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Stormarn Kultur – Trittaus starke Seite
Lokales Stormarn Kultur – Trittaus starke Seite
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21:42 26.07.2017
Jahresstipendiatin Constanze Vogt (Mitte) zeigte ihre aktuelle Kunst, als Katharina Schlüter, Ralf Stegner, Nina Scheer und Oliver Mesch (von links) das Kulturzentrum und ihr Atelier besuchten. Quelle: Foto: Mapa
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Trittau

Mit einer „stattlichen Runde“, wie Nina Scheer zum Interesse der Vertreter aus Politik, Kulturstiftung und Künstler bemerkte, sei diesmal die Kultur in den Mittelpunkt gerückt. „Das Kulturzentrum ist die ganz starke Seite von Trittau. Es strahlt weit über die Grenzen bis nach Hamburg“, sagte Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch. „Die Mühle ist auch unser Wappensymbol.“ Zur Geschichte der Wassermühle erwähnte Sigrid Kuhlwein (SPD-Kreistagsabgeordnete und Beirat in der Sparkassen-Kulturstiftung), dass die Mühle vor 1990 „mehr oder weniger“ leer gestanden habe und zu den unterschiedlichsten Nutzungsvorschlägen geführt habe. Der damalige Bürgermeister Jochim Schop habe ihre Idee unterstützt, Gemeinde und Kulturstiftung aktiv werden zu lassen – mit Erfolg.

Später, als Geschäftsführerin der Kulturstiftung, habe sie ebenfalls mit Erfolg angeregt, das moderne Atelierhaus als Gegensatz zu dem historischen Gebäude zu bauen, Atelierräume an Künstler zu vermieten und jedes Jahr ein Arbeitsstipendium zu vergeben. Sowohl in diesen Räumen wie auch in der Wassermühle wird seitdem regelmäßig zeitgenössische Kunst gezeigt. „Hier hat sich eine ganze Menge entwickelt, hoffentlich bleibt es so“, fügte sie als treibende Kraft für dieses Zentrum hinzu, das inzwischen regelmäßig Lesungen, anspruchsvolle Musik und mehr bietet. Erwähnenswert sind auch die Kunsthandwerkermärkte rund um die Mühle, die Zehntausende Besucher anziehen.

„Es gibt eine enge und gute Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Gemeinde“, sagte der Bürgermeister und sprach von einem „bewährten Modell seit 25 Jahren als Symbiose von moderner Kunst und Gemeinde.

Eine Kooperation auf Augenhöhe, bei der sich die Gemeinde auch finanziell einbringt“. Ohne die Stiftung sei das alles nicht denkbar, doch er mahnte: „Ein Kulturzentrum ist auch Aufgabe des Staates.

Das ist eine kulturpolitische Frage. Wir haben doch verschiedene Förderprogramme im ländlichen Raum“, richtete er sein Wort an die Politik. Der Kreis Stormarn halte sich raus und habe die Kulturarbeit der Stiftung überlassen, gab er Stegner und Scheer mit auf den Weg. Auch Katharina Schlüter (Geschäftsführung der Stiftung Sparkasse Holstein) sei es nicht nur wichtig, das Kulturzentrum mit einem Ausstellungsprogramm überregional sichtbar zu machen, sie würde auch gern ein Angebot für Schulen ausbauen, doch auch das müsse mit Kunstvermittlern finanziert werden.

Beeindruckt von dem Ambiente der Wassermühle, vor allem auch von den Kulturaktivitäten, zeigte sich Ralf Stegner: „Hier gibt es ein lebendiges Kulturangebot. Das ist nicht überall so. Es lohnt sich, Kultur auf dem Land anzubieten.“

Einst Kornwassermühle

Die Trittauer Wassermühle ist seit 1992 ein Kulturzentrum. Das heutige Mühlengebäude wurde 1701 erbaut, eine Kornwassermühle an diesem Standort gibt es aber urkundlich nachgewiesen schon seit dem 16. Jahrhundert. Doch der Mühlenstandort ist viel älter. 1963 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Bis 1973 gab es noch einen Landhandel, dann erwarb die Gemeinde Trittau das Gebäude. 1976 wurde die Mühle als Kulturdenkmal eingetragen. mapa

 Margret Pantelmann

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