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Stormarn Kultur schlägt eine große Brücke
Lokales Stormarn Kultur schlägt eine große Brücke
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20:20 13.08.2015
Viele verschiedene Organisationen veranstalteten gemeinsam den Interkulturellen Herbst in Ahrensburg, der unterschiedliche Kulturen zusammen bringen will. Quelle: Albrod

Das Netzwerk Migration und Integration gibt es in Ahrensburg schon lange, jetzt bekommt es vor dem Hintergrund des Flüchtlingszustroms aktuelle Bedeutung. Mehr denn je verfolgt das Aktionsforum aus 16 Organisationen, Arbeitskreisen und Initiativen vom Kinderschutzbund über den Runden Tisch Ahrensburg für Zivilcourage bis zur Volkshochschule das Ziel, die Zuzügler aus anderen Ländern in die bestehende Gesellschaft zu integrieren.

Federführend war hier Hans-Peter Weiss, der 2001 den Grundstein für das Netzwerk gelegt hat. Mittlerweile hat er die Organisation abgegeben, aber die Ziele sind geblieben. Armin Diedrichsen, Kathrin Taylor Voß und Bernard Bonnin organisieren nun das Fest der bunten Unterschiede.

Regelmäßig gibt es in Ahrensburg den Interkulturellen Herbst, bei dem über vielfältige Veranstaltungen ein Dialogfeld für Menschen aus allen Ländern geschaffen wird. Die Schirmherrschaft hat Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach übernommen. Unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“ laden vom 30. August bis zum 13. Dezember Vorträge, Feste, Filme, Diskussionsrunden, Lesungen und Theater Menschen aller Kulturen zum Treffen ein. „Wir wissen, dass wir die Angebote nur auf Deutsch machen und dass das ein wunder Punkt ist“, erklärt Armin Diedrichsen. Aber durch Paten, die die Zugezogenen begleiten, und durch erste Deutschkenntnisse könne durchaus ein Dialog hergestellt werden. Dazu kommen Feste, Musik oder Kulinarisches, die von Sprache unabhängig sind.

Los geht es am 30. August mit einer Eröffnungsparty im Marstall mit Live-Musik, Kabarett, Theater, Tanz, Poetry-Slam und internationalen Speisen. Von 14 bis 18 Uhr dauert das Unterhaltungsangebot.

Mit der Farce „Lysistrata“ greift Armin Diedrichsen mit der Marstall-Theatergruppe am 3. und 4. September um 20 Uhr die Frage auf, wie man den Krieg beenden kann und wer am meisten darunter leidet. Dass man auch friedlich zusammen leben kann, beweist das Projekt „Gärten — Orte der Begegnung“ in Ahrensburg. „Das gibt es seit 2009“, erläutert Organisator Jürgen Martens. „Sieben Familien mit türkischen Wurzeln, zwei russland-deutsche Familien, ein Russe mit russland-deutscher Frau, ein Grieche mit deutscher Frau und zwei deutsche Familien gärtnern gemeinsam in einer 2300 Quadratmeter großen Lauben-Kolonie. Die ist in 13 Parzellen zu jeweils 130 Quadratmeter aufgeteilt worden.“

Die jeweilige Kultur spiegele sich in der Gestaltung der Parzellen wider, gleichzeitig sei unter den Familien echte Freundschaft entstanden. Besucher können sich am 8. September von 15 bis 16.30 Uhr ein Bild davon machen, wie Kulturen buchstäblich zusammenwachsen.

Filme im Filmclub Marstall und im Bruno-Bröker-Haus ergänzen das Angebot. „Das Bruno-Bröker-Haus ist eine Jugendeinrichtung der Stadt, in der zurzeit junge Menschen aus 36 Nationen zusammen kommen“, erläutert Leiter Bernd Meyerink. Dort werden preisgekrönte Filme gezeigt, die inhaltlich Bezug zur Integrationsthematik haben. Ein Sommerfest im Stadtteil Gartenholz (12. September), verschiedene Vorträge zu politischen Themen (16. September und 23. September) oder eine Ausstellung zum Schicksal von Bootsflüchtlingen in der Eric-Kandel-Schule (Gymnasium am Heimgarten, 2. Oktober bis 17.

Oktober) binden ebenfalls Jugendliche in die Thematik ein. „A table“ nennt sich eine Reihe, die seit sechs Jahren Menschen aller Nationalitäten zu Tisch bittet (27. September und 13. Dezember). Jeder bringt ein kleines Gericht seiner Heimat mit, alle probieren gemeinsam. Am 3. Oktober gibt es den Tag der offenen Moschee, der bereits seit mehreren Jahren angeboten wird.

Ein spezielles Angebot für Kinder bietet das Kinderhaus Blauer Elefant vom 19. bis 24. Oktober täglich von 14 bis 16 Uhr an. „Was spielst du? Was isst du? Und was trägst du?“ sind die Fragen, die durch alle Kulturen beantwortet werden. Am 9. November gibt es den Gang des Erinnerns durch Ahrensburg, bei dem an die Reichsprogromnacht 1938 erinnert wird und an die Schicksale der Menschen, die in Ahrensburg betroffen waren.

• Mehr dazu auch unter www.netzwerk-migration-integration.de

Muslime unterstreichen ihre Zugehörigkeit
Der Tag der offenen Moschee wird in Deutschland seit 1997 am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, veranstaltet. Den Termin hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bewusst gewählt. Er soll die Zugehörigkeit der Muslime zur Einheit Deutschlands zeigen. In ganz Deutschland öffnen etwa 1000 Moscheen verschiedener Verbände ihre Tore für über 100000 Besucher, heißt es bei www.kleiner-kalender.de.



In Ahrensburg lädt die Türkisch-Islamische Gemeinde der Schlossstadt in seine Moschee im Woldenhorn.

Bettina Albrod

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