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Land unter an der Reinfelder Trave

Reinfeld Land unter an der Reinfelder Trave

Die Wiesen an der Bundesstraße 75 sind wegen des häufigen Hochwassers kaum noch zu bewirtschaften — Klärbecken müssen jetzt gut gefüllt sein, damit sie vom steigenden Grundwasser nicht aufgetrieben werden.

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Die Trave bei Sehmsdorf ist über die Ufer getreten. Doch sie stand schon viel höher.

Reinfeld. Landunter an der Bundesstraße 75: Die Wiesen zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe haben sich in eine Seenlandschaft verwandelt. Mindestens kniehoch steht das Wasser, bräunlich gefärbt von den aus dem überschwemmten Boden gelösten Feinpartikeln.

Landwirt Uwe zum Felde hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass auf seinem Land jenseits des Kalkgrabens nur noch Mais und Sommergetreide angebaut werden kann. „Im Herbst ist da nicht mehr zu säen.“

Sorgen macht ihm allerdings die Häufigkeit, mit der diese Überschwemmungen auftreten.

Als er anfing den Hof Dröhnhorst zu bewirtschaften, habe es solche Überschwemmungen nur alle sieben, acht Jahre gegeben. „Aber inzwischen kommt das jedes Jahr vor.“ Irgendwann werde das Land dort wohl extensiviert werden müssen. Es werde jetzt noch Wochen dauern bis der total aufgeweichte Boden wieder nutzbar sei. „Und wenn jetzt Ostwind kommt, der die Trave zurückdrängt, wird es noch schlimmer.“

Vor einem Jahr habe das Wasser noch höher gestanden, erinnert sich Anni Lippardt auf der anderen Seite der Bundesstraße am Kalkgraben. An ihrem Grundstück fließt die Mühlenau vorbei. Mit rasender Geschwindigkeit speist sie die Trave. Und schräg gegenüber ihres Hauses achtet Heiko Vokuhl als technischer Leiter des Klärwerkes dieser Tage besonders darauf, dass die Klärbecken der Reinfelder Anlage gut gefüllt sind. Damit sie schwer genug sind, dem Druck des steigenden Grundwassers von unten zu widerstehen. Theoretisch könnten die Becken „hochploppen“ wie ein unter Wasser gehaltener Tennisball oder auftreiben wie ein entladenes Schiff.

Deshalb kontrolliert er in den so genannten Peilbrunnen den Grundwasserspiegel sehr genau. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich so ein Becken aus seiner Halterung löst, sei zwar sehr gering. Aber im lauenburgischen Mölln, berichtet Klärwerker Vokuhl, sei das schon passiert. Das Wasser, sieht er voraus, könnte in einer Woche noch höher steigen. „Das ist aber für die Schmutzwasser-Kanalisation aber völlig unerheblich“, sagt Reinfelds Bürgermeister Heiko Gerstmann.

Nicht nur an der Trave macht der Wasserstand den Stormarnern zu schaffen. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk haben bereits zum dritten Mal innerhalb von 14 Monaten die Grander Wassermühle gegen die Fluten gesichert. In Rohlfshagen hat die Feuerwehr einen Stromverteilkasten an einem überfluteten Graben freigepumpt. Thomas Harhoff von der Unteren Wasserbehörde beschreibt die Situation in Stormarn aber als „noch nicht wirklich problematisch“. Es handele sich derzeit um ein mittleres Hochwasser. Ob es weiter steigt, mag er nicht voraussagen. „Das Wetter macht Petrus.“

Sinkende Tendenz beim Blauen Haus

165Zentimeter misst der Pegel am Zusammenfluss von Beste und Trave am Blauen Haus in Bad Oldesloe gestern Nachmittag. Er scheint gegenüber dem Vortag minimal gesunken zu sein. Der Scheitelpunkt ist schon vorbeigerauscht.

 Dr. Thomas Haarhoff von der Wasserwirtschaft nennt dies ein Mittelhochwasser im unteren Bereich. Das gilt für beide Flüsse gleichermaßen. Dennoch sind viele Wege an den Ufern vorerst noch nicht begehbar.

Uwe Krog

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