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Stormarn Kubicki will Kita-Gebühren abschaffen
Lokales Stormarn Kubicki will Kita-Gebühren abschaffen
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18:18 10.04.2017

„Als Torsten Albig letzte Woche in Ahrensburg war, sind nur 50 Besucher gekommen", freute sich Dr. Bernd Buchholz, Kandidat der FDP für die Bundestagswahl im Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn Süd, weil zum Auftritt von Wolfgang Kubicki am Sonntag rund 200 Gäste im Ahrensburger Marstall erschienen waren. Dem kleinen Sieg in der Schlossstadt hofft die FDP einen großen Sieg bei der Landtagswahl nachschieben zu können. Kubicki, stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und Fraktionsvorsitzender im Kieler Landtag, stellte in lockerer Art die Ziele seiner Partei vor. Dabei setzen die Freien Demokraten im Norden auf die Themen Bildung und Innere Sicherheit.

Wolfgang Kubicki sprach am Sonntag vor vollem Haus in Ahrensburg. Quelle: Foto: Albrod

„Unser Ziel ist es, in fünf Jahren die Kita-Gebühren abgeschafft zu haben“, erklärte Kubicki. „Der Kita-Besuch muss kostenfrei werden, ein Studium ist schließlich auch kostenfrei.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die Kosten zunächst gedeckelt werden: 200 Euro Kita-Beitrag für die Betreuung von U-Dreijährigen, 250 Euro für die Ü-Dreijährigen. „Den Deckel kann man dann langsam absenken“, so Kubicki. „Die Steuern sollte man besser da reinstecken, statt sie in der HSH-Nordbank zu versenken.“ Kubicki setzte sich darüber hinaus für mehr Fachunterricht durch schulartspezifisch ausgebildete Lehrer ein. „Der Unterrichtsausfall ist zu hoch“, kritisierte Kubicki. „In Schleswig-Holstein steigt die Zahl der Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen.“ Auch Inklusion könne nur funktionieren, wenn dafür genügend Fachpersonal zur Verfügung stehe: „Hier wollen wir die Förderzentren wieder stärken.“

Kubicki erteilte der Gleichmacherei eine Absage. „Wenn alle den gleichen Input bekommen, kommt nicht aus jedem Kopf das Gleiche raus. Menschen sind Unikate mit unterschiedlichen Fähigkeiten, jeder sollte nach seinen Fähigkeiten entwickelt werden.“ Dabei dürfe keine Wertung stattfinden: „Die Fähigkeiten sind unterschiedlich, aber alle sind gleich viel wert.“ Kubicki sprach sich weiter dafür aus, einheitliche Standards für das Abitur einzuführen, um global wettbewerbsfähig zu sein. „Der Bund muss die Schulen und Unis finanzieren und die besten Köpfe nach Deutschland holen, wir dürfen der Wissenschaft nicht hinterherlaufen.“ Nobelpreisträger müssten auch wieder aus Deutschland kommen.

Kubicki sprach sich für eine Ausweisung nach Afghanistan aus, wenn die Regeln des Rechtsstaates das verlangten. Die Abschaffung der Grundsteuer bei Wohnraumerwerb bis 500 000 Euro, um junge Familien ins Land zu holen, sowie die Streichung der Straßenausbaubeiträge für Bürger sind weitere Punkte im Programm der FDP. Kubicki verlangte zum Thema Innere Sicherheit eine deutliche Steigerung des Personals bei der Polizei und kritisierte den Abbau unter der jetzigen Regierung: „2016 hat es 360000 Überstunden bei der Polizei gegeben, weil das Personal fehlt. Das geht nicht.“

ba

LN

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