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Kunterbuntes Krabbeltier-Mosaik

Bad Oldesloe Kunterbuntes Krabbeltier-Mosaik

„Ich wusste, es wird etwas ganz Großartiges dabei herauskommen“, sagt Siobhan Tarr und blickt begeistert auf das Mosaik, das in ihrem Keller in Seefeld entsteht. Viele kleine Puzzleteile aus gebrochenen Fliesen bilden bald ein großes Kunstwerk, an dessen außergewöhnlicher Gestaltung 46 Kinder der Kita Steinfelder Redder in Bad Oldesloe einen großen Anteil haben.

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Großartiges Mosaik im Street-Art-Stil für den Eingangsbereich der Kita Steinfelder Redder: Künstlerin Siobhan
Tarr wird das Kunstprojekt im diesem Sommer noch beenden. 46 Kita-Kinder waren beteiligt.

Quelle: vb

Bad Oldesloe.  Sie schufen die skurrilen Krabbeltierchen im Zentrum des Mosaiks – pralle rote Käfer, alienhafte Mehrfüßler, dicke grüne Raupen. „Keines sieht aus wie das andere“, sagt die bekannte Mosaik-Künstlerin. „Die Kinder waren sehr phantasievoll.“

LN-Bild

Künstlerin Siobhan Tarr fertigt zusammen mit Kindern der Kita Steinfelder Redder ein riesiges Kunstwerk.

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Wie nun kamen die Insekten in den Keller? Siobhan Tarr hatte sich im vergangenen Jahr beim Wettbewerb „Kunst im öffentlichen Raum“ für den Neubau Kita Steinfelder Redder beworben, ausgelobt von der Stadt Bad Oldesloe. Sie überzeugte mit ihrem Konzept die Jury und bekam den Auftrag, ein etwa 3,5 Quadratmeter großes Mosaik für den Eingangsbereich des Kindergartens zu schaffen. „Wichtig war mir, dass die Kinder aktiv mitwirken können bei der Gestaltung“, sagt die gebürtige Engländerin, die mit ihrer Familie schon l ange in Seefeld lebt.

So bekamen die Jungen und Mädchen im Alter zwischen drei und sechs Jahren den Auftrag, mit Buntstiften Insekten zu zeichnen. Vorher hatten sich die Knirpse intensiv mit dem Thema „Lebensraum Knick-Insekten“ beschäftigt. Denn der Knick war es, der Siobhan Tarr sofort ins Auge stieß, als sie das erste Mal den Eingangsbereich der neuen Kita betrat. „Mir fiel das riesige Fenster im Galeriebereich mit Blick auf den nahegelgenen grünen Knick auf“, berichtet sie. „Dieses große grüne Bild fand ich sehr schön.“ Ihr Kunstprojekt war geboren. „Ich wollte mich der natürlichen Welt der Kinder widmen.“

Auf dem Mosaik wird ein Junge überdimensional dargestellt. Er beugt sich über eben jene Krabbeltierchen, die die Kita-Kinder geschaffen haben. Er hat eine Becherlupe, ein Fangnetz und ein angebissenes Franzbrötchen dabei. Gegenüber des Jungen ist ein großer Käfer mit Knick stilisiert. Das Motiv entsteht aus Tausenden kleiner Teilchen, Stück für Stück mit einer Mosaikzange herausgeknipst aus herkömmlichen Fliesen. Wie Puzzleelemente fügt die Künstlerin sie zusammen. „Die Insektenbilder der Kinder habe ich graphisch bearbeitet und als Vorlage für sogenannte Digital Ceramic Transfers benutzt“, erzählt die Künstlerin. Heißt: Aus den Papierbildern der Kinder wurden farbige, fotorealistische Abziehbilder, die Siobahn Tarr dann auf helle Keramikfliesen gelegt und bei 800 Grad in ihrem Brennofen gebrannt hat. „Und dann kam eine ziemlich aufwändige Arbeit“, sagt sie. Käferchen, Ohrenkneifer, Motten und Spinnen bekamen ihre Beinchen und Fühler – alle mühsam mit einer kleinen Maschine aus der Fliese geschnitten.

Mehr als 200 Arbeitsstunden benötigte die Seefelderin bisher für das Mosaik im Street-Art-Stil. „Und ich bin noch lange nicht fertig.“ Siobhan Tarr geht davon aus, das Riesenmosaik noch im Sommer zu beenden. Wenn es dann im Eingangsbereich der Kita hängt, „können die Kinder ihre Insekten immer anfassen, mit ihren kleinen Händen ertasten“, erklärt die Künstlerin. „Sie können sich darüber unterhalten, ihr Krabbeltier wiederfinden.“ Und irgendwann vielleicht auch die Geschwister, die in die Kita nachrücken.

Kunst am Bau

Zu trauriger Berühmtheit gelangte im vergangenen Jahr die Stele des Künstlers Erich Lethgau auf dem Gelände der alten Post in Bad Oldesloe. Einst als Kunst am Bau konzipiert, fiel sie dem Rewe-Neubau zum Opfer. Anfang August 2015 wurde die zweiteilige Statue abgerissen. Die Stele zu erhalten und woanders aufzustellen, wäre aufwändig gewesen. Etwa 50 000 Euro wären nötig gewesen, um die Stele mit einem Skylift anzuheben und mittels Schwertransporter zum neuen Standort zu bringen.

1986 war die 12,50 Meter hohe Stele aus gegossenem Beton, von der 2,50 Meter im Boden stecken, aufgestellt worden. Die Postdirektion in Hamburg hatte das Kunstwerk damals für 100000 Mark in Auftrag gegeben.

 Verena Bosslet

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