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Stormarn Land hilft bei Wohnungssuche
Lokales Stormarn Land hilft bei Wohnungssuche
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18:13 10.07.2018

Von Gewalt betroffene Frauen leben länger als erforderlich in Frauenhäusern, weil sie auf dem freien Wohnungsmarkt keine bezahlbare Wohnung finden. Das Land will helfen. Es stellt 4,2 Millionen Euro für sechs regionale Servicestellen bereit, die die Frauen unterstützen sollen. Eine davon ist Schwarzenbek.

Projektdaten

Die Fördersumme für den Zeitraum von November 2017 bis Dezember 2022 beträgt 4,2 Millionen Euro.

Projektträger ist „Der Paritätische“ Schleswig-Holstein.

Sechs regionale Servicestellen unterstützen bei der Wohnungssuche, Vermittlung von Wohnraum, Aufbau von Netzwerken.

Der jüngste Bewohner des Schwarzenbeker Frauenhauses ist ein halbes Jahr alt. Seine Mutter kam kurz nach der Geburt, weil sie ihren gewalttätigen Partner nicht mehr ertragen konnte. Insgesamt leben hier sieben Frauen und sieben Kinder.

Im Frauenhaus Ahrensburg gibt es 14 Plätze. Acht Betroffene aus beiden Häusern warten sehnsüchtig auf eine eigene Wohnung. „Sie haben die Krise bewältigt, sind gefestigt, es besteht Trennungsklarheit, aber es ist schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden“, sagt Vera Zingarini, eine der beiden Sozialpädagoginnen des Schwarzenbeker Frauenhauses, die für die Servicestelle Lauenburg-Stormarn zuständig sind. Zusammen mit ihrer Kollegin Ludmila Sitnikowa arbeitet Zingarini für das Projekt „FrauenWohnen“, das unter der Trägerschaft des Paritätischen vom Justizministerium gefördert wird.

4,2 Millionen Euro gibt das Land für den Förderzeitraum von 2017 bis 2022. Ziele sind die Verkürzung des Aufenthaltes in Frauenhäusern, Vermittlung von Wohnraum, Unterstützung bei Kosten, die für die Wohnung anfallen.

Und genau hier liegt das Problem: Die Mieten, die die Betroffenen auf dem freien Wohnungsmarkt zu zahlen haben, werden über das Arbeitslosengeld II geregelt.

Das Jobcenter gewährt für einen Zwei-Personen-Haushalt in Schwarzenbek eine Unterstützung von 444 Euro. „Leider haben die Mieten angezogen, aber die Sätze für die Unterstützung nicht. Früher wurden für eine Miete in dieser Höhe rund 15 Wohnungen angeboten, heute sind es drei“, sagt Zingarini. Dennoch ist sie zuversichtlich: „Wir haben gerade erst begonnen, Kontakte zu Vermietern aufzunehmen.

Viele zeigen sich aufgeschlossen und sind bereit, den Frauen eine Chance zu geben. Dass sie vor der Gewalt ihrer Männer flüchten mussten, bedeutet ja nicht, dass sie keinen ordentlichen, strukturierten Haushalt führen können.“

Zingarini schätzt die Zahl der Frauen, die von häuslicher Gewalt bedroht sind und weg wollen, auf rund 1500 im Land. Für diese Klientel werden dringend Plätze in Frauenhäusern gesucht, die aber nicht frei gemacht werden können, weil es an bezahlbarem Wohnraum für gefestigte Frauen mangelt.

„Eigentlich gehen wir von einer Verweildauer von rund zwei Monaten aus“, sagt Zingarini. Damit sich die Wohnsituation verbessert, finanziert das Land den beiden Sozialpädagoginnen 19,5 Stunden zusätzlich für Aquise und Unterstützung der Frauen beider Häuser in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn.

LN

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