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Kreisfeuerwehrverband verpasst sich Radikalkur

Großhansdorf Kreisfeuerwehrverband verpasst sich Radikalkur

Änderungen im Brandschutzgesetz, Kameradschaftskassen oder neue Satzungen für die Feuerwehren hätte man auf der Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Stormarn in Großhansdorf thematisieren können. Doch alles wurde nur kurz angerissen. Vielmehr standen Ehrungen, Beförderungen, Ernennungen und Abberufungen sowie die knapp 17 Minuten währende Rede des Landrates im Vordergrund der Sitzung, die schon nach zwei Stunden und 44 Minuten wieder beendet war.

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Kreispräsident Hans-Werner Harmuth war einer der Ersten, die Anja Kühl zur Feuerwehr-Ehrenmedaille gratulierten.

Großhansdorf. Kreiswehrführer Gerd Riemann machte schon zu Beginn der Versammlung in der Aula des Emil-von-Behring-Gymnasiums deutlich, dass es die letzte Mitgliederversammlung „zwischen den Jahren“ sein werde.

Künftig, so sei es mehrheitlich in mehreren Gremien beschlossen worden, werde es nur noch eine Jahresversammlung des Verbandes im Frühjahr geben. Und auch der Kreisfeuerwehrmarsch, an dem zwischen den Jahren 1977 und 2000 noch über 900 Kameraden teilgenommen hatten, werde eingestellt. „In diesem Jahr lag die Teilnehmerzahl nur noch bei 190 Männern, Frauen und Jugendlichen“, so Riemann. Das sei bei etwa 3200 aktiven Mitgliedern zuzüglich der etwa 700 Jugendlichen einfach zu wenig.

Ein beeindruckendes Grußwort hielt Hamburgs oberster Feuerwehrmann, Oberbranddirektor Klaus Maurer. Darin berichtete er, dass die Stadt Hamburg eine neue Berufsfachschule für Notfallsanitäter, die künftig ja den Berufszweig der Rettungsassistenten ablösen sollen, eingerichtet habe. Und dann nahm Maurer den Feuerwehreinsatz in Marne, bei dem ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen war, zum Anlass, einen Quervergleich zu den Bunkerbränden in der Hansestadt Anfang August des Jahres zu ziehen. Glücklicherweise seien dabei keine Menschen ums Leben gekommen, so Maurer.

Kreisgeschäftsführer Thomas Steenbock stellte in aller Kürze den Haushalt für das kommende Jahr vor. Demnach werden im Verwaltungshaushalt sowohl in der Einnahme als auch in der Ausgabe 509

200 Euro festgesetzt. Im Vermögenshaushalt sind es auf beiden Seiten 28500 Euro. Die Haushaltssatzung wurde von der Versammlung einstimmig angenommen.

Der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes hatte in seiner Dezember-Sitzung beschlossen, die Öffentlichkeitsarbeit neu zu strukturieren. So sollen künftig alle Wehren sowie die Amtswehrführungen über ihre Einsätze selbst berichten. „Dabei sollen die Kameraden allerdings keine Reporterarbeit machen“, betonte Riemann. Auf Grund dieser Neuerungen sei auch der bisherige Fachwart Presse des Verbandes, Otto Heydasch, bereits abberufen worden.

Landrat Klaus Plöger griff in seiner Rede auch noch einmal das Unglück von Marne auf. „Es ist eine Katastrophe, wenn in Schleswig-Holstein ein Kamerad bei einem Einsatz ums Leben kommt. Daher muss man noch einmal deutlich machen, dass wir nicht immer nur reden, die Feuerwehren gut auszustatten, sondern auch handeln.“ Plöger gab den Feuerwehren und Gemeinden mit auf den Weg: „Seht zu, dass sie gut ausgebildet sind, seht zu, dass sie ihre Arbeit machen können und gebt ihnen das beste Material dafür an die Hand.“

Und dann kämen diese Nöler, die sagten: Das kostet schon wieder Geld und was soll das alles? Man müsse sich, so Plöger, mal die Beispiele wie etwa Hamburg ansehen, welch lebensgefährlicher Einsatz dahinter stecke. Das gebe es auch bei den Freiwilligen Feuerwehren. „Wir sollen und dürfen es nicht versäumen, dieses an jeder Stelle, in jeder Gemeinderatssitzung und bei jeder Veranstaltung den Nölern deutlich zu sagen, was da eigentlich geleistet wird. Dazu braucht man leider immer wieder bestimmte Anlässe, so traurig sie auch sind. Diese Beispiele versteht auch der dümmste anzunehmende Bürger.“ Plöger bekam dafür viel Beifall von den 150 Delegierten.

Beförderungen und Ehrungen
Beförderungen

Zum 1. Hauptbrandmeister: Olaf Klaus (Bad Oldesloe); zum Hauptbrandmeister 3 Sterne: Maik Kortmann (Bargteheide), Nils Meyer (techn. Einsatzleitung); zum Hauptbrandmeister 2 Sterne: Jens Christian Blohm (techn. Einsatzleitung), Frank Grau (Grönwohld), Dennis Müller-Reh und Benjamin Woelk (Reinbek), Sebastian Trau (Tangstedt); zum Oberbrandmeister: Jörg Niemeyer (Bargfeld-Stegen), Sebastian Szymanski (Ohe), Frank Weidel (techn. Einsatztleitung), Andreas Wollny (Reinbek); zum Brandmeister: Martin Hoffmann und Frank Westerwald (techn. Einsatzleitung), Carsten Mahns (Ahrensburg), Benjamin Rohr (Rethwischfeld), Timmy Schmidt (Willinghusen); zum Hauptlöschmeister 3 Sterne: Björn Karczewski (Rethwischfeld) und Christian Krogmann (Stemwarde); zum Hauptlöschmeister 2 Sterne:
Dieter Rohde (Glinde); zum Oberlöschmeister: Sönke Frieling (Bünningstedt), Maik Gruner (Poggensee) sowie Klaus-Jürgen Krüger, Bastian Soltau und Patrick Soltau (alle Stemwarde).

Ehrungen

Brandschutz-Ehrenzeichen in Gold (40 Jahre aktiver Dienst): Klaus Niemeyer (Stellau), Alfred Wetendorf (Bad Oldesloe); Brandschutz-Ehrenzeichen in Silber (25 Jahre aktiver Dienst): Torsten Pardun (Bad Oldesloe), Christian Steinberg (Ahrensburg), Christian Dassau (Hoisbüttel), Udo Mews (Poggensee).

Stormarner Feuerwehr-Ehrenmedaille: Jens Christian Blohm (Siek).



Eine besondere Ehre wurde der Leitenden Kreisverwaltungsdirektorin des Kreises Stormarn, Anja Kühl zuteil. Sie erhielt vom Landesverband die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille.



Das schleswig-holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold bekam Frank Marten (Delingsdorf) ans Revers geheftet; das schleswig-holsteinische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ging an Oliver Selke (Ohe) und Hans-Joachim Pell von der Glinder Betriebsfeuerwehr der Federal Mogul Bremsbelag GmbH.

Jens Burmester

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