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Stormarn Lasbek: Grünes Dorf mit viel Geschichte
Lokales Stormarn Lasbek: Grünes Dorf mit viel Geschichte
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13:41 24.07.2017
Der Mühlenteich in Lasbek ist ein idyllischer Ort der Naherholung. Quelle: Fotos: B. Albrod

Über Lasbeks Geschichte könnte man einen Roman schreiben. Darin käme Graf Luckners Urgroßvater vor, der in Krummbek wohnte und während der französischen Revolution seinen Kopf auf der Guillotine verlor. Ludwig von Liliencron dürfte nicht fehlen, der im Herrenhaus mit Zuckerrüben experimentierte, und ein altes Haus wäre dabei, das im Volksmund „Terroristenkate“

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Vier Ortsteile verbinden sich zu einer Gemeinde für junge Familien und ein Storchenpaar.

Kurzchronik

Lasbek-Dorf, Lasbek-Gut, Krummbek und Barkhorst bilden seit 1974 die Gemeinde Lasbek. Barkhorst wurde im 16. Jahrhundert von Pölitz abgeteilt. Krummbek war ein Bauerndorf, Lasbek-Dorf Teil Tremsbüttels, Lasbek-Gut entstand 1777.

heißt, nachdem sich dort Mitglieder der RAF versteckt hielten. Dann wäre da noch der größte Waffenfund der Nachkriegsgeschichte, darunter 50 Handgranaten, der Lasbek 2001 in die Schlagzeilen brachte, und 2015 Sturmtief „Zoran“, das 70 historische Linden entlang der alten Lindenallee dahinraffte.

Im Wappen der Gemeinde mit 1200 Einwohnern findet man dennoch weder Pistole noch Zuckerrübe, sondern einen Lachs. „Früher gab es Lachse in der Süderbeste“, erzählt Bürgermeister Harald Lodders, der seit 21 Jahren die Geschicke der 1200 Einwohner lenkt. „Daher hat Lasbek seinen Namen.“ Passender wäre heute ein Pferd als Wappentier, denn das Gestüt Lasbek, auf dem der Hamburger Unternehmer Günter Herz seit über 50 Jahren Traber züchtet, ist weithin bekannt. Auch an anderen Ecken der Gemeinde, die sich aus vier Teilen zusammensetzt, sieht man Pferde auf der Weide grasen. Sie haben den alten Viehbestand ersetzt, auch wenn es in Lasbek noch drei Schweinehöfe gibt.

Vier Linien auf dem Wappen verweisen auf die Ortsteile Lasbek-Gut, Lasbek-Dorf, Barkhorst und Krummbek. Sie alle eint die Idylle. „Hier kann man sehr schön im Grünen wohnen und ist über die beiden Autobahnen gut an Hamburg und Lübeck angebunden“, erklärt Lodders. „Das zieht immer mehr junge Familien in die Gemeinde.“ Gerade ist ein Neubaugebiet fertig geworden, ein weiteres ist in Planung.

„Wir dürfen nur begrenzt wachsen“, sagt der Bürgermeister, „aber die Wohnungen waren sofort weg.“ Deshalb will Lasbek jetzt das Kinderbetreuungsangebot ausbauen.

Auf einem alten Schornstein brütet ein Storchenpaar, das jedes Jahr wiederkommt – der Wohnwert in der Gemeinde ist hoch. Gerade wurde die Alte Schule aufwändig saniert, ist jetzt das Dorfgemeinschaftshaus und erfüllt seine Rolle vorbildlich. „Das Haus wird sehr gut angenommen“, freut sich Lodders, „damit haben wir einen Mittelpunkt im Dorf geschaffen. Wir haben viele Angebote in der Gemeinde.“ Das fängt beim Sportverein an, bei dem Lodders in der Männer-Fitness-Gruppe aktiv ist. „Es gibt Judo, Akrobatik, Tanz, Fußball, Yoga, Zumba und Damen-Fitness“, zählt Lodders auf. Seit über 20 Jahren führt die Speeldeel Sketche auf, mit denen sie auch in den Nachbargemeinden gastiert. Zwei Sparclubs, Angebote für Senioren, Strick-Café und Sozialverband gibt es im Ort. Eine große Rolle spielt das jährliche Vogelschießen, und die Feuerwehr gestaltet mit Osterfeuer und Tanzabend das Gemeindeleben. Nur einen Chor gibt es nicht, „singende Lasbeker werden auf andere Gemeinden verteilt“, sagt Lodders.

Ein besonderer Bodenschatz ist das gute Wasser. „Wir haben vier Brunnen und fördern das Trinkwasser aus knapp hundert Metern Tiefe“, erklärt Lodders. „Wir fördern um die 330 000 Kubikmeter Wasser im Jahr und versorgen damit fünf Gemeinden. Das Wasser hat beste Qualität.“ Wasser verbindet auch Kupfermühle und Lasbek. Dort ist der Mühlenteich durch die aufgestaute Süderbeste entstanden. „Wenn zu viel Wasser abgelassen wird, muss Kupfermühle Bescheid bekommen, dass dort die Schleuse geöffnet wird, weil dort sonst landunter ist.“

Für Unruhe sorgen die Pläne, drei weitere Windräder in Ortsnähe zu bauen – sechs drehen sich bereits auf einem Feld in Barkhorst. „Weil sie mit 100 Meter Höhe noch recht klein sind, werden sie aber akzeptiert.“ Die neuen Pläne sind umstritten, weil dort auch höhere Anlagen gebaut werden könnten.

Bettina Albrod

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