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Stormarn Kreis soll bei Fluglärm politisch aktiv werden
Lokales Stormarn Kreis soll bei Fluglärm politisch aktiv werden
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22:31 19.08.2016
Die Flugzeuge sind nach Meinung der Initiativen in Stormarn zu laut. Quelle: dpa
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Elmenhorst

„Man muss eine Kreisinitiative aufstellen, die kann die Interessen besser vertreten“, erklärte Bürgermeister Bernd Bröcker. „Die Politik hat mehr Gewicht.“ Voraussetzung dafür sei allerdings eine einhellige Position der Stormarner Initiativen. „Wir müssen mit einer Stimme reden.“

Mittlerweile gibt es drei Gruppierungen gegen Fluglärm in Stormarn; neben der Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) gibt es in Elmenhorst die FGE (Fluglärmgeplagte Gemeinde Elmenhorst) und neuerdings auch in Jersbek eine Arbeitsgruppe, die sich mehr Ruhe am Himmel wünscht. Erschwert wird die Gemeinsamkeit durch den Umstand, dass im Kreis unterschiedliche Betroffenheiten bestehen. Zuletzt war Ahrensburg durch die Ausweitung der Anflugrouten etwas entlastet worden, gleichzeitig sind dadurch neue Betroffenheiten in Jersbek, Bargteheide und Elmenhorst entstanden.

Kreispräsident Hans-Werner Harmuth ist bereits politisch aktiv. Er hatte vor kurzem ein Treffen zwischen den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden im Kreis und den Fraktionsvorsitzenden der Hamburger SPD und der Hamburger Grünen organisiert. „Wir wünschen uns einen ständigen Dialog und die Suche nach Lösungen, die für alle Seiten tragbar sind“, erklärt Harmuth. „Nach der Sommerpause ist ein erneutes Treffen geplant, an dem auch alle Initiativen im Kreis beteiligt sein sollen.“

Die Frage sei, welche Möglichkeiten Stormarn überhaupt habe, so der Kreispräsident. Rund um Hamburg gebe es viele Bürgerinitiativen zum Fluglärm mit vielen unterschiedlichen Interessen. „Ein Mitspracherecht Stormarns gibt es nur über Bürgermeister Michael Sarach, der für den Kreis in der Fluglärmschutzkommission sitzt.“ Es sei wichtig, alle Seiten in den Dialog zu bringen. „Wir brauchen dabei die Hilfe der Landespolitik in Kiel und die der Hamburger Bürgerschaft.“

Auch bei der BAW sieht man die Politik in der Pflicht. „Die jahrelangen Versäumnisse bei der Vertretung der berechtigten Interessen der vom Fluglärm des Hamburger Flughafens betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Kreisen Segeberg, Pinneberg und Stormarn seitens der Landesverwaltung und -politik beginnen negative Konsequenzen zu haben. Immer mehr Bürger begehren auf“, heißt es in einer Mitteilung von René Schwartz aus Ahrensburg (BAW). Insbesondere Flüge nach 23 Uhr hätten zugenommen, kritisiert Martin Mosel (BAW), 26 Prozent mehr Flugzeuge hätten im Juli das Zeitfenster ab 23 Uhr für den Flugbetrieb genutzt.

Laut aktuellem Monatsbericht des Hamburg Airport gab es 6,2 Prozent mehr Flüge als im Juli 2015. Als Folge davon seien auch die Flugbewegungen moderat gestiegen. Flüge zwischen 23 und 24 Uhr habe es drei bis vier Mal pro Nacht gegeben – auch eine leichte Zunahme.

 Bettina Albrod

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