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Stormarn Kreis hilft bei Katastrophen
Lokales Stormarn Kreis hilft bei Katastrophen
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22:45 10.11.2017
Katastrophenschützer beim Kreis: Andreas Rehberg und Birte Riebel.
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Bad Oldesloe

Zu einem realen Szenario ist es glücklicherweise seit fast 40 Jahren nicht mehr gekommen. „Den bisher letzten Katastrophenfall hatten wir im Winter 1978/79“, erinnert sich Andreas Rehberg, Fachbereichsleiter für Sicherheit und Gefahrenabwehr in der Kreisverwaltung. Damals mussten auch in Stormarn alle Helfer alarmiert werden – wegen der Schneekatastrophe.

870 Männer und Frauen, die meisten von ihnen gehören als ehrenamtliche Mitglieder den Hilfsorganisationen an, kann der Kreis Stormarn innerhalb eines kurzen Zeitraumes mobilisieren. Damit wird der Bevölkerung auch im Katastrophenfall Schutz und Sicherheit garantiert.

Selbst vorsorgen

Eine Eigenverantwortung haben auch die Bürger. Jeder sollte für den Katastrophenfall Lebensmittel, Wasser und technische Hilfsmittel lagern, um mehrere Tage ohne fremde Hilfe auszukommen.

www.bbk.bund.de

„Wir sind zur Stelle, wenn der normale Sicherheitsapparat mit einer besonders schwierigen Situation nicht mehr fertig wird“, erläutern Andreas Rehberg und Birte Riebel von der Unteren Katastrophenschutzbehörde im Oldesloer Kreishaus. Es gehe dann darum, das Leben und die Gesundheit von Menschen zu schützen oder auch einen größeren materiellen Schaden zu vermeiden. „So wie bei einem Hochwassereinsatz“, sagt der Fachbereichsleiter.

Und so wurden die Helfer aus Stormarn auch angefordert, als vor rund zwei Jahren das Hochwasser der Elbe zahlreiche Orte im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg bedrohte – aus Bad Oldesloe rückten dann die Angehörigen der Betreuungsgruppe, der Technischen Einsatzleitung sowie einer Brandschutzbereitschaft an. Einen vergleichbaren Alarm hatte es im Jahr 2002 gegeben, als die Elbe ebenfalls Hochwasser führte und auch große Teile der historischen Innenstadt Dresdens, der sächsischen Metropole, überflutet waren.

„Bei Katastrophen denken wir in einem großen Rahmen“, betonen Andreas Rehberg und Birte Riebel. Es könne sich um einen Flugzeugabsturz, ein Zugunglück oder auch um einen Verkehrsunfall mit einem „Massenanfall an Verletzten“ handeln. Dann entscheiden Landrat Henning Görtz und die Angehörigen des ihm zugeordneten Stabes, ob es sich um einen Katastrophenfall handelt.

Und die Helfer müssen rasch zur Stelle sein. „Einige Einheiten sind dann innerhalb von 40 Minuten im Einsatz“, erläutert Birte Riebel. Der Kreis kann sich bei dieser Aufgabe auf das Engagement von Helfern verlassen, die den freiwilligen Feuerwehren, dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Malteser Hilfsdienst, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und der Johanniter Unfallhilfe angehören. Das Gros der insgesamt 870 Aktiven – davon sind etwa 30 Bedienstete des Kreises – gehören den beiden Brandschutzbereitschaften mit insgesamt 460 Feuerwehrleuten an.

Personell breit aufgestellt ist auch der Sanitätsbereich mit 194 Angehörigen, dann folgen der Löschzug Gefahrengut mit 64 Aktiven und die Betreuungsgruppe mit 44 Mitgliedern. Darüber hinaus existieren die Führungsstäbe und die Einsatzleitung.

Um schnell zu helfen, will der Kreis die Retter mit modernem Gerät ausstatten. So steht unter dem Dach des Katastrophenschutzzentrums unter anderem ein mit viel Elektronik ausgestattetes Fahrzeug für die Einsatzleitung. „Und wir haben auch Krankentransportwagen, die über zwei Tragen verfügen und mit Allradantrieb ausgestattet sind, um auch bei ganz schlechtem Wetter fahren zu können“, so Birte Riebel. Die Kosten für die Ausrüstung übernimmt der Kreis zum größten Teil, auch die Organisationen beteiligen sich daran.

Um auf den hoffentlich niemals eintretenden realen Einsatz gerüstet zu sein, haben Stormarns Katastrophenschützer erst vor wenigen Wochen an einer groß angelegten Übung im Kreis Steinburg teilgenommen. Da wurde das Zusammenspiel mit den anderen Helfern aus den Kreisen Schleswig-Holsteins sowie aus einigen Regionen Niedersachsens trainiert. Die bisher letzte Großübung in Stormarn spielte sich 2008 ab – eine Massenkarambolage auf der damals noch nicht ganz fertiggestellten A 20 zwischen Mönkhagen und dem Autobahnkreuz Lübeck. „Wir planen zurzeit eine neue Vollübung“, blicken Andreas Rehberg und Birte Riebel voraus.

 Michael Thormählen

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