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Stormarn LKW-Unfall im Baustellenbereich: A1 gesperrt
Lokales Stormarn LKW-Unfall im Baustellenbereich: A1 gesperrt
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16:03 06.07.2017
Ein LKW-Unfall im Baustellenbereich der A1 zwischen Stapelfeld und Barsbüttel wird am Donnerstagvormittag für größere Staus sorgen. Quelle: jeb
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Stapelfeld

Wieder hat es auf der Autobahn 1 gekracht. Und wieder war es an der Anschlussstelle Barsbüttel: Erst vor wenigen Wochen war dort ein Audi in einen Reisebus mit Schülern gekracht. Am Donnerstag Vormittag hatte ein 43-jähriger Lkw-Fahrer offenbar das Stauende auf seinem Weg in Richtung Lübeck übersehen. Die letzten Autos standen etwa auf Höhe der AS Barsbüttel.
Geistesgegenwärtig versuchte der Trucker noch, seinen knapp 20 Meter langen und etwa 15 Tonnen schweren Sattelzug noch nach rechts zu lenken, um am Stauende vorbei zu kommen. Dann aber lenkte er gegen und steuerte so seinen Sattelzug quer über alle drei Fahrstreifen in Richtung Norden geradewegs auf die Mittelschutzplanke zu - und diese stellte für den mächtigen Sattelzug nur bedingt ein Hindernis dar: Die Zugmaschine walzte über die stählerne Doppelstegplanke über dem Grünstreifen zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen und drängte dabei einen VW Beetle Cabrio, der vor ihm unterwegs war und auf den er am Stauende noch aufgefahren war, gleich mit in die falsche Richtung.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von den Unfall auf der A1 bei Stapelfeld zu sehen.

Während Zugmaschine und ein Teil des unbeladenen Aufliegers die Schutzplanke durchbrachen, landete der VW Beetle oben auf der Schutzplanke. Dabei wurde der Tank des Volkswagens mit Hamburger Kennzeichen aufgerissen und das Benzin lief auf die Fahrbahn. Auch der Fahrer eines japanischen Kleinwagens Daihatsu hatte keine Chance, rechtzeitig zu bremsen oder auszuweichen. Auch dieses Auto krachte in den Sattelzug und blieb schließlich an der Mittelschutzplanke stehen.

Auf der Gegenfahrbahn in Richtung Hamburg wurde ein SUV Nissan eines Stormarners ebenfalls in den Unfall verwickelt. Der Mann hatte auch keine Chance, dem Sattelzug, der urplötzlich durch die Mittelschutzplanke brach und vor ihm auf der Fahrspur auftauchte, auszuweichen. Der Nissan krachte mit voller Wucht in den Sattelzug und blieb schließlich völlig zerstört auf der Fahrbahn stehen. Ein Opel in Fahrtrichtung Süden kam beim Ausweichmanöver nach rechts von der Fahrbahn ab und fuhr in die rechtsseitige Leitplanke.

Weil inzwischen bei allen Fahrzeugen Betriebsstoffe ausliefen, mehrere Autos unter einem umgestürzten Lastwagen lagen und eine Person eingeklemmt gewesen sollte, wurden gleich mehrere Freiwillige Feuerwehren aus der Umgebung sowie mehrere Rettungswagen und Notärzte alarmiert. Selbst in der Leitstelle in Bad Oldesloe war man sich zunächst nicht sicher, ob der Unfall in Richtung Norden oder Süden passiert war. Zunächst wurden Einsatzkräfte in Richtung Norden alarmiert, zwei Minuten später gab es eine erneute Alarmierung, dieses Mal allerdings Richtung Süden.

Entwarnung gab es schließlich von den ersten Einheiten vor Ort. Fünf beteiligte Personen, darunter auch der Trucker, wurden glücklicherweise nur leicht verletzt. Drei von ihnen kamen vorsorglich zur Untersuchung in ein Krankenhaus. Die A1 blieb in Richtung Hamburg etwa zweieinhalb Stunden gesperrt. Richtung Norden wurde der Verkehr an der Unfallstelle vorbeigeleitet. Autofahrer mussten lange Wartezeiten und Verspätungen in Kauf nehmen.

Nach der Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge sowie einer Reinigung der Fahrbahn wurden alle sechs Fahrspuren gegen 14.15 Uhr wieder freigegeben. „Wir wollten die Autobahn so schnell wie möglich wieder freigeben“, sagte der Chef der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe, Jörg Becker. Weil die Mittelschutzplanke hier auf einer Länge von 88 Metern erneuert werden muss, bleibt bis zum Abschluss dieser Arbeiten das Tempo hier auf 60 km/h beschränkt.

Jens Burmester

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