr als eine Million Euro fließen dafür in den Kreishaushalt. Landrat Klaus Plöger wollte die Summe nicht bestätigen, aber „die Anteile sind verkauft“ — die Stormarner genauso wie die des Kreises Herzogtum Lauenburg. Das bestätigte der Vorsitzende der dortigen CDU-Kreistagsfraktion und Bundestagsabgeordnete, Norbert Brackmann. Er bestätigte auch die Summe und erklärte: „Unterschrieben wurden die Verträge am 29. Januar.“ Klaus Plöger: „Mit der Summe sind wir nicht unzufrieden.“

Die Alternative wäre gewesen, die Anteile, die zum 1. Januar 2017 frei werden, wieder zu ziehen. Das wollten beide Kreise nicht. Unter anderem deshalb, weil die Kreise bei einem späteren Rückbau der Anlage finanziell mit im Boot gesessen hätten. Und „weil die Anlage nur schwach ausgelastet ist“, so Plöger. „Ärgerlich ist dabei, dass wir die Kosten für das Wertgutachten zahlen müssen.“ Das wurde notwendig, weil die Kommunalaufsicht des Landes darauf bestanden hatte. Die beiden Kreise teilen sich aber die Kosten.

Der Verzicht auf die Kreis-Anteile kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Betreiber, der niedersächsische Abfallkonzern EEW (Energy from Waste) mit Sitz in Helmstedt, an den chinesischen Investor Beijing Enterprises verkauft wird. Die EEW betreibt auch die Müllverbrennungsanlage in Stapelfeld. Sie ist eine von 18, die zum Unternehmen gehören. Für die Bürger in beiden Kreisen ändert sich nichts. Ihr Müll geht weiterhin nach Stapelfeld.

„Ich gehe davon aus, dass der Investor ein dauerhaftes fachliches Interesse an der EEW-Gruppe hat, immerhin der größte Anbieter von thermischen Behandlungsanlagen in Deutschland. Wir erwarten keine Auswirkungen auf den Betrieb in Stapelfeld“, erklärt der Geschäftsführer der Abfallswirtschaft Südholstein (AWSH), Dennis Kissel. Die AWSH ist für die Müllentsorgung in beiden Kreisen zuständig. Den Verkauf der Kreis-Anteile an der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld will der Geschäftsführer nicht kommentieren. „Das ist Sache der Kreise.“

kks

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